Montag, 18. Mai 2015

Bei Mamma

Gleich bei der Ankunft am Flughafen gab es gratis Wasser, dass wir bei um die 30 °C dankend annahmen. Dass diese freundliche Willkommensgeste den Anfang einer Sucht symbolisierte, ahnten wir da noch nicht. Denn all die zahlreichen großen und kleinen Brunnen in Rom sind nicht nur nett anzusehen, sondern spenden vor allem ein Wasser, dessen köstlicher Geschmack süchtig macht. (Sehr bald muss nun also ein Aquädukt von Rom zum Gruselkabinett gebaut werden.)

Die Tage gingen wieder einmal viel zu schnell vorbei, vollgepackt mit massig Eindrücken. Beeindruckendes gibt es jedenfalls mehr als genug zu sehen – egal wie viel Zeit man hätte. Im Historischen Zentrum kann man eigentlich keinen Schritt gehen, ohne etwas Sehenswertes zu sichten. All der Prunk, der vor allem in der Antike und im Barock hier angesammelt wurde, wirkt sowohl überwältigend, als auch in seiner Masse schnell übersättigend. Den Overkill kann man sich dann leicht in den Vatikanischen Museen holen. Zu viel Süßes sollte man ja nicht auf einmal essen, wenn einem nicht schlecht werden soll und so war von vornherein ein Tag am Mittelmeer eingeplant. Zudem eine wohltuende Ruhepause für unsere wundgelaufenen Füße. Das Wasser war schon erstaunlich warm, so dass ich nicht nur viel Zeit am Wasser, sondern auch im Wasser verbrachte.

Neben der Übermacht des Bombastischen, soll Rom ja auch für seine Hektik bekannt sein. So schlimm fand ich als Großstadtmensch das gar nicht (bzw. auch nicht hektischer als in vielen anderen Städten) – nichtsdestotrotz haben wir uns sofort in Trastevere verliebt. Ein Stadtteil, der mit seinen kleinen Gassen zwar fast schon romantisch-kitschig wirkt und schon lange kein Geheimtipp mehr ist, aber dessen Charme man einfach nicht widerstehen kann. Und gerade des Abends lockt hierher nicht nur die besondere Atmosphäre, sondern auch das sehr gute Essen. Kulinarische Entdeckungen habe ich allerdings nicht groß gemacht.

Die für Rom typischen Gerichte mit Innereien sind nicht so mein Fall – Trippa alla romana (Pansen) habe ich zumindest probiert (und dabei bleibt es wohl auch). Ebenfalls typisch für Rom sind Möwen, genauer gesagt Mittelmeermöwen (Larus michahellis). Sie sind überall und können äußerst penetrant sein – genau wie die Selfiestickverkäufer. Sehr (an)genehm waren hingegen die Katzen auf dem nichtkatholischen Friedhof, auf dem beispielsweise John Keats oder Percy Bysshe Shelley beerdigt wurden und der sehr idyllisch das Auge erfreut.

Eine noch größere Freude für’s gruselkabinettsche Auge war jedoch die Kapuzinergruft, deren Knochen mindestens genauso kunstvoll wie im Sedletz-Ossarium in Kostnice drapiert wurden. Viel für’s Auge bot ebenfalls die Wohnung unserer Unterkunft – das ging allerdings inhaberbedingt eher ins Rosa-Trashige. Alles in allem war es sehr schön und ich hätte nichts dagegen, wenn das mit der Münze trotz Restauration des Trevi-Brunnens klappen würde.



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C. Araxe - 2015.05.18, 20:15
























































zuckerwattewolkenmond - 2015.05.20, 13:21

Klingt

wirklich nach schönen und interessanten Tagen. Aber am neugierigsten hat mich das römische Wasser gemacht. Falls ich mal dorthin fahre, dann nur, um es persönlich zu testen. ;o)
C. Araxe - 2015.05.20, 17:45

Lohnt sich! ;·)

Hier gibt es eine Karte mit allen Brunnen. (Also den kleinen, Nasoni genannten.)
iGing - 2015.05.20, 20:03

Dem kann ich nur zustimmen, ich habe es auch grade kennengelernt, das römische Wasser ... einfach köstlich!
NeonWilderness - 2015.05.27, 17:42

Schöne Bilder ham'Se gemacht, Frau Araxe! Können Sie das mal etwas präziser beschreiben, warum das römische Wasser so besonders schmeckt!? Und wonach. Und ob das auch gesund ist.

C. Araxe - 2015.05.27, 19:07

Leicht süßlich, also etwas nach Blut, nur wässriger. Und „gesund” ist ja relativ. In übliches Mengen genossen ist es jedenfalls nicht ungesund.
caliente_in_berlin - 2015.06.11, 14:06

Wow, was fuer gelungene Fotos!

C. Araxe - 2015.06.12, 09:45

Schöne Stadt = schöne Fotos. :∙)
  Vorsicht,
  bissige Bloggerin!

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Gehenna

Offene Wunden

Fotos! *g*
Fotos! *g*
C. Araxe - 2018.02.22, 18:58
So etwas gibt es hier...
So etwas gibt es hier auch, allerdings nicht als Gourmetküche...
C. Araxe - 2018.02.22, 18:57
Yes, they are. Und so...
Yes, they are. Und so suess die zwei.
caliente_in_berlin - 2018.02.22, 14:03
sehr verdient! ich fand...
sehr verdient! ich fand den kommentar auch mit abstand...
la-mamma - 2018.02.21, 22:24
Merci, meine Inspiration...
Merci, meine Inspiration kam unter anderem von einem...
das bee - 2018.02.21, 19:50
Mehr denn je muss ich...
Mehr denn je muss ich meinen Azubi übrigens wohl...
C. Araxe - 2018.02.21, 18:09
Das goldene Freitagsdingens...
… geht an das bee! Quasi unausweichlich, da...
C. Araxe - 2018.02.21, 17:59

Einmal Prinzessin
Einmal Prinzessin
bebal - 2018.02.21, 11:08
Freitagsgemetzel
Zu der mehr oder wenigeren Frühzeit des Bloggens...
C. Araxe - 2018.02.19, 19:45

Inzwischen wurde ein...
Inzwischen wurde ein AEK gegründet. Trotz Gleitzeit...
C. Araxe - 2018.02.19, 19:34
Ah, schön mal wieder...
Ah, schön mal wieder etwas von Ihnen zu lesen....
C. Araxe - 2018.02.19, 18:43
Genau! Deshalb habe ich...
Genau! Deshalb habe ich neben meinen Zwillingsmädels...
caliente_in_berlin - 2018.02.19, 16:22
Leichenhalle

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Verwesungsstadium

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