... aber dem kleinen Monster. Dem träumte nämlich, dass ich von einer AKN-Bahn hypnotisiert wurde. Unter Einwirkung dieser Hypnose wollte ich unbedingt nach Henstedt-Ulzburg umziehen. Ausgerechnet nach diesem Vorort der synonym für höchste Ödnis steht (im Geburtsvorbereitungskurs wollte eine Teilnehmerin, die daher stammte, ihr Kind unbedingt woanders zur Welt bringen, damit es nicht durch diesen Geburtsort zu ewiger Schmach verurteilt ist). Ich setzte mich auch sofort in die nächste AKN-Bahn und fuhr hin. Das kleine Monster kam nur noch gerade so hinterher, indem es sich an den Zug ranhängte. Unterwegs nahm ich auch gleich einen Wohnungstausch vor, so dass wir sofort einziehen konnten. Das kleine Monster fand, es sei eine absolute Bruchbude – ich hingegen war total begeistert. Nachdem dieser Albtraum immer mehr ausartete, kam dem kleinen Monster schließlich die rettende Idee – ein Anruf brachte die Erlösung. Als der Angerufene schließlich erschien und ich ihn sah, wurde ich sofort enthypnotisiert.
Puh ... zum Glück habe ich das nicht geträumt. Von dem Enthypnotiseur lasse ich mich im Wachzustand allerdings lieber hypnotisieren.
C. Araxe - 2009.11.27, 18:45
An jenem Ort, an dem ich eine virtuelle Existenz führe, die so ganz anders ist zu den bisher bekannten. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass ich morgen (ha! heute ...) tot sein werde. Immerhin ein sehr schöner Tod. Denn diesen Abend, diese Nacht habe ich mich sehr lebendig gefühlt. Eines der Konzerte, die man wegen ihrer Intensität nicht missen möchte. Und es ist ja nun auch egal, ob man nur zu wenig Schlaf hat oder (mal) noch etwas weniger. Was da heute geboten wurde, war ein einziger (Noise-)Rausch. Ohne Pause dröhnten die Feedbacks in den nächsten Song voller Energie. Wer sich von den älteren Semestern gern an My Bloody Valentine oder Jesus And The Mary Chain zurückerinnert, wird eine ungefähre Ahnung haben. Das alles aber noch x-fach aufgeladen. Mit einer Kraft, die mich momentan nicht an Schlaf denken lässt (was sicher besser wäre).
A Place To Bury Strangers sollte man sich auf jeden Fall mal angesehen haben, wenn man noch nicht tot ist. Und so ein
paar Geräusche werde ich nun bestimmt noch länger in den Ohren haben.

C. Araxe - 2009.11.25, 01:17
Als wenn es nicht reichen würde, dass ich die nächsten vierzehn Tage früh (also sehr früh!) aufstehen muss – auch der Lebensfaden zu virtuellen Welten ist mehr oder weniger gekappt. Und dabei muss ich auch noch aufpassen, dass ich nicht zu schnell zu weit gehe, sonst bin ich morgen oder übermorgen mit dem Projekt fertig, für das ich zwei Wochen Zeit habe und Langeweile wird sich in gähnender Vollkommenheit ausbreiten.
C. Araxe - 2009.11.23, 16:24
Nicht nur, dass die Katakomben nicht zugänglich waren, auch die Pforten des Père Lachaise wurden geschlossen. Dabei hatte ich gerade eine schöne Bleibe gefunden. Ich vermute zwar, dass der Friedhof am nächsten Tag wieder geöffnet wurde, aber als Unterkunft war dann doch etwas anderes in unmittelbarer Nähe aufgesucht worden. Ich fühlte mich gleich wie
zu Hause in einem Film von David Lynch. Die Umgebung erwies sich nicht nur wegen der Friedhofsnähe als vortrefflich – es liess sich auch ansonsten sehr viel entdecken. „Ess mich!” rufendes Fingerfood in Asialäden an jeder Ecke, Gothic-Zeug u.a. in der Rue Keller, das Schwulenviertel mit regem Treiben, unzählige sehr interessante Galerien, das jüdisches Viertel mit viel Leckerem, ein ausgeprägtes Nachtleben – besonders in der Rue de Lappe. Und, und, und – Le Marais und Bastille haben so viel zu bieten, dass sich allein das Ansehen dieser Gegend lohnt. Aber in Paris gibt es ja noch viel mehr anzuschauen. Nach den endlosen Stufen zur Sacré-Cœur wurden allerdings keine Höhen mehr erklommen – der Eiffelturm sieht auch von unten schön aus und Notre-Dame ist ebenerdig mindestens ebenso beeindruckend. Vom Marché aux Puces de Paris-Saint-Ouen war ich etwas enttäuscht, auch wenn der Flohmarkt nicht uninteressant war. Dass man in Paris direkt in Afrika sein kann, war hingegen auch ein besonderes Erlebnis. Das Centre Pompidou hatte zu meinem Entzücken gerade eine Sonderausstellung: La Subversion des Images – surréalisme, photographie, film. In den knappen 5 Tagen gab es jedenfalls auch ohne die Katakomben eine unendliche Fülle an Sehenswertem. Mal sehen, ob ich nächstes Wochenende oder so wieder hinfliege – auch wenn es mich etwas abgeschreckt hat, dass ich auf dem Rückflug als Terrorist enttarnt wurde.
