Freitag, 2. Februar 2007

Bequemheit

Es ist schon etwas paradox, dass gerade dieser Begriff vom Aussterben bedroht ist und zunehmend der Vergessenheit anheim fällt und sich die weitaus längere Bequemlichkeit durchgesetzt hat.

(An was man so denkt, wenn das Wochenende in Sichtweite ist.)
Brille - 2007.02.02, 16:28

Also, aus alter Bequemheit kenn ich (das) ja noch.

C. Araxe - 2007.02.02, 16:37

Fragen Sie mal jüngere Generationen (die ja eigentlich per se als bequem bezeichnet wird).
Google spricht da auch eine deutliche Sprache:
992 : 1.470.000.
aiiiia - 2007.02.02, 17:14

wann war bequemheit denn mal ein wort gebräuchlicher?

C. Araxe - 2007.02.02, 17:17

Oh, jetzt muss ich mich dazu bekennen, dass ich eine alte Schachtel bin. Also, ich kenn es noch.
aiiiia - 2007.02.02, 17:32

Sind Sie älter als der Duden? *staun* : )
C. Araxe - 2007.02.02, 17:43

Nö. 142 Jahre jünger. Als der Konrad.
aiiiia - 2007.02.02, 17:58

hmmmm.... 1829 + 43 mach dann 1871 - Sie haben sich wahnsinnig gut gehalten, frau araxe! ;o)
C. Araxe - 2007.02.02, 18:06

So ist das bei Untoten. *g*
(wurde selbstredend korrigiert.)
aiiiia - 2007.02.02, 18:59

(Spielverderberin...) *schmollt*
C. Araxe - 2007.02.02, 19:08

Was erwarten Sie? Soll ich jetzt sagen, dass es kein Tippfehler war, sondern dass ich wirklich untot bin? Das glaubt mir ja soundso niemand (ja, es ist so, aber keiner glaubt mir das).
aiiiia - 2007.02.02, 19:24

na gut.
aber Sie und ich wissen, dass Sie 1871 geboren sind
C. Araxe - 2007.02.02, 19:35

Ich weiß, dass ich nichts weiß. Das ist alles. Und gerade ich weiß auch sehr wenig, was meine Geburt betrifft. Ich kenne nicht einmal meine Mutter und werde sie auch nie mehr kennenlernen werden können.
aiiiia - 2007.02.02, 20:32

oh, entschuldigen Sie, das wusste ich nicht.
ich will hier nur harmlos drauf rumreiten, dass Sie untot sind und Sie kommen mir mit Ihrer mutter. da muss ich mir dann gleich ganz dumme witze überlegen wie "wollen Sie meine haben?" und rede mich um kopf und kragen, lande in 117+, werde entabonniert und geächtet und überhaupt....ääähhhh... wo war ich?

ach ja: Sie sind untot. punkt.


meine güte, das war aber mal eine ausnahme, dass ich besagte policy verletze - so ein unsinn aber auch... : )
C. Araxe - 2007.02.02, 20:49

Entschuldigung auch meinerseits, dass ich von geschwätzigem Hinundhergeplänkel zu (für mich) existenziellen Themen wechsel.

Nun läuft Bauhaus in Endlosschleife und Sie sind schuld:
gulogulo - 2007.02.02, 22:13

sie hören werbesongs von dieser firma?
C. Araxe - 2007.02.02, 22:26

Nur ein Banause denkt an diese Firma. Man mag vielleicht noch an Weimar und dergleichen denken, aber hier zählt nur Peter Murphy und Umkreis. Und weil’s so schön ist - der Gassenhauer in dieser Richtung schlechthin:
aiiiia - 2007.02.03, 01:44

ok, die zeit und der whiskeypegel stimmen, um zu existenziellen fragen zurückzukehren.
erläutern sie mir doch bitte zunächst, wieso Sie dieses bestimmte lied (oder video) assoziieren.


wenn Sie möchten, kann ich für Sie auch eine diskussion lostreten, ob es ein segen ist die eigene mutter nicht zu kennen und so auch eines teils des elterninduzierten leids zu entgehen oder ob nicht doch etwas fehlt.
auch wenn ich, um Ihnen das argumentieren zu erleichtern, gerne das eine oder andere extrem vertreten würde, so glaube ich doch, dass das leider sehr stark von der individuellen situation abhängig ist. wenn ich nachdenke, ob es dinge gegeben hat, die ich nur mit meiner mutter (respektive mit meinem vater) besprechen wollte, fällt mir leider nichts ein. sehr wohl habe ich aber ein total subjektives gefühl, dass ich die beiden doch irgendwie gerne in meinem leben habe.
aber ist das schon die ganze wahrheit: der kopf braucht keine eltern, der bauch / die seele / das herz schon?
C. Araxe - 2007.02.03, 14:05

Oh, verpasst! Inzwischen ist Ihr Whiskeypegel sicher wieder gesunken, oder?

