Samstag, 12. August 2006

Spätes Geständnis

Über manches wundert man sich dann doch noch.
julya - 2006.08.12, 11:54

frau C. seinen sie doch bitte etwas konkreter, so kann ich mich nur wundern ;o)

C. Araxe - 2006.08.12, 12:04

Wenn Leute mit einem dauererigierten Zeigefinger nach Jahrzehnten ausplaudern, dass sie bei der Waffen-SS waren, dann wundert mich das schon. Verwunderlich ist auch, dass es nie von anderen entdeckt wurde.
julya - 2006.08.12, 12:05

ah, habe ich gestern im fernsehen gesehen. wer war das gleich noch. aber wissens, frau C. ich kenne auch einen mann, der dort gewesen ist - ich kann jetzt nicht sagen, dass ich ihn deshalb mit dem arsch nicht mehr anschaue.
C. Araxe - 2006.08.12, 12:08

Was mich stört, ist die Doppelmoral.
julya - 2006.08.12, 12:17

befürchte, das bleibt wohl nicht aus.

die damalige gesinnung, die heutige veränderte gesinnung - doppelmoral
C. Araxe - 2006.08.12, 12:23

Nö, man kann auch zu seinen Fehlern stehen. Klar, ist das nicht der bequemste Weg. Aber widerlich finde ich es auf jeden Fall immer, wenn sich jemand moralisch über andere erhebt und verschweigt, selbst genug Dreck am Stecken zu haben.
nahlinse - 2006.08.12, 14:41

Den "dauererigierten Zeigefinger" werde ich in meinen Wortschatz aufnehmen. Ein seeehr treffender Ausdruck.
C. Araxe - 2006.08.12, 16:20

Aber bitte nicht zweckentfremden. ;·)
julya - 2006.08.13, 09:58

schönes beispiel zum thema doppelmoral ist herr Fr(i)edmann - der rennt mit dem höchsten finder durch die welt und hat soviel dreck am stecken das einem schon schlecht wird
PeZwo - 2006.08.12, 12:08

"...dauereregierter Zeigefinger..."

Tolle Fomulierung. Ich hatte auch gestaunt, aber zu meiner Verteidung muss ich sagen dass ich G.G. schon vorher nicht mochte...

C. Araxe - 2006.08.12, 12:11

Es geht ja auch gar nicht ums Mögen. Mir jedenfalls nicht. Da brauchen Sie sich gar nicht verteidigen. ;·)
PeZwo - 2006.08.12, 12:19

ich würde es bei mir mal so ausdrücken: das Geständnis hat meine Meinung über ihn nicht verändert.

Er als Person ist mir reichlich egal, aber ich mag generell die selbsternannten Moralhüter nicht weil zumeist gerade bei denen quod erat demonstrandum die eigene Geschichte - na ja nennen wir es mal hinterfragendswürdig ist.
C. Araxe - 2006.08.12, 12:24

Ja, ganz Ihrer Meinung - s.o.

Obwohl ich z.B. "Die Blechtrommel" beeindruckend fand, als ich das Buch las. Deswegen muss man allerdings auch noch lange nicht den Autoren mögen.
sillerbetrachter - 2006.08.12, 14:29

doppelmoral ist doch ganz bushmanier. und der oskar hat ja auch den lauten gemacht..

C. Araxe - 2006.08.12, 16:22

Hm, in den Bereichen ist es wohl leider sehr selten, dass man keine Doppelmoral antrifft.
sillerbetrachter - 2006.08.12, 18:16

so isses! da finde ich persönlich die italiener ehrlich. die stehen zu korruption und vorteilsnahme. was meinte letztens ein guter freund zu mir: "amerikanische verhältnisse haben wir auch hier" bjäch
gulogulo - 2006.08.12, 18:23

bald wird wieder grass über die sache gewachsen sein. ;-)

C. Araxe - 2006.08.12, 19:17

Oder bis ins Grass gebissen wird.
Davor ist es ja auch üblich, zu beichten.
sokrates2005 - 2006.08.12, 22:00

Alles ...

was man ihm zu Gute halten könnte, wenn man denn wollte, wäre, dass ein Konservativer das bis zu seinem Tode nicht eingestanden hätte.

Naja, auch nicht wirklich viel ...

