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Mittwoch, 19. April 2006

Berge des Wahnsinns

Ich habe Visionen ...
Visionen wie man sie tiefnächtens, lange nach Mitternacht zur wahren Geisterstunde um 3 Uhr halluziniert.

Ich höre Stimmen. Eine sonore Stimme trägt schaurig-schöne Geschichten vor wie sie beispielsweise H. P. Lovecraft geschrieben hat. Und eine ausdrucksstarke Falsett-Stimme singt ebensolche Lieder, die sich tief in den Gehörgang einfräsen. Dunkel-bedrohliche Soundlandschaften breiten sich aus. Brachialere Geräusche mischen sich darunter. Aber man vernimmt auch nostalgisch-schräge Klänge zwischen Brecht und Folk. Da ertönt ein Akkordeon, dort klimpert ein Klavier. Und dann ist da noch die sehnsuchtsvoll singende Säge. Obskure Bilderwelten wabern über die Wände. Es ist ein Traum, einfach nur ein Traum ...

Ja, es war gestern ein traumhaft schöner Abend. Der auch nur beeindruckend gut werden konnte, wenn sich Alexander Hacke von den Einstürzenden Neubauten zusammen mit den Tiger Lillies H.P. Lovecraft vornehmen und aus dessen Erzählungen eine düstere Cabaret-Show machen, voll von typisch britischem Humor.

Und zum Abschluss haben alle noch extra für ein Foto posiert. Nur Martyn Jacques mochte das wohl nicht so. Dafür hat er mir aber gleich mehrmals noch einen schönen Abend gewünscht als wenn ich den nicht schon gehabt hätte. Aber zu Ende war da dieser Abend noch lange nicht. Das ist allerdings eine andere Geschichte.