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Gehirnwäsche

Spät abends, wenn meine Augen trotz interessanter Lektüre müde geworden sind, also kurz bevor ich einschlafe, lasse ich mein Gehirn in das große mit Wasser gefüllte Glas auf meinem Nachtisch gleiten. Leise platscht es und treibt auf den Grund zu. Sprudelnd löst sich die hinzugegebene Reinigungstablette auf.

Am nächsten Morgen – gleich, wenn ich aufgewacht bin – nehme ich das gereinigte Gehirn wieder zu mir. Sauber ist es. Bar jeder Ablagerung. Ich werde den Tag beginnen, als sei es mein erster.

Nicht dass ich nun unbedingt etwas gegen schmutzige Gedanken hätte. Und es ist auch nicht so, dass alle Erfahrungen und Erinnerungen unnötiger Ballast wären. Ja, selbst die, über die man lieber nicht verfügen würde, können sehr hilfreich sein und haben letztendlich einen nicht unerheblichen Anteil an dem, was man ist. Aber manchmal wünscht man sich dann doch eine vollkommen unbeschwerte Leichtigkeit, die überhaupt keine Vergangenheit kennt. Eine absolute Reinheit.
gulogulo - 2008.06.19, 10:16

so, damit dieser kalauer abgearbeitet ist: sie meinen gebiss, oder? und nehmen sie doch lieber einen korkuntersetzer an stelle ihrer nachspeise als glasabstellplatz.

C. Araxe - 2008.06.19, 10:29

Es ist Ihnen wohl eher unbekannt, aber es gibt auch bissige Gedanken. Und bissige Kommentare. :·P
gulogulo - 2008.06.19, 10:36

also die bisschen gedanken in meinem kopf gebe ich jeden abend in ein stamperl auf meinem nachtkasterl. die sind wohl noch etwas feucht nicht ganz trocken.
C. Araxe - 2008.06.19, 10:39

Und dann?

(Ist das Stamperl mit einem geistigen Getränk gefüllt?)
theswiss - 2008.06.19, 10:19

Ich glaube, das machen noch einige so .. aber die vergessen dann das Wiedereinsetzen am Morgen ..

C. Araxe - 2008.06.19, 10:30

Das wird überhaupt dabei das Problem sein. Wie kann man ohne Gehirn daran denken?
caliente_in_berlin - 2008.06.19, 19:18

...und die verlorenen Erinnerungen...wenn Sie sich wundern wo Sie sind, wer das kleine Monster ist, wozu die vielen Leichen Särge im Keller sind...
C. Araxe - 2008.06.19, 20:12

Dann geht es mir bestimmt wie dem Heizungsableser, der heute beinahe nicht mehr aus dem Gruselkabinett herausgefunden hätte. Die Frage: „Wo bin ich hier?” war ihm förmlich ins Gesicht geschrieben und die Frage: „Wie komme ich hier wieder raus?”, verließ dann auch seinen Mund.
schlepp - 2008.06.19, 21:37

Eternal Sunshine of a Spotless Mind?

Haben Sie den Film gesehen? Dann wissen Sie ja wohin sowas führen kann.

C. Araxe - 2008.06.20, 09:27

Oh ... Sie meinen, ich würde so oder so immer einen Haufen Leichen im Keller haben?
schlepp - 2008.06.22, 20:24

An die sie sich dann aber nicht mehr erinnern könnten. Sollte dann doch mal eine auftauchen, würden sie sich nur furchtbar erschrecken.
C. Araxe - 2008.06.23, 09:45

Man kann sich aber auch furchtbar über Leichen im Keller erschrecken, wenn man von ihrer Existenz weiß.

Ich glaube, ich sollte mal den ganzen Keller abfackeln.