C. Araxe - 2006.08.13, 12:45

Das Schulterklopfen wird sicher noch folgen ...
nessy - 2006.08.13, 15:25

Es gibt Dinge und Leute, über die lohnt es sich nicht nachzudenken. Dazu gehören Herr Grass und sein Zeigefinger.

C. Araxe - 2006.08.13, 16:08

Als wenn man sich das immer aussuchen könnte, mit was oder wen sich die Gedanken beschäftigen (gerade auch wenn man ganz genau weiß, dass es sich nicht lohnt). Mir fällt es jedenfalls mitunter recht schwer, dies zu beeinflussen. Oder haben Sie da einen Trick parat?
nessy - 2006.08.13, 16:11

Mmmh, leider nein. Denn wenn ich mich über etwas richtig ärgere, dann kann ich's auch nicht stoppen.
C. Araxe - 2006.08.13, 16:15

Och, schade.

Oder auch nicht. "Die Gedanken sind frei" - auch wenn das ein Fluch sein kann, so wäre es doch noch schlimmer, wenn es nicht so wäre.
bambi71 - 2006.08.13, 20:47

"Hm, in den Bereichen ist es wohl leider sehr selten, dass man keine Doppelmoral antrifft."

Das klingt jetzt so, dass es hier irgendwo besser wäre. Sehe ich nicht so, Doppelmoral ist so gewöhnlich wie das n Pups nicht nach Chanel riecht.

C. Araxe - 2006.08.14, 00:04

Nur dass das "hier irgendwo" weniger Beachtung findet.
So 'nen bisschen Aufregen von Bloggern über Blogger beispielsweise fällt da jedenfalls meiner Meinung nach nicht so auf. Es sei denn man glaubt an den Mythos von der Macht der Blogger.
nahlinse - 2006.08.14, 07:40

Der Mythos hat sich glaube ich überlebt. Man sollte eher an die Macht jedes Einzelnen glauben, der durchaus was bewegen kann - wenn er sich denn bewegt.
wvs - 2006.08.14, 00:09

Hätten Sie ....

Hinweise darauf, wo all die Grenzbewacher der vormaligen DDR und führenden Genossen der zweiten Reihe der SED geblieben sind?
Ich bin sicher, da findet man auch den einen oder anderen Wolf(f) im Schafspelz .... es scheint das Wesen des "Zusammenbruch von Systemen" zu sein, dergleichen Wechselbälge zu produzieren ....

Was bedeutet da schon ein Herr Grass, der nach der Blechtrommel nichts Rechtes (!) mehr zustande brachte ....

C. Araxe - 2006.08.14, 00:23

Nun, ja. "Der WechselZusammenbruch (entsprechend Ihrer Änderung editiert) von Systemen" - das finde ich etwas vereinfacht ausgedrückt. Sicher gab es dadurch jeweils unterschiedliche Moralvorstellungen und ich kann auch nachvollziehen, dass man sich dementsprechend verhalten hat. Einfach, weil man es nicht anders kannte, man so aufgewachsen ist etc. Dass muss aber nicht zwangsläufig zu Doppelmoral führen. Zudem es innerhalb von jedem System Doppelmoral gibt, ohne dass ein Wechsel stattfand. Eher würde ich behaupten, dass es generell etwas mit Opportunismus zu tun hat, was ja menschlich auch verständlich ist. Eine gewisse Form von Anpassung mag ja auch lebensnotwendig sein. Nur inwieweit diese geht, dabei gibt es meist doch mehr Handlungsspielraum. Oder eben auch darin, wie man sich dazu bekennt.
Chinaski - 2006.08.14, 00:27

Ich hab Günter Grass nie richtig gemocht allerdings entstand meine Antipathie schon bevor er sich als Ex Waffen-SSler outete. Ich habe grosse Probleme mit den radikalen Moralisten weil ich die Natur der Menschen zu kennen glaube. Unter den Moralapostel der Literatur ziehe ich nur vor Leo Tolstoi den Hut. Fazit: Für mich ist ein Charles Bukowski moralischer als ein Grass.

C. Araxe - 2006.08.14, 00:35

... weil er zu seinen Schwächen steht. Der Schwäche vor allem, ein Mensch zu sein.
Chinaski - 2006.08.14, 01:59

Unter anderem. Ja.
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  bissige Bloggerin!

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... nur keine Angst.
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C. Araxe - 2017.11.14, 20:58

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