Sonntag, 19. Mai 2013

Liebe auf den ersten Ton

Es fällt schwer, musikalisch noch etwas wirklich Neues zu entdecken. Irgendwie war alles schon mal da. Das, was früher mal ein vollkommen neuer Musikstil war, ist nun schon seit längerer Zeit bestenfalls nur noch eine mehr oder weniger neuartige Verknüpfung von schon Vorhandenem – Crossover in der X. Generation. Oder die Stile, die es schon gibt und die man da und dort sehr mag, pumpen einem, wenn man Glück hat, so viel frisches Blut in die Ohren, dass es vollkommen egal ist, ob das nun Retro ist. Und es gibt da Blut, das voller Zorn ist. Zorn von jungen Frauen, die an den derer aus längst vergangenen Zeiten anknüpfen. Untrennbar verbunden mit der Musik aus dieser Zeit, der Zeit des Post-Punk. Allein stimmlich wird man bei Savages sofort an Siouxsie Sioux erinnert und schon reiht sich eine Referenz an die andere. Bauhaus ist da auch nur wieder eine erste Assoziation von vielen. Und dennoch ist es nicht so, dass man diese Frauenband aus London als Epigonen bezeichnen könnte. Die Kraft und Wut ihrer Musik (und Worte) ist so lebendig, dass es nur eine Zeit gibt, wo sie zu verorten ist. Und das ist im Hier und Jetzt. Also: Klappe halten und zuhören! („If the world shut up even for a while/ Perhaps we would start hearing the distant rhythm of an angry young tune - and recompose ourselves.") Das Zuhören fällt bei dem Debüt-Album „Silence Yourself” nicht schwer. Richtig schwer fällt mir dagegen, dass ich diese Band (erst einmal?) nicht live erleben kann.

NeonWilderness - 2013.05.19, 14:09

Erinnert optisch leicht an eine englische Pussy Riot. Bestimmt werden sie bald die Königin beleidigen, während sie sich nackt vor dem Buckingham Palace in Yorkshire Pudding wälzen, dann nach einem anschließenden Schauprozess auf die Falklands verbannt, wo sie gegen ihren veganen Willen ausschließlich mit argentinischem Hüftsteak zwangsernährt werden.

Ich hör aus Solidarität mal rein!

C. Araxe - 2013.05.19, 19:26

Davor sollen die vier aber noch nach Hamburg kommen und ein (oder zwei, drei ...) Konzert(e) geben.

Und was hat Ihnen Ihre Solidarität gebracht?
NeonWilderness - 2013.05.20, 15:32

Erinnert mich vom Klangtyp sehr an die frühe Patti Smith. Wenn die Savages-Sängerin ein paar mehr Töne treffen würde ('Flying to Berlin' oweia), wäre das der Post-Punk-Ära auch nicht abträglich, aber man kann sagen, sie sind live doch wenigstens sehr bemüht. Allerdings würden ich (und meine Ohren) eine Horses von Patti Smith jederzeit vorziehen. Reicht Ihnen das als Feedback? ;)
C. Araxe - 2013.05.20, 17:16

Und schon wieder ein Problem mit dem Alter bei Ihnen. *g* Wenn in Ihre Ohren nur Grandma-„Punk”-Musik (zugegeben: nicht die schlechteste) gelangt und kein frisches Blut, dann brauchen Sie sich auch nicht wundern, wenn man Ihr Infarktrisiko sehr hoch einschätzt.
NeonWilderness - 2013.05.21, 12:04

Irgendwann lernen Sie bestimmt auch noch, dass nicht alles, was neu ist auch unbedingt und zwangsläufig besser ist. Und dass es weder Grandma- noch Quietschie-Punk gibt, sondern eben nur guten oder schlechten. Am Ende zählen die Fakten - und ob Savages in 35 Jahren noch im Markt sind (so wie Patti Smith), bleibt dann doch noch abzuwarten.
C. Araxe - 2013.05.21, 18:47

Pfff, es ging doch nicht ums Bessersein. Und auch wenn etwas nur kurzzeitig existieren sollte, kann man deswegen noch lange nicht schlussfolgern, dass es deswegen nicht gut wäre.

Fakt ist auch, dass man den Manager der Savages wegen einem Konzert anquengeln kann und dann sogar so eine schöne Antwort bekommt: „we'll make sure we come thru next time.” Versuchen Sie das mal bei Patti Smith.
NeonWilderness - 2013.05.22, 15:16

Naja, wenn man mal exogene Einflüsse ausschließt (Sterben an Überdosis, Selbst-Kopfresektion mittels Gewehrschuss, Permatiefschlaf durch Propofol, etc), dann ist die Dauer der Marktpräsenz eines Künstlers für mich schon ein Zeichen für Erfolg und mithin Qualität, weil er offensichtlich über lange Zeitperioden stets eine hohe Nachfrage generieren und halten konnte, sich innovativ verändern und neu erfinden musste. Klar hat jeder seine Erfolgskurve, die irgendwann ausläuft. Bei vielen liegen Anfang und Ende nur sehr eng zusammen.

Wieviel Zeit hab ich bei Patti Smith?
C. Araxe - 2013.05.22, 19:51

Marktpräsenz und somit kommerzieller Erfolg ist für mich dennoch kein Qualitätskriterium, denn das heißt (meist) nichts anderes, als dass das eben massentauglich ist. Und das Masse nicht gleich Qualität ist, muss ja wohl nicht erläutert werden. Insbesondere Patti Smith möchte ich zwar keine Qualität absprechen, aber es gibt genug Musiker, die auch schon über 35 Jahre Musik machen, die allerdings kaum bis gar keine Marktpräsenz haben, weil das eben nicht so massenkompatibel ist (um auch mal nicht in die Ferne zu schweifen z. B. Asmus Tietchens).

35 Jahre 1, 2 Tage.
NeonWilderness - 2013.05.23, 12:19

Es wäre in der Tat verwegen, Masse gleich Qualität zu setzen. Ich schrieb ja auch von "Dauer der Marktpräsenz". Das hat mehr mit Persistenz, Beständigkeit, Kontinuität der eigenen Antriebskraft zu tun. Und sicher würde es Patti Smith gar nicht gerne hören, wenn man sie als "massentauglich" kategorisiert.

Jeder kann mit kalkulierbarem Einsatz seine 15-Minuten-Berühmtheit erlangen. Es gibt tausende One-Hit-Wonders. Aber die Kraft, die Ausdauer und den Anspruch einer jahrzehntelangen Präsenz zu zeigen, definiert letztlich die eigentliche innere Qualität (die mit Masse korrelieren kann, aber nicht muss).
C. Araxe - 2013.05.23, 12:51

Mit Qualität in sich könnten wir uns also einigen.
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