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Wenn man die Wahl hat …

In diesem Fall nicht zwischen Pest und Cholera, sondern zwischen zwei sehr gemochten Bands. Und dann kommen mitunter noch ganz andere Wahlmöglichkeiten in Betracht, die man vorab weder einbezogen gezogen hat, noch überhaupt allgemein gelten lassen kann und dennoch sind sie da. Wie beispielsweise eine fette Erkältung oder auch andere eher weniger schöne Vorkommnisse…

Eigentlich wollte ich jetzt in diesem Beitrag noch frei nach „Das Private ist politisch” weiter assoziieren und damit auch etwas zum Tag der deutschen Einheit schreiben, aber das Private ist dann doch weniger politisch, als dass das Politische privat ist. Denn irgendwie fühle ich mich privat immer noch als Ossi (auch wenn das nicht vollkommen zutrifft) und so sind solche Parolen wie „Je suis Bautzen” etwas, was mich nur kotzen lässt, wie überhaupt so etwas wie „national befreite Zonen” und dergleichen. Es ist bitter, wie Parolen wie „Wir sind das Volk” missbraucht werden (auch wenn die schon damals zu Wendezeiten missbraucht wurden). Glücklicherweise tickt nicht der ganze „Osten” so, aber es sind dennoch viel zu viele (wobei es im Westen teilweise auch nicht unbedingt besser aussieht). Nun ja, damals hat die Mehrzahl der Ossis mehr Bananen Freiheit, blühende Landschaften oder so gewählt. (Das Wahlverhalten im Westen sieht auch nicht so viel besser aus.) Die Mauer ist immer noch nicht weg, also die in den Köpfen. Und das betrifft jetzt nicht (nur) Ost/West. Warum ist das nur so schwer, sich gegenseitig als Mensch anzuerkennen?
bonanzaMARGOT - 2016.10.10, 10:12

für die ossis war die wende wirklich eine wende: in ihrem leben änderte sich eine ganze menge. für mich als wessi ging es im großen und ganzen wie gehabt weiter. ich freute (und freue mich) einfach darüber, dass diese mauer weg ist, dass etwas unmöglich geglaubtes wie die wiedervereinigung deutschlands so schnell und relativ friedlich über die bühne ging. ich habe respekt vor den ossis, die einen gewaltigen systemwechsel erlebten: vom familiären sozialismus hin zur kalten fratze des kapitalismus - etwas überspitzt gesagt.
ich kann verstehen, dass sich damit einige ziemlich schwer tun...

C. Araxe - 2016.10.10, 22:08

Nachvollziehen kann ich das auch, aber nicht akzeptieren. Also diesen Rassismus, diesen Rechtspopulismus und wenn das alles in Gewalt mündet. Ich komme aus dem Osten und lehne diese ganze Entwicklung in Richtung rechts zutiefst ab.
bonanzaMARGOT - 2016.10.11, 08:07

ja, dass diese neonazis in ostdeutschland in manchen landstrichen so viele anhänger haben, konnte ich lange nicht begreifen. schließlich war die ddr alles andere als ein rechtes politisches system. aber frust, arbeitslosigkeit und sozialneid treiben den nazis gerade viele junge menschen in die arme. dazu noch eine portion nationalismus und zu wenig eigenes denken... ich weiß nicht, was sonst noch. es ist eben gut und einfach, wenn man ein klares feindbild hat.
ich mag den west-kapitalismus nicht (obwohl ich ein wessi bin), aber niemals würde ich den bauernfängern von rechts auf den leim gehen.