Montag, 22. Februar 2016

Milchmädchenrechnung

Die Welt könnte so einfach und friedlich sein, wenn man sich mit den es­sen­zi­ellen Dingen begnügen würde. Wenn sich jeder darauf beschränken würde, wäre genug für alle da. Es gäbe ausreichend glückliche Kühe, die an kalten Tagen für heiße Milch mit Haut sorgten oder wem das aus diesen oder jenen Gründen nicht behagt eben Soja-, Hafer-, Mandel- oder Sonstwasmilch. Dies ist keine dekadente Vorstellung, sondern explizit so gedacht, dass sich jeder, also wirklich jeder, damit begnügen könnte. Und all das, was man sonst noch so braucht. Ein Dach über den Kopf, Essen jenseits von Milchhaut. Dass Wärme da ist, wenn es kalt ist und die vor allem nicht nur durch einen Ofen, Zentralheizung, Kamin oder was auch immer, sondern auch durch Menschen, die einem erwärmend zur Seite stehen da ist. Und auch das, was über das allgemeinhin Existenzielle hinausgeht: Musik, Film, Theater, Philosophie, Kunst – einfach nur das und dazu braucht man keine Kriege. Warum beschränkt man sich also
nicht nur auf Milchhaut? Oder irgendetwas, das genauso wichtig ist.
la-mamma - 2016.02.23, 09:06

mir scheint, sie haben gar kein verständnis für gier!

C. Araxe - 2016.02.23, 20:23

Durchaus. Aber sagen wir mal so – ich kann übertriebene oder vielmehr maßlose Gier nicht nachvollziehen.
NeonWilderness - 2016.02.23, 13:55

@Milchhautmädchen - das ist ein redlicher und gefühlvoller, jedoch auch naiver Wunsch, die Bedürfnispyramide des mangelbewußten Individuums auf den Kopf stellen zu wollen. Und, wenngleich nicht im mindesten gewollt, natürlich auch ein bisschen dekadent, etwa so wie Marie Antoinettes "Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen". Denn nicht nur in der Brecht'schen Realität kommt das Fressen immer noch vor der Moral, vor der Kultur und vor den schönen Worten und Wünschen. Kriege sind letztlich (und werden es zukünftig immer mehr) Ausdruck ökonomischer Verteilungskämpfe, einer angstbegründeten individuellen oder gruppenbasierten Auseinandersetzung um kritische Ressourcen bzw. dem angestrebten oder eingeforderten Anteil am ausdefinierten Weltvermögen. Das sieht man heutzutage am verzweifelten Flüchtling oder auch am gemeinen Mob in Sachsen-Anhalt. Da hilft keine Milchhaut, keine Kleinkunst und keine Philosophie. Wobei für mich schon allein warme Milchhaut ein valider Kriegsgrund ist.

C. Araxe - 2016.02.23, 20:54

Naja, die Headline war ja schon bewusst gewählt ... Nichtsdestotrotz könnte man die Behauptung aufstellen, dass wenn alle Ressourcen und ja auch eingeschlossen alles bestehende Vermögen gleichmäßig verteilt werden würde und anschließend sich jeder mit Milchhaut etc. begnügen würde, durchaus eine Basis da wäre, um friedlich zusammen zu leben. Sicher ist das alles illusorisch – allein bei Ihnen scheitert das ja schon an der Milchhaut – , aber ich glaube, es trifft dennoch den Kern – gäbe es eine grundlegende Gerechtigkeit auf der Welt, würde man sich (vielleicht) doch damit begnügen können, was zuvor genannte Aspekte betrifft.
NeonWilderness - 2016.02.24, 03:55

Sie sind eine idealistische, anarchistische Utopistin, Frau Araxe, und man möchte Sie fast dafür lieben. Doch bin ich kein Freund von kommunistischen Gleichverteilungshypothesen und einer sich anschließend schematisch einstellenden friedlichen Koexistenz, in der alles allen gehört und alles auf's Beste gedeiht, weil alle vor Gemeinsinn und aberzogenem Eigeninteresse vernünftig und gerecht handeln. Ich glaube, dass erzwungene Gleichmacherei wider die menschliche Natur ist, wider seinem Bedürfnis, sich zu vergleichen, sich zu messen, besser oder innovativer zu sein, wider seiner individuellen Vorstellung vom Streben nach Glück als dem erdachten Zweck seines Lebens. Ich glaube, dass eine politische intellektuelle Elite, die sich gar selbst dafür hält, niemals die Soll-Verhaltensweisen, Bedürfnisse, Ansprüche, Ziele, Entscheidungen einer Gesellschaft bestimmen kann und sollte, weil dies ganz automatisch in Maßregelung, Unterdrückung, Umerziehung, 5-Jahresplänen, Mauern und Lagern endet. Die Verfassung der Welt ist keine Frage des guten Willens und hinreichender Durchsetzungsmacht, weil sie die Menschen a priori in Gut und Böse einteilt, ja einteilen muss, weil sie formal gemessene Gleichheit nur durch Entzug persönlicher Entscheidungs- und Freiheitsrechte schafft, weil sie vielleicht initial das Gute intendiert, aber stets im Schrecken endet. Ach, das muss ich Ihnen ja auch nicht erklären, denn Sie kennen ja die Light-Version aus Ihrer Sozialisierung recht gut. Im Rückblick wird man da womöglich etwas romantisch, aber ich fürchte, es ist nicht wirklich ein erstrebenswertes Überlebensmodell für diese problembehaftete Welt.
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