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C. Araxe - 2009.11.18, 14:11
Die Katakomben sind wegen Vandalismus bis Ende 2009 geschlossen ...
C. Araxe - 2009.11.11, 18:37
Das sind ja ziemlich benebelte Welten, die sich da auftun für jemanden, der keine Betäubung beim Zahnarzt kennt und in dessen Hausapotheke Aspirin Fremdkörper wären. So halbwegs schmerzbefreit denkt man darüber nach, ob es nicht doch besser wäre, in das Reich des Schmerzes zurückzukehren, weil dort auch die nicht minder messerscharfe Klarheit herrscht.
C. Araxe - 2009.11.11, 14:59
Wer behauptet, dass das Hamburger Publikum nur lahm in der Gegend rumstehen kann und kaum begeisterungsfähig ist, wäre gestern Abend eines Besseren belehrt worden. Und wenn ich bisher gedacht habe, dass ein paar Bier bei mir eigentlich keine große Wirkung haben, so habe ich mich auch geirrt. Ein Abend mit Seltenheitswert – in jeder Hinsicht.
C. Araxe - 2009.11.07, 15:33
Das kleine Monster grippt, aber nicht schlimm.
Schlimm ist nur, dass kein Test gemacht wurde. Das würde mich nämlich schon sehr interessieren, ob es nun Schweinegrippe ist oder nicht.
C. Araxe - 2009.11.05, 12:41
Nun rückt der Zeitpunkt, an dem ich eines der schönsten Geburtstagsgeschenke in Anspruch nehmen werde, immer näher. Weit davon entfernt, das alles durchzuplanen, würde ich mich aber dennoch über Anregungen freuen. Wer also dem Gruselkabinett entsprechend spezifische Tipps für Paris hat (oder einfach alles, was ansonsten empfehlenswert und nicht auf der ersten Seite eines Reiseführers nachzulesen ist), möge mir diese hier bitte gern mitteilen. Als Dank wird sicher der eine oder andere Hühnerfuß bereit gehalten.
C. Araxe - 2009.11.03, 09:56
Das Gruselkabinett wird mit Spinnweben verhangen, der geschnitzte Kürbis flackert böse grinsend vor sich hin. Wenn es an der Tür läutet, wird Süßes oder Saures begehrt. Ebenso Salziges oder Scharfes. Die auf einem Teller gestapelten Finger werden voller Gier erwartet, aber auch die Spinnen auf dem Teller daneben werden nicht verschmäht werden ... Mit anderen Worten: es ist mal wieder so weit – der unheimlichste Tag des Jahres ist genau heute.
C. Araxe - 2009.10.30, 09:58
Und noch einen. Und noch einen. Und ...
Über solche Geschenke freue ich mich natürlich. Dabei habe ich noch nicht mal Geburtstag.
C. Araxe - 2009.10.27, 10:49
Mir träumte, ich wäre an einem breiten Strom irgendwo tief im Süden. Der Himmel war grau, von Wolken schwer. Kalt wehte der Wind und stetig fiel der Regen hernieder. Im Vorübergehen meinte jemand, dass sich der Fluss an der Elbe angesteckt hätte.
C. Araxe - 2009.10.23, 11:10
Kurz vor Mitternacht auf dem Heimweg von einem kleinen, feinen Konzert voller Süße beim Vorüberfahren am Hauptbahnhof daran denken, auszusteigen und den nächstbesten Zug irgendwohin zu nehmen. Allen Ballast, den man so im Leben angesammelt hat, einfach auf dem Bahnsteig zurückzulassen und sich ins Unbekannte zu stürzen. Hin zu einer endlosen Weite, von der man sich Freiheit erhofft. Es sind nicht nur die kleinen Sicherheiten und die mehr oder weniger großen Verpflichtungen, die einen sitzen und heimwärts fahren lassen, sondern vor allem die gnadenlose Gewissheit, dass man sein Gepäck immer bei sich hat, auch wenn man es gar nicht gepackt hat. Dennoch kommt da dann und wann diese Sehnsucht auf, die nur Bahnhöfe und noch viel mehr Häfen füttern. Versprechen die Gleise schon eine unfassbare Weite, so lockt das Wasser mit Unendlichkeit.
C. Araxe - 2009.10.23, 01:16
Österreich / Deutschland / Frankreich / Italien, 2009
Regie: Michael Haneke
Darsteller: Christian Friedel, Leonie Benesch, Ulrich Tukur, Ursina Lardi,
Burghart Klaußner
Das weiße Band – ein Zeichen für Unschuld und Tugend, die diese Kinder längst verloren haben und die ihnen erst recht nicht wieder eingeprügelt werden kann. Sie wachsen unter äußerst autoritären Bedingungen (als Erziehung mag man so etwas heutzutage gar nicht mehr bezeichnen) und voller Brutalität in einem protestantischen Dorf in Norddeutschland in Zeiten kurz vorm Ersten Weltkrieg heran. Und mit ihnen wächst im Verborgenen etwas anderes. Wer Grausamkeit sät, wird noch mehr Gewalt ernten. Wenn man in die Augen dieser Kinder blickt, so ahnt man, dass die Misshandlungen früher oder später ihre Folgen haben werden. Diese Blicke vergisst man nicht so schnell – ebenso wie den ganzen Film nicht, der in seinen stillen Schwarzweißbildern keinesfalls ruhig sondern unsagbar erdrückend wirkt.
Official Site
Trailer (2)
C. Araxe - 2009.10.21, 11:44