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Montag, 27. Februar 2006

Bei den Verrückten

"Du bist verrückt, mein Kind,
du musst nach Berlin.
Wo die Verrückten sind,
da jehörste hin."

Ein wunderschönes Wochenende in Berlin liegt nun leider schon wieder hinter mir. Zunächst gab es mit dem Finden einige Probleme. Erst war es zu voll, nämlich bei der Ankunft, wo uns unser Empfangskomitee ( Frau Jette und ihr Mini-Monster) irgendwo auf dem überfüllten Bahnsteig erwartete. Dann war es zu leer, und zwar im Kopf als wir auf der Suche nach einem bestimmten Café waren. Mein Erinnerungsvermögen war zumindest schon mal weitaus besser. Aber schließlich kamen die kleinen Monster doch zu ihrer Kakao-Orgie.

Und wir kamen zum gepflegten Wort- und Geschenkeaustausch. Frau Jette wusste ebenfalls vorzüglich meinen Geschmack [sic!] zu treffen. Obwohl wir länger in Berlin waren, blieb es leider nur bei diesem einen Treffen, da Frau Jette anschließend die Nase voll hatte. *g*

Beobachtungen am Straßenrand: Das kleine Monster fand die Sprüche auf den Mülleimern nicht so interessant, in Hamburg gibt es ja seit einiger Zeit mehr oder weniger originelle, aber immerhin waren die Mülleimer halbwegs leer und der psychotherapeutische Ansatz ("Wenn Sie etwas loswerden wollen") ist ja auch nicht zu verachten.

Zu sehen gab es wieder unheimlich viel. Etwas enttäuscht war ich allerdings, was meine Vorfreude vom letzten Besuch betrifft, da die Anschaungsobjekte wieder sehr, nun ja, überschaubar waren. Als kleinen Trost habe ich dann "freddy 2 times" von Elizabeth McGrath adoptiert. Weitaus mehr Augenfutter gab es in der Zozoville Galerie von Johan Potma und Mateo. Sehr schön war auch, dass man Johan bei der Erschaffung neuer Werke zusehen konnte. Zwar keine Originale, aber wenigstens ein paar Drucke wurden für das Gruselkabinett erworben, wobei natürlich besonders das letzte Bild nicht passender sein kann:

(Anklicken für Großansicht)






Allzu lange konnten wir dort leider nicht verweilen, da wir in unserem Quartier mit dem auch sehr netten Froschmann verabredet waren. Trotz der TausendenMillionen von Fröschen, die die Wohnung bevölkerten, war dort noch Platz zum Übernachten für uns. Mit Blick auf Spree und Mauer, sowie Hahnenschrei im Hinterhof.

Anschließend waren wir den Rest des Tages noch unterwegs, ebenso wie am folgenden Tag. Nicht daran denkend, dass die Berliner und Berlinbesucher immer sehr an Ausstellungen interessiert sind, sahen wir uns mit einer 1 km langen Schlange konfrontiert. So schlimm war das allerdings nicht. Immerhin habe ich schon mal über 5 Stunden vor einem Museum angestanden und auch beim kleinen Monster zeigten sich Ostgene, bei denen Schlangestehen fest verankert ist. Richtig schlimm war aber, dass der Berliner Karnevalszug dort ebenfalls in der Nähe wartete, vor allem für die Ohren. Es hat sich aber gelohnt, bei dem, was wir dann zu sehen bekamen. Sehr fasziniert war das kleine Monster von dem Jupiterquadrat bei Dürers "Melencolia", nicht anders zu erwarten, wenn man weiß, dass es momentan mit Vorliebe Sudokus macht.

Wir wären sehr gerne noch in Berlin geblieben, frei nach diesem Motto, aber dann mussten wir uns schließlich doch auf den Heimweg begeben. Leichter gesagt als getan... Auf dem Hinweg grübelte ich schon über die Logik der Bahn nach, als mitgeteilt wurde, dass der Halt Ostbahnhof entfällt und es dafür einen Halt in Spandau gibt. Auf dem Rückweg hielt der Zug dann nicht mal Bahnhof Zoo (müssen die eigentlich immer sooo viel bauen in Berlin?), dafür in Nauen, wohin man leicht hinkommt, aber nicht so leicht wieder weg. Hm ja, also Nauen ist wirklich nicht spannend. Auch nicht, wenn man ganz viel Zeit hat, um mit aller Muße die Umgebung des Bahnhofs zu betrachten, da der Zug auch noch Verspätung hatte. Und kalt war's dort. Sehr kalt. Im Zusammenhang mit der spärlichen Beleuchtung konnte man aber dadurch wunderbar den Nachthimmel beobachten, so dass ich dem kleinen Monster sehr gut einige Sternbilder zeigen konnte. Irgendwann waren wir dann auch wieder im Gruselkabinett ...