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Samstag, 10. November 2012

Voll auf dem Mondtrip

Beinahe hätte es zum Geburtstag eine Platte von Moon Duo gegeben und das ohne zu wissen, dass ich die Band erst kurz vorher bei der Ausschau nach interessanten Konzerten entdeckt habe (jaja, hätte ich auch schon früher haben können, aber zum Glück ist spät nicht automatisch zu spät). Eben jenes Konzert hat sich nun sehr gelohnt. Der psychedelische Rock oder vielmals mehr auch Pop ist bestens geeignet um weite Reisen zu unternehmen, denn die monotonen Wiederholungen erzeugen einen hypnotischen Rausch, dem man sich nur schwer entziehen kann. Ein orgelndes Keyboard, eine verzerrte Gitarre, minimale Beats vom Drumcomputer und verhallter Gesang – mehr braucht es dazu nicht. Und es moont und moont und moont. Die Bühne war dabei recht dunkel gehalten mit großflächiger Projektion von wabernden meist psychedelischen Mustern, einzig die Schatten an der Wand waren gut erkennbar. Und das waren nicht nur die beiden von Moon Duo, sondern auch die einiger Zuschauer. Irgendwann entwickelten sich wilde Schattenspiele, die durchaus ebenfalls Unterhaltungswert hatten, auch wenn die Musik ganz klar faszinierender war. Und ich finde, dass diese nicht nur bei den Bands aus den Sixties zu verorten ist – ich habe da gleich auch nicht ganz so alte Musik in den Ohren, die ihren Schwerpunkt nicht in den 60er Jahren hat, wenn es da auch manchmal leichte Referenzen gibt, so wie z. B. „Crystal" von New Order.

Die Vorband war indes auch nicht uninteressant. Und das nicht nur, weil sie sich etwas besser zum Fotografieren eignete.



Sondern weil Camera schon ausreichend gehypt wurde sich schon vorab einen Ruf erspielt haben. Dies allerdings weniger in Konzertsälen, denn bekannt sind sie durch ihre Guerilla-Konzerte, mit denen sie anscheinend schon ganz Berlin (oder zumindest alle U-Bahn-Stationen) unsicher gemacht haben. Der Krautrock von dem Trio war jedenfalls bestens als Einstiegsdroge geeignet, zumal ihre Trips dem Genre entsprechend auch länger waren.