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Freitag, 8. Februar 2013

Betörender Grabgesang

Eine Stimme, die einen wie ein warmer, weicher Mantel Sarg umfängt – tiefer und dunkler geht es kaum. Bei einer Band, die sich nach einem Song von Nick Cave benennt, ahnt man gleich, dass es sich hierbei nicht um heitere Klänge handelt und so wird musikalisch tief in die Gruft hinab gestiegen. Eine volle Ladung 80er Gothic Rock tönt einem da entgegen – die Sisters of Mercy oder Bauhaus winken einem aus nächster Nähe zu. Man könnte die Musik dem Dark Wave zuordnen, wenn O. Children nicht ihr eigenes Genre erfunden hätten: New Grave. Richtig neu ist das natürlich dennoch nicht, aber so einer Stimme kann man einfach nicht widerstehen. Und so war das ein Konzert, das so einige zum Schmelzen brachte. Teilweise schmolzen bei einigen leider auch die Gehirnarreale, die für das Sozialverhalten zuständig sind, dahin, denn anders ist es nicht zu erklären, dass man Fotos vom Sänger macht, indem man ihm sein Handy beim Fotografieren quasi ins Gesicht drückt. Aber Musik scheint ja generell seltsame Verhaltensweisen zum Vorschein zu bringen, wie z. B. die Annahme, dass so etwas als Hymne für’s Gruselkabinett taugt. O. Children kommt da jedenfalls schon weitaus eher in Frage.