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Freitag, 12. August 2011

Ein Schauermärchen

Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit – genau genommen ist diese Zeit noch gar nicht der Vergangenheit angehörig –, da lebte jemand missmutig von Tag zu Tag. Auch des nächtens zeigte er sich meist tief betrübt. Nur ganz selten brachte er den Menschen ein Strahlen entgegen. Warmes Entgegenkommen war bei ihm kaum anzutreffen, stattdessen war da nur eine kühle Reserviertheit. Er hatte einfach keine Lust, den Erwartungen, die man an ihn hatte, zu entsprechen. Vielmehr beneidete er seine Brüder. Seinen Jüngeren, dem man seine Sprunghaftigkeit nicht übelnahm. Seine beiden Älteren, von denen man bei dem einen allenfalls etwas Milde erwartete und beim anderen oft schon mit dessen Grimmigkeit rechnete. Aber er, er sollte sich immer von seiner besten Seite zeigen. Ihm nahm man es sofort übel, wenn er es nicht tat. Diese ständige Erwartungshaltung hatte ihn zutiefst erschöpft. Keiner konnte nachvollziehen, was für Stress diese andauernde Überbelastung bedeutete. Zunehmend war es ihm gleichgültig geworden und so zog er sich immer weiter zurück. Viele zweifelten inzwischen gar an seiner Existenz, was seine Demotivation nur verstärkte. Sehr oft weinte er – mal still und leise, aber viel häufiger vollkommen hemmungslos. So wie die Menschen um ihn herum spürte er, dass das so mit ihm nichts mehr werden würde. Diese Erkenntnis führte bei ihm zu noch mehr Hoffnungslosigkeit. Und wenn er nicht gestorben ist, dann lebt dieser Sommer noch heute.