Mittwoch, 26. April 2017

Früher war alles besser

Von diesem Spruch halte ich eigentlich nichts, da ich generell nichts von Pauschalisierungen halte, aber auf einiges trifft es manchmal doch zu, dass es in vergangenen Zeiten besser war. Explizit nämlich auf die schwedische Band A Projection. Mir wurde versprochen, dass die live richtig gut sind. Das was ich zuvor auf Tonträgern gehört habe, klang auch ausgesprochen mögig. Kurz umschrieben sollte man sich vorstellen, dass sich Joy Division in Schweden reinkarniert hat. Leider sind die guten Live-Auftritte inzwischen Vergangenheit – d. h. vornehmlich, was den Gesang betrifft, denn der anscheinend eine ziemlich gute Bühnenpräsenz zeigende Sänger hat die Band vor kurzem verlassen. Der neue Sänger schafft es bedauerlicherweise nicht, einen gleichwertigen Ersatz zu schaffen. Er schafft es nicht mal, ansprechende Unterhosen zu tragen. Sehr schade, denn auf das Konzert hatte ich mich sehr gefreut.

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Oder besser gesagt, warum nicht einfach die Gegenwart so nehmen, mit ihr leben, so wie sie ist? Denn so schlecht ist sie eigentlich nicht. Neben einem Beruf, den ich nach wie vor gern mache und das in einem Umfeld, in dem dies sogar sehr geschätzt wird, geht es mir ansonsten eigentlich auch recht gut. Ich will damit nicht sagen, dass das Berufliche bei mir an erster Stelle steht, aber es nimmt doch einen wichtigen Part im Leben ein – immerhin verbringt man doch einige Zeit seines Lebens damit, auch wenn ich mir gleichfalls ein Leben ohne dessen vorstellen könnte, wenn das finanziell anders realisierbar wäre. Gesundheitlich kann ich mich auch nicht beklagen, obwohl ich da wohl doch mal zumindest in einem Fall etwas machen müsste, aber ohne für mich erkennbare Beschwerden schiebe ich das so vor mich hin. Allgemein fühle ich mich jedenfalls fitter als lange Zeit zuvor und tue auch was dafür. Das kleine Monster gedeiht prächtig und ich mache mir da überhaupt keine Sorgen, was seinen zukünftigen Lebensweg betrifft. Bei ein paar Freunden sieht das anders aus, aber das liegt nicht in meiner Hand. Da kann ich allenfalls nur unterstützend zur Seite stehen. Was Aktivitäten in der Freizeit betrifft, schöpfe ich aus dem Vollen. Es gibt genug von dem, was ich machen will und kann. Das, was alles wieder so kompliziert macht und das „Eigentlich” evoziert ist die Beziehungsebene. Da ist man in Nullkommanix in etwas hinein getaumelt, ehe man mit den Wimpern zucken konnte. Und schon entwickeln sich feste Strukturen, als wäre es nie anders gewesen. Dass das alles viel zu schnell ist, ist mir mehr als bewusst. Selbst wenn meine Gefühle nicht hinterher hinken würden, hätte bzw. habe ich meine Zweifel, ob das wirklich passt. Auch wenn schon zwei Bekannte meinten, dass es sehr gut passen würde. Optisch mag das vielleicht zutreffen und der Musikgeschmack passt auch. Ja, und auch noch einiges mehr. Andererseits vermisse ich vieles, über das ich mich gern in einer Beziehung austauschen möchte (Musik ist eben bei mir nur ein Part meiner Interessen). Dahingegen gibt es jedoch eine Offenheit, ein Entgegenkommen, sich anderem, bisher Unbekanntem zuzuwenden. Das ist gewiss sehr positiv einzuschätzen, aber die Diskrepanz ist doch sehr groß. Sehr groß ist indes auch all das, was mir allgemein entgegengebracht wird. Tja, ich weiß nicht….
  Vorsicht,
  bissige Bloggerin!

Cerberus

... nur keine Angst.
Inquisition

 




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