Freitag, 5. November 2010

Die Heimat da draußen

Nächtlings sich durch die Straßen von Regen und Sturm treiben lassen. Warum sollte man diese Gefährten mit einem Schirm abwehren? Sie meinen es doch gut mit einem. Keine stumpfe Ruhe, kein Verharren in Annehmlichkeiten, die so unlebendig sind. Ja, es ist schon angenehm, einen trocknen und warmen Platz zu haben, aber wenn der eine Gefährte unablässig heult, dass man es nicht überhören kann und der andere energisch an die Fenster klopft, wer sollte daran zweifeln, dass das Leben nichts ist, was sich in vier oder mehr Wänden einsperren lässt? Mag das dann mitunter auch nicht so gemütlich sein.

Jenseits klimatischer Herausforderungen

Grau und nass, nass und grau. Abends das Ganze dann in Dunkel. Das kleine Monster hatte schon etwas recht, aber von diesem Konzert konnte mich keinerlei Widrigkeit abhalten. Xiu Xiu wieder mal live musste einfach sein. Aber das war nicht nur Xiu Xiu, sondern auch Former Ghosts und Zola Jesus und teilweise jeder mit jedem irgendwie zusammen. Freddy Ruppert steht Jamie Stewart sicher in nichts an Intensität nach. Wenn schon beim zweiten Song ein Drumstick zerdroschen wird, ist das ganz gewiss so. Es ist auch nicht so, dass meine Ohren nicht schon öfters über Zola Jesus gestolpert sind. Aber so richtig wusste ich erst bei Xiu Xiu, warum ich diesen Abend sehr gut daran getan habe, nicht zu Hause zu bleiben. Die Kälte da draußen war soundso bei dieser explosiven Hitze längst vergessen (jaja, damals im Molotow war es viel heißer und lauter). Und wieder ein Konzert, dass eindringlich mit aller Leidenschaft überzeugte, auch wenn es sich nicht unbedingt um Ohrenschmeichler handelt. Blut heißt Leben. Das trifft auch auf blutige Ohren zu.

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