Montag, 4. August 2008

Die Zeitlosigkeit in Zeiten der Gezeiten

Urlaubszeit – die Zeit, in der man Zeit für alles und nichts hat. Vor allem für nichts. Auch Zeit, um lange zu schlafen und zu träumen. Dieser Traum wurde allerdings empfindlich durch die Glocken der benachbarten Kirche gestört, deren Geläut mir gar nicht gelten konnte. Das war den Glocken aber gleichgültig. Aber was ist schon das Läuten von Glocken im Vergleich zur Brandung des Meeres? Wenn es denn da ist ...



Es gab also noch mehr Zeiten, auf die man achten musste, wollte man seine Zeit nicht auf dem Trockenen verbringen. Trocken war es soundso schon. Genauer gesagt: trocken und heiß. Sehr heiß. So heiß wie beispielsweise in Marokko, konnte man denken. Und man konnte an die dortigen Krabbenpuler denken, die die Beute hiesiger Netze in knapper Zeit ihres einstigen Schutzes beraubten.



Auf hoher See, an Bord eines Kutters hatte ich mehr Zeit dazu. Die Größe des Meeres ringsum wirkte geradezu grotesk gegenüber den kleinen Nordseekrabben in meiner Hand, die nach kurzer Zeit in meinem Mund verschwinden. Ein Stück Meer in mir. Wenn auch nicht für alle Zeit. Aber es wird vielleicht Zeiten geben, in denen ich mich daran erinnere. Auch an den kleinen Hafen, in dem die Schiffe sicher vertäut sind.



Unabhängig der Gezeiten können sie jederzeit in See stechen, wo sie nur noch den Wellen und dem Wind gehören. Mag der Himmel darüber auch nicht immer blau sein, auch wolkenverhangen und bei Dunkelheit bleibt die Freiheit der endlosen Weite.



Auf und am Meer vergisst man dann doch alle Zeit. Die, die vergangen ist. Jene, die sein wird und auch die, die gerade ist. Sollte einen das Gekreisch der Möwen aus diesem Vergessen reißen, so weiß man dann doch, dass auch die größten Schreihälse irgendwann einmal hart landen können und dann für immer schweigen.



Ach, Stille ...
Und nur das Meer.
Mahakala - 2008.08.06, 15:29

Sie hatten der harten Landung nicht zufälligerweise etwas nachgeholfen? *g

C. Araxe - 2008.08.07, 11:04

Immer diese Unterstellungen!

Ich gebe höchstens zu, dass ich auf so etwas mehr achte als manch anderer.
Mahakala - 2008.08.07, 21:51

Unterstellung?!?

Mit Nichten! Bloß eine harmlose Frage ...
C. Araxe - 2008.08.08, 15:15

Und das soll ich glauben? Meinen Sie, ich hätte Ihren Unterton, der schon von vornherein eine Bejahung Ihrer Frage suggeriert nicht gehört?
Mahakala - 2008.08.08, 15:29

Meinen Sie da etwa etwas zwischen den Zeilen gelesen zu haben?
C. Araxe - 2008.08.08, 15:33

Was heißt hier „meinen”? Das ist doch offensichtlich!
Mahakala - 2008.08.08, 16:01

Der Stoßseufzer "Ach, Stille ..." suggeriert fordert eine solche Frage doch geradezu heraus!
C. Araxe - 2008.08.08, 16:05

Ich denke da momentan eher ans Wochenende.