Donnerstag, 30. Mai 2013

Der lange Weg um wunschlos glücklich zu sein

Das Sprichwort „Kleine Kinder, kleine Sorgen – große Kinder, große Sorgen” trifft auf das kleine Monster eigentlich nicht zu; auch wenn das kleine Monster nicht mehr wirklich klein zu nennen ist. Bei ihm müsste es allerdings zutreffender heißen: „Kleine Monster, kleine Wünsche – große Monster, große Wünsche”. Tja, da muss es sich nun überlegen, welche Größe denn unbedingt erfüllt werden muss oder anders ausgedrückt, wie viele Geburtstage und Weihnachten schon zukünftig in Anspruch genommen werden sollen …
Mahakala - 2013.05.30, 20:09

Er will'n macbook. *g

C. Araxe - 2013.05.30, 20:16

Da die Regelungen im Gruselkabinett aber noch schlimmer als die AfA-Tabellen vom Bundesfinanzministerium sind, wird es sich wohl in niedrigere Wunschgefilde hinab begeben müssen. *g*
la-mamma - 2013.05.31, 11:26

äußerst nachvollziehbar;-) mein großes kleines monster ist leider schon bei den eigenewohnungseinrichtungswünschen angelangt ...

C. Araxe - 2013.05.31, 19:44

Oha – ein gefährliches Pflaster ... wenn ich mich da so an meine eigenen Wünsche bei der ersten Wohnung erinnere. Und nicht, weil die Wünsche pro forma nicht erfüllt wurden (O.K., so maßlos waren die auch nicht), sondern weil es da erhebliche Geschmacksdifferenzen gab. Anspruch muss ja nicht unbedingt etwas mit finanziellem Aufwand zu tun haben. Ich hoffe mal, dass Sie da so oder so nicht allzu große Probleme haben (werden).
joss - 2013.05.31, 19:14

Wie ich gerade so ins Erwachsenenalter schlidderte bekam ich aus einem suspekten Gemisch heraus Gelegenheit mir alle materiellen Wünsche erfüllen zu können. Das war vielleicht die befreienste Erfahrung, die mir je zuteil wurde.

C. Araxe - 2013.05.31, 20:04

Aufgewachsen bin ich zwar eher als verwöhntes Einzelkind und habe im Rahmen der Möglichkeiten (DDR halt + Westverwandte, die für DDR-Verhältnisse sehr großzügig waren) die meisten Wünsche erfüllt bekommen, aber mit der Wende und der Wiedervereinigung änderte sich das schlagartig. Und das war genau der Zeitpunkt, wo man von einem Beginn des „Erwachsenenalters” oder eben einem selbständigem Leben sprechen könnte. Und ich muss sagen, dass ich das im Nachhinein gar nicht so schlecht fand. Oder auch damals schon das Gefühl sehr schätzte, dass ich mir das alles selbst erarbeitet habe. Aber das ist ja nicht nur bei materiellen Sachen so. Dem, was einem in den Schoß fällt und nicht erkämpft wird, misst man ja doch meist nicht so eine Bedeutung bei.
joss - 2013.05.31, 21:24

Gerade das hat mich von meinen materiellen Bedürfnissen befreit, das in den Schoß fallen. Zu kämpfen gibt es eh genug, aber wenn es nach mir geht, würde man den Besitz durchweg um- und gleichverteilen, ich brauche einfach nichts mehr. Man sollte Tätig- um Glücklichzusein. Wenn ich dann aber auf die Lage des Planeten blicke... nicht einmal die Menschen des Westens sind ja zufrieden, und das meine ich, dass es da ein inneres Loch zu geben scheint, in das alles hinein verschwindet, anstatt dass man sieht und denkt und sagt "hey, mir gehts so gut, jetzt brauch ich nichts mehr, das sollen andere haben".
C. Araxe - 2013.06.01, 19:52

Man kann natürlich jeglichen Besitz in Frage stellen und sicher gibt es Glück jenseits von Besitz. Aber an eine funktionierende Gesellschaft, in der es keinen Privatbesitz gibt, glaube ich nicht. Ans Glück, das nicht mit Besitz zusammenhängt dagegen schon.
joss - 2013.06.04, 21:04

Um- und Gleichverteilen von Besitz ist nicht Verbesitzlosen, eigentlich logisch, sondern formuliert das Kernproblem der gesellschaftlichen Verteilungsgerechtigkeit mit der Direktive eines Gegensteuerns im Falle bestehender Ungleichverteilung, die nicht durch unmittelbaren Verdienst bedingt ist. Sondern z.B. durch Mehrwert heckenden Mehrwert. An der Frage scheidet sich für mich nach wie vor, wo man steht und wo man hin will. Einmal mehr schön mitzuerleben an einer Demonstration, die keine 1000 Meter weit kam. Genau hier muss man fragen, was denn da noch funktioniert in dieser Gesellschaft und was nicht mehr.
C. Araxe - 2013.06.05, 19:16

Schon klar, dass Umverteilung und Abschaffung von Privatbesitz nicht das Gleiche ist, aber konsequent weitergedacht wäre das die logische Fortsetzung. Die Erkenntnis, dass keine Verteilungsgerechtigkeit besteht, hatte ich eigentlich vorausgesetzt.
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