Alien
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Montag, 13. Dezember 2010

Ihr Kinderlein kommet

Es jubelt nur kein Engelschor, denn nicht alles, was Flügel hat, gehört zur Engelsschar, mitunter sind es einfach nur Schwäne. Aber nicht irgendwelche, sondern eben jene, die Schwäne so umschreiben: „Swans are these beautiful animals, who are in reality completely obnoxious. They’re hateful things.” Und die Gaben, die sie darreichten, waren voller Dunkelheit und vor allem laut. Sehr laut, um genau zu sein. Aber das Publikum nahm dies größtenteils dankend an, so dass auch ihm wiederum gedankt wurde mit einem „Dankesehr liebe Kinder!” Auch wenn die Swans keine Jungspunde mehr sind, so waren die Konzertbesucher teilweise auch nicht mehr so jung. Nichtsdestotrotz wurde da über ca. zwei Stunden so viel Energie geboten, die manche Kiddieband neidisch machen dürfte. Am meisten beschäftigt mich nun allerdings die Frage, warum ich die Swans früher, wo sie mich egentlich noch viel mehr hätten interssieren müssen, so wenig beachtet habe. Immerhin stehe ich nicht allein mit dieser Frage da. Und auch nicht mit der Meinung, dass das ein Konzert war, das man nicht missen möchte. Auch wenn es sehr laut war. Oder vielleicht gerade deswegen.

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Ein Einhundertelftel des Bösen

Die 666 werde ich wohl nie erreichen. Nicht, dass ich befürchten würde, dass ich nicht noch so lange leben werde. Als Untote ist das kein Problem und Blut bekomme ich auch immer irgendwie organisiert. Aber ich schätze mal, dass es dann keine Blogs mehr geben wird. Da kommen einem 6 Jahre verschwindend gering vor. Den Lesern und Kommentatoren des Gruselkabinetts mögen diese Jahre hingegen quälend lang erscheinen. Von daher besonderen Dank dafür, dass das Grauen hier so lange ausgehalten wurde und hoffentlich auch weiterhin ausgehalten wird.

Dienstag, 7. Dezember 2010

Die lieben neuen Kollegen, letzter Teil

Aus gegebenen Anlass werde ich diese Rubrik beenden. Es nähert sich nämlich das Ende der Probezeit.

Samstag, 4. Dezember 2010

Filmabend zum Kotzen

Das hatte ich mir doch etwas anders vorgestellt. Immerhin betraf es mich nicht persönlich. Und auch nicht das kleine Monster. Sonst würde ich womöglich reimen. Allerdings weniger melancholisch als der Herr Neon. Und dabei sollte es beinahe noch eine international verknüpfte Filmvorführung werden mit Liveübertragung nach New York. Der Versuch eines Anfangs der schon jahrelang mit einem Freund angedachten Planung eines Auflebens subkultureller Salonabende – aus Mangel an Interessenten für so krankes Zeug eben auch über Ozeane hinweg. Das erbrach sich nun zumindest heute alles auseinander bzw. auf alles in Brechweite.

Freitag, 3. Dezember 2010

Die lieben neuen Kollegen, Teil 8

„Wenn ich Sie sehe, bekomme ich immer eine Gänsehaut.”

Und dann war da noch der Personalreferent, der fragte, ob ich ihn entlasse.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Generationsproblem?

Muss ich mir eigentlich Gedanken machen, wenn das kleine Monster mir Kinderschokolade in den Adventskalender packt?

Montag, 29. November 2010

Wetterwarnung

Wieso ist eigentlich schon wieder Sibirien? Wenn dieser Winter wieder so wie der letzte wird, dann möchte ich aber auch einen richtigen Sommer. Also, Wetter ... ich warne dich! Wenn das nicht geht, dann gibt’s nämlich sofort eine Reklamation.

Freitag, 26. November 2010

Es gibt immer einen Grund

... um die Daumenschrauben anzuwenden.



Wenn Besuch bei mir anfängt zu schreien, werte ich das ja immer als ein Zeichen für Wohlbefinden. Ich muss zwar zugeben, dass ich da mitunter etwas nachhelfe, aber ein bisschen kann man ja auch etwas für seine Gäste tun. Und wenn sich jemand erneut ins Gruselkabinett traut, dann nehme ich an, dass alles erlaubt ist. Diesmal wurden dann nicht nur die Fellmonster auf Frau Momoseven losgelassen, sondern auch das kleine Monster. (Das nicht mehr ganz so kleine Monster.) Selbst schuld kann ich da nur sagen.

Montag, 22. November 2010

Akustisches Wohlgefallen

Über die Jahre hinweg wurde oft genug über zu wenig Abwechslung geklagt, wenn man am Wochenende die Nächte erobern will und dann stellt man fest, dass es da seit geraumer Zeit zu Entartungen kommt, die gar lieblich die Ohren bluten lassen. Sehr nette Freizeitgestaltung.

Samstag, 20. November 2010

Halb obdachlos

Da wurde doch glatt ein Teil des Gruselkabinetts weggepixelt. Hängt bestimmt mit dieser sogenannten inneren Sicherheit zusammen.

Donnerstag, 18. November 2010

Die lieben neuen Kollegen, Teil 7

Noch immer sitzen meine Chefin und ich nicht zusammen in einem Raum (was nicht an mir liegt – ehrlich –, aber sehr zu meinem Vorteil ist, da ich dadurch auch noch eine sehr gute Keksversorgung habe), aber schon gibt es Zweifel an meiner Arbeitsweise. Skeptisch fragte sie nämlich, ob sich meine Bondageausführungen jemals wieder lösen lassen.

Freitag, 12. November 2010

Endstation im Nirgendwo

Vom Vergessen zunehmend überwuchert fährt von diesem Bahnsteig kein Zug mehr.




Nie eilte ein Fahrgast diese Treppen hinauf. Hier hat Zeit keine Bedeutung.




Alle Brücken wurden abgebrochen. Es führt kein Weg zurück.




Die Eingänge sind zugemauert. Nur mit Schlüssel ist der Zugang möglich.




Hinter verschlossenen Türen überwintern Geschöpfe der Dunkelheit.




Manchmal kann die Vergangenheit sehr gegenwärtig sein. Sichtbar in zäher Beharrlichkeit, auch wenn die Spuren des Zerfalls nicht zu übersehen sind. Bis irgendwann das Vergessen alles wie eine Schneedecke einhüllt. Rein und weiß, als wäre nie irgendetwas gewesen.

Katholischer Elchtest

Unter den Mitbewohnern des kleinen Monsters weilt auch so ein Elch. Als eine Lehrerin meinte, dass sie ein Elch knutscht, hatte das kleine Monster die glorreiche Idee, dies am folgenden Tag real umzusetzen. Die Reaktion erstaunte mich dann etwas, statt einer Ermahnung, dass Elche nichts in der Schule zu suchen haben, war die Lehrerin sehr begeistert. So sehr, dass sie den Elch in der nächsten Woche taufen wollte. Als mir das kleine Monster dies erzählte, musste ich unweigerlich sofort feststellen, dass dies doch eigentlich sehr blasphemisch wäre. Segnen würde ja noch gehen, aber taufen? Zu der Taufe kommt es nun nicht, nachdem das kleine Monster von meinen Überlegungen erzählt hat. Es vergaß allerdings zu erwähnen, dass ich selbst ungetauft bin. Nun gelte ich wahrscheinlich als die erzkatholische Mutter oder so.