Donnerstag, 16. Februar 2006

Tut gar nicht weh

Zu einem erneuten Zahnarzttermin nahm das kleine Monster einen Freund mit, der dringend einer Behandlung bedurfte, aber zuletzt an einen Zahnarzt geraten war, der mit Kindern nicht so gut umgehen konnte. "Brauchst keine Angst haben. So schlimm ist das nicht." Und das kleine Monster erzählte von seinem letzten Erlebnis. "Da wurde sogar der Kiefer aufgebohrt, aber das hat gar nicht so wehgetan."

Mit dieser Einstellung ("ein Indianer kennt keinen Schmerz") bin ich ebenfalls groß geworden. Immer Stärke zeigen. Denn wenn man einmal Schwäche gezeigt hat, wurde dies gnadenlos ausgenutzt. Und so wuchs der Panzer. Immer wieder mal wurden doch die Weichteile bloßgelegt, was wiederum erneute Verletzungen nach sich zog. Es blieb bei der Härte gegenüber sich selbst. Nur manchmal kommt der Wunsch auf, all die Schmerzen herauszulassen. Ich habe es nie gelernt.
caliente_in_berlin - 2006.02.16, 18:47

Na so ein Müll. Dass es imer nur Extreme gibt. Ich war wie sie...jahrelang...bis mich gewisse Ereignisse komplett veränderten. Nun lass ich immer alles raus. Weil ich sonst das Gefühl habe zu platzen. Ist aber auch nicht gut...

C. Araxe - 2006.02.16, 19:40

Nun ja, so ein paar Ventile habe ich auch. Und hin und wieder bricht es auch aus mir heraus. Aber ich werde sicher nie ein extrovertierter Typ werden.

Darf man Sie nach diesen Ereignissen fragen?
caliente_in_berlin - 2006.02.16, 19:42

Sie dürfen fragen, aber die Antwort werde ich Ihnen schuldig bleiben. Tiefgreifende Ereignisse! Ich bin in mancher Hinsicht ein komplett neuer Mensch geworden.
C. Araxe - 2006.02.16, 19:50

Beim Schreiben der oberen Formulierung war mir eigentlich schon klar, was Sie antworten würden. Es interessiert mich schon sehr. Aber ich kann's sehr gut verstehen, dass Sie nicht antworten möchten.
Pegasus200 - 2006.02.16, 18:50

Zu DIESEM Thema können wir uns gerne mal länger unterhalten. Also Thema "Selbstbeherrschung".

C. Araxe - 2006.02.16, 19:41

Generell würde ich sicher nicht von Selbstbeherrschung reden. Ganz im Gegenteil. Ich kann mitunter ziemlich unbeherrscht sein.

Aber ja, können wir.
Tubias - 2006.02.16, 19:02


Hier schreibt ein Mann. Ich bin unbedingt dafür, sich zu Schmerz jeder Art bekennen zu dürfen. Nichts gegen Tapferkeit, die ist prinzipiell bewundernswert und hilft durch's Leben. Aber wer meinen Schmerz nicht respektiert, der kann mich mal.

Beispiel: Eine Frau, die mir sehr nahe war, fragte mich: „Warum weinst du nie?” Als 1990 russische Panzer im Baltikum gegen Freiheitsbestrebungen rollten, habe ich geweint. Ich bin ein Kind des Prager Frühling. Fragt mich die o. g.: „Warum weinst du denn gerade darüber?” Und DAS ist es, was Männer dazu bringt, nur heimlich zu weinen. Es gibt Bereiche, da kann man sich wirklich (fast) niemandem anvertrauen.


C. Araxe - 2006.02.16, 19:43

Ich glaube, dass es sehr schwer ist nachzuvollziehen, was da in einem vorgeht, wenn es um ostspezifische Themen geht. Das war und ist immer noch Terra Incognita.
nahlinse - 2006.02.16, 19:45

Liebe Männer,
bitte weint auch mal v o r unseren Augen!!
1. Wissen wir dann endlich mal, was in Euch vorgeht
2. Nehmen wir Euch sehr gerne in den Arm
3. Seid Ihr oft unwiderstehlich, wenn Ihr Tränen vergießt
Budenzauberin - 2006.02.16, 19:06

Fühlen Sie sich mal einfach so ein bißchen gedrückt.

C. Araxe - 2006.02.16, 19:44

Danke!
So schlimm ist es nicht. Ähm, siehe Beitrag.
Budenzauberin - 2006.02.17, 08:16

Ich habe das schon richtig verstanden, das Drücken aber trotzdem ein bißchen entschärft. ;-)
C. Araxe - 2006.02.17, 08:36

Harhar, unscharfes Drücken.
;·)
Die Sünderin - 2006.02.16, 19:36

Ein bisschen mehr Panzer tät mit ganz gut.
Frustration bis in die Haarspitzen ist jedenfalls nicht die bessere Alternative.

C. Araxe - 2006.02.16, 19:46

Es geht ja ums Rauslassen. Also nicht alles in sich hineinfressen. Nur weil man es sich oft nicht anmerken lässt, heißt's ja noch lange nicht, dass da nichts gefühlt wird.
nahlinse - 2006.02.16, 19:51

Zur richtigen Zeit rauslassen, damit man nicht bei der falschen Gelegenheit ausflippt - das ist eine Kunst.

Wenn ich ein Ventil brauche hilft mir manchmal Sport treiben, bis die Lunge ächzt. Während dessen brauche ich meine ganze Kondition, um nicht zusammenzubrechen und hinterher bin ich zu kaputt zum Denken. Für mich, die ich zu zuviel Grübeln und Sich-In-Etwas-Erst-Richtig-Hereinsteigern neige, ist das kontrollierte Dampf-Ablassen ein Segen.

C. Araxe - 2006.02.16, 19:53

Aber ist so etwas nicht nur Sublimierung?
nahlinse - 2006.02.16, 20:00

ich weiß nicht. Diese Verausgabung hilft mir beim Perspektivenwechsel - außerdem kann ich damit die überschüssigen Emotionen durchs Ventil ablassen. Es bleiben noch genug übrig, aber ich kann mit dem Rest besser an der Konfliktlösung arbeiten. Z.B. Leute, die mich verletzt haben kontrolliert herunterputzen ohne in Tränen auszubrechen. (Nur ein Beispiel) Wenn ich so richtig traurig/geladen/verletzt bin kann ich meine Gefühle nicht mehr ausdrücken. Da ist dann zuviel - in der Folge mache ich dann zu, um nicht total auszurasten und die Fassung zu verlieren.
C. Araxe - 2006.02.16, 20:05

Ihr Kommentar zuvor hörte sich so an, als wenn der Sport an sich für Sie schon die Konfliktlösung wäre. Daher meine Skepsis.
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  bissige Bloggerin!

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