Sonntag, 16. September 2012

Konsequent antidigital, aber voll elektronisch

Metamono macht nicht nur einfach elektronische Musik mit analogen Mitteln, sondern hat dazu auch noch ein Manifest verfasst. Einschränkung, um die Phantasie zu befreien. Kein Mikrofon, keinerlei digitale Klangerzeugung, Tonbearbeitung oder Sampling, keine Overdubs und Remixe und auch keine mechanische Tonerzeugung. Zudem stehen alle Klänge ständig allen Musikern auf der Welt zur Verfügung. Die Liebe zum Analogen setzt sich in der Konservierung dieser Musik fort: es gibt nur Vinyl und Tapes, die zudem auch noch aus alten Tapes recycelt werden (dazu gibt es extra eine Firma, die alte Tapes maßgeschneidert mit neuen Magnetbändern bestückt). Live kommt das alles mit sehr viel Charme daher, der nicht nur von den warmen Klängen durch analoge Erzeugung herrührt, sondern auch sehr viel mit der Bühnenpräsenz dieses britischen Trios zu tun hat. Man merkt ebenfalls, dass dahinter teilweise sehr viel praktische als auch theoretische Musikerfahrung steckt, wie z. B. die langjährige Zusammenarbeit mit dem Can-Keyboarder Irmin Schmidt oder die Dozentur als Professor für Popularmusik an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Der aufgebaute Turm aus zum Teil selbst gebauten analogen Gerätschaften, die jedem Liebhaber das Herz höher schlagen lässt, gerät beim Konzert sehr schnell in den Hintergrund, da durch geschickt platzierte Filmsequenzen auch visuell einiges geboten wurde. Das alles ist überhaupt nicht Retro und macht durch seine Individualität und lässige Darbietung einfach Spaß, auch wenn man vielleicht nicht so sehr elektronische Musik mag. Schade nur, dass das nur so wenig Besucher in der Hörbar zu schätzen wussten, aber das mag auch an dieser etwas hermetischen Örtlichkeit gelegen haben.

  Vorsicht,
  bissige Bloggerin!

Cerberus

... nur keine Angst.
Inquisition

 




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Gehenna

Offene Wunden

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Leichenhalle

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