Pathologischer Besuch

Für seine neue Mission (nein, nicht im Gruselkabinett) weilte der Herr Pathologe heute in meiner unmittelbaren Nähe und war unerschrocken genug, sich mit mir zu treffen. Sein Mut ging sogar noch weiter und er traute sich direkt ins RL-Gruselkabinett. All dies geschah unter vollkommener Missachtung der Sicherheitshinweise von Herrn Neon. Was dann geschah, überraschte auch mich etwas – immerhin gab es vorab keinerlei Ermunterung meinerseits hierzu. Der Herr Pathologe griff nämlich selbst zum Skalpell und zerrte ohne groß zu zögern seine Eingeweide ins schummrige Licht des Gruselkabinetts. Unter vielerlei Erläuterungen seinerseits ließ er sie mich von allen Seiten beurteilen. Wie hilfreich nun meine hieromantischen Fähigkeiten als Haruspex gewesen sein mögen, mag ich nun nicht beurteilen. Zumindest war ich wohl ebenfalls eine juristische Hilfe gegenüber Terroristen. So oder so – das Trauen hatte vielmehr mit Vertrauen zu tun. Und dieses Vertrauen wird auf jeden Fall sehr gut konserviert werden – mindestens in Formaldehyd!
pathologe - 2018-04-16 22:57

Formal

dehydriert kam ich auf dem Zahnfleisch kriechend im Hotel an. Keine Zähne mehr für bissige Kommentare oder die Zahnfee namens Neon. Vielmehr geläutert und mit eher geistiger Nahrung versorgt. Was haben Sie gesagt? Sie haben acht vierzig gesagt.

C. Araxe - 2018-04-16 23:02

„8,40” – das ist das Trostreiche am und im Dasein! Nämlich dass es immer – also wirklich immer – Menschen gibt, die noch verpeilter sind als man selbst.

(Ah ja, bitte mal erläutern, dass nicht ich „8,40” gesagt habe. Kommt so nicht verständlich rüber. Sicher wird es dann allgemein verständlicher sein. *fg*)
C. Araxe - 2018-04-16 23:17

Man sollte vielleicht auch noch erwähnen, dass beim Herrn Pathologen der Sweetness-Faktor gar nicht wahrgenommen wird. Aber dies ist auch vollkommen O.K. – schließlich ist er ja nicht mehr im Teenageralter.
NeonWilderness - 2018-04-16 23:26

Gottnochmal, was haben Sie ihm eingeflößt, dass er sich selbst kastriert? Und auf Whatsapp klang seine Stimme danach gar nicht so hoch. Herrje, und ich hatte ihn doch so gewarnt.

C. Araxe - 2018-04-16 23:31

Meinen Sie ernsthaft, dass ich hier jetzt irgendwelche Interna ausplaudere, wenn ich gerade Vertrauen explizit betone?
NeonWilderness - 2018-04-16 23:40

Na gottseidanknochmal hat er seine Familienplanung ja schon abgeschlossen. Schwamm drüber. Aber leid tut er mir schon. Dieser naive Glaube, es mit dem abgrundtief Bösen aufnehmen zu können. *schluchz+luftfächel
C. Araxe - 2018-04-16 23:47

Immerhin hat er 1:1 erlebt, erfahren und erkannt, was es mit dem abgrundtief Bösen auf sich hat.
pathologe - 2018-04-18 13:34

Genau!

*sabbert unter Einfluss lang anhaltender Drogen leicht aus dem verbliebenen Mundwinkel*
NeonWilderness - 2018-04-18 14:29

Wahrscheinlich hat die böse Hexe Sie mit Absinth abgefüllt, in das sie abgeknipste Nägel ihrer Katzenmonster, Haare eines blinden Auszubildenden und halbverdaute Alraune aus einem fipronil-verseuchten Holland-Huhn zusammenmixt.

Üblicherweise verlässt man danach das Gruselkabinett nicht mehr — zumindest nicht in einem Stück. Haben Sie wirklich schon alles minutiös an sich kontrolliert? Fehlt denn gar nichts? Sehr sehr ungewöhnlich!
C. Araxe - 2018-04-19 21:01

Auch wenn die Rezeptur so nicht ganz stimmt, ist das jetzt aber sehr indiskret, Herr Neon! Und vor allem sehr abschreckend für andere.
Zaubermann - 2018-04-19 17:37

Grundgütiger!

Himmel, wenn Blogger-Besuche IMMER so verlaufen, steht mir ja Unerwartetes bevor...ich hatte nämlich in Kürze ebenfalls vor, denn Herrn zu treffen... werde mal sicherheitshalber das Kettenhemd unten drunter anziehen^^.

C. Araxe - 2018-04-19 21:05

Keine Sorge, dies ist kein üblicher Ablauf für einen Bloggerbesuch im Allgemeinen. Eher nur eine Andeutung von dem, was bei einem Besuch bei mir zu erwarten ist. Ich kann nun, nachdem der Herr Pathologe bei mir weilte, allerdings nicht dafür garantieren, dass dies keine Folgen bei ihm hinterlassen hat.
steppenhund - 2018-04-22 15:25

Eigentlich komme ich ja heuer am 4. und 5. August nach Hamburg. Aber obwohl die ganze Familie meiner Frau da sein wird, ist vielleicht eine Information hilfreich, welche Gebiete ich meiden sollte.
Eines schreckt mich allerdings nicht: das ist der Absinth. Nach neun Jahren Vorlesungstätigkeit in Leipzig kenne ich die dort befindliche Absintheria. Die habe ich bisher noch jedesmal überlebt. Da scheint sich also eine gewisse Immunität eingestellt zu haben.

C. Araxe - 2018-04-23 16:16

Die Benennung von Gefahrengebieten ist in Hamburg nicht so beliebt und die Klobürstenproteste werden dauerhaft im kollektiven Gedächtnis erhalten bleiben.
C. Araxe - 2018-04-23 23:11

O.K., das mag sich jetzt etwas kryptisch anhören, aber da Sie hier bisher nicht so aktiv waren – ich setzte je nachdem wie ich Kommentatoren einschätze ein gewisses (selbstständiges) Mitdenken voraus (notfalls hilft G**gle) und das habe ich mit diesem Kommentar meinerseits einfach gemacht.
Was Absinthe betrifft bevorzuge ich übrigens die original Schweizer Absinthe (da, wo das Zeug ursprünglich herkommt). Einen Duplais Balance beispielsweise.
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