Sie brachten das Thema wieder auf untot und hier der Text von dem Bauhaus-Song „Bela Lugosi's dead”:

White on white translucent black capes
Back on the rack
Bela Lugosi's dead
The bats have left the bell tower
The victims have been bled
Red velvet lines the black box
Bela Lugosi's dead
Undead undead undead
The virginal brides file past his tomb
Strewn with time's dead flowers
Bereft in deathly bloom
Alone in a darkened room
The count
Bela Lugosi's dead
Undead undead undead


Sicher wird keine Mutter und kein Vater der Idealvorstellung, die sich gern hierzu gemacht wird, entsprechen, da Eltern auch nur Menschen sind, mit all ihren Fehlern und Schwächen. Welche gar nicht mal großes Leid hervorrufen müssen. Und das Fehlen dieser beiden Menschen steht unabhängig von dem, ob es anders nicht schlimmer gewesen wäre, im Vordergrund. Aber man lernt damit zu leben.
Iggy - 2007.02.02, 18:44

ich liebe so altmodische ausdrücke wie:

fürbass, alldieweil, bequemheit...

C. Araxe - 2007.02.02, 18:51

Hach ...
Ich finde das einfach traurig, wenn Worte verloren gehen. Nicht dass man mit Worten wirklich etwas ausdrücken könnte - Sprache trägt ja mehr zum Missverständnis bei, als dass es Verständigung gäbe - , aber all die schönen Wörter, die zum Untergang verurteilt sind... Auch wenn sie nicht zu mehr Verständigung zu gebrauchen sind, so haben sie doch einen Klang, dessen Harmonie man nicht missen möchte.
gulogulo - 2007.02.02, 22:18

ich wurde mal schief angeschaut als ich das wort "obschon" verwendet habe.
C. Araxe - 2007.02.02, 22:29

Schätzen Sie sich glücklich, wenn Sie nur schief angeschaut werden, wenn Sie etwas sagen. Egal was.
honigsaum - 2007.02.02, 22:31

Im Gegensatz zu was?
C. Araxe - 2007.02.02, 22:38

Nicht weiter (oberflächlich) beachtet zu werden.

Absolut negativ gesehen, für’s Andersein eins in die Fresse zu bekommen. Yep, ich weiß leider zu gut wie es teilweise in manchen Gegenden abgeht.
honigsaum - 2007.02.02, 22:44

Hart. Aber manchmal nimmt man eben Worte zu ernst.
C. Araxe - 2007.02.02, 22:47

Es ist sehr schwer mit Worten zu argumentieren, wo das Faustrecht gilt.
honigsaum - 2007.02.02, 23:24

Oha. Der zweite Teil Ihres vorletzten Kommentars fehlte eben noch. Das klingt ja wirklich übel. Ist aber nichts Aktuelles, oder doch?
C. Araxe - 2007.02.02, 23:47

Nee, ferne Vergangenheit. Hier im mehr oder weniger Zentrum von Hamburg wird man vielleicht mal blöde angeglotzt, allenfalls blöde angequatscht und das war’s dann auch. Und ich bin vom äußeren Erscheinungsbild soundso nicht so auffälllig (auch wenn ich manchmal den Eindruck habe). Die Erfahrungen in der Richtung, wo es doch etwas bedrohlich wurde, waren Anfang 90er im Osten. Ja, voll Klischee, aber hier in Hamburg habe ich wirklich noch nie solche Angst ausgestanden.
honigsaum - 2007.02.03, 13:54

Der wilde Osten. Ich bin froh, dass Sie sich jetzt sicherer fühlen (und es wohl auch sind), wär doch zu schade!
C. Araxe - 2007.02.03, 14:21

Ich würde es trotzdem besser finden, wenn man sich überall sicherer fühlen könnte.
honigsaum - 2007.02.03, 14:29

Das Böse ist immer und überall.
Höchstens am Gefühl kann man vielleicht was machen...
C. Araxe - 2007.02.03, 14:42

An sogenannte „Nationalbefreite Zonen” möchte ich mich ganz gewiss nicht gewöhnen müssen.
honigsaum - 2007.02.03, 14:47

Du lieber Himmel. Gibts denn dort keine Polizei?
C. Araxe - 2007.02.03, 15:02

Die kann auch nicht überall sein.
(Manchmal will sie es vielleicht auch gar nicht.)
honigsaum - 2007.02.03, 15:37

Ich denke nicht, dass die was zu wollen hat. Allerdings kann sie wirklich nicht überall sein, vor allem nicht mit zu wenigen Leuten.
Zonen jeder Art will ich nie wieder haben!
C. Araxe - 2007.02.03, 16:00

Dass es bei der Polizei auch nicht immer korrekt zugeht, ist leider bekannt. Sicher mag das auf den Großteil nicht zutreffen. Am extremsten war für mich dieser Vorfall.
honigsaum - 2007.02.03, 16:03

Wenigstens ist noch nicht alles verloren, solange solche Fälle Aufsehen erregen.
C. Araxe - 2007.02.03, 16:08

Ich finde das schon ziemlich bitter, wenn solche Übergriffe auch noch juristisch unter den Teppich gekehrt werden.
honigsaum - 2007.02.04, 15:10

Klar, auf der Richterebene wirds dann wirklich übel, wenn eine Krähe der anderen kein Auge aushackt. In den USA werden ja Richter auf Zeit ernannt.
wvs - 2007.02.02, 23:40

Ist es nicht ....

so, daß 'Bequemheit' einen anderen Wortsinn hat als 'Bequemlichkeit'?

Bequemheit beschreibt doch wie es jemandem konveniert - wie es also ihrem/seinem Gutdünken entspricht: Beschreibung eines psychischen Zustandes ....

Wohingegen Bequemlichkeit beschreibt, welcher physische Komfort erreicht ist ....

C. Araxe - 2007.02.03, 00:12

Und wo ist da die Grenze? Wenn ich physisch keinen Raum finde, um es mir bequem zu machen, dann finde ich das sicher auch nicht psysisch. Aber ich weiß, was Sie meinen. Denkfaulheit ist nur ein Aspekt von Bequemheit. Aber es geht ja gar nicht darum, dass man lethargisch alles hinimmt. Aktive Bequemllichkeit bedarf eines hohen Maßes an Koordination, wenn man davon einen Nutzen haben will. Das trifft auf physische und gleichwohl psychische Aspekte zu.
wvs - 2007.02.03, 00:26

Ich wollte Ihnen ....

keinesfalls unterstellen, sie kennten den Unterschied nicht - mein Anliegen war, auf den möglicherweise unterschiedlichen Gebrauch des Wortes hinzuweisen.
Ganz abgesehen davon:
Wenn es (auch hier bei twoday) mehr Menschen gibt, die (z.B.) nicht zwischen "wieder" und "wider" unterscheiden können - wem nützt dann die Unterscheidung zwischen dem älteren und neueren Sprachgebrauch?
Gerade der Hinweis auf Unzulänglichkeiten birgt doch die Gefahr, daß 'Betroffene' sich zusammenrotten und von ihrer Unfähigkeit durch prollige Sprüche abzulenken suchen ....

* edit *
Sind Sie es nicht auch manchmal leid 'Perlen vor die Säue' zu werfen?
Ausschließlich 'smalltalk' kann doch nicht Selbst- oder Lebenszweck sein ....
C. Araxe - 2007.02.03, 14:18

Zu Ihrem * edit *:
Ach, das ist mir eigentlich egal, ob ich hier verstanden werde oder nicht. Und ich finde es auch nicht schlimm, wenn beispielsweise auf einen ernst gemeinten Beitrag meinerseits mit spaßigen Kommentaren reagiert wird. Dazu nehme ich das Bloggen nicht wichtig genug. Vor allem, weil ich immer wieder daran denken muss, dass über Blogs nur ein Bruchteil der bloggenden Person sichtbar wird. Ganz gleichgültig wie extrovertiert ein Blogger ist. Mit anderen Worten: es kann immer nur allenfalls ein Kratzen an der Oberfläche sein. Für wirklichen Tiefgang halte ich das Medium Bloggen nicht geeignet. Deswegen muss man sich aber nicht zwangsläufig auf der obersten Schicht der Oberfläche bewegen. Kann man aber. Das sollte jedem selbst überlassen bleiben.
  Vorsicht,
  bissige Bloggerin!

Cerberus

... nur keine Angst.
Inquisition

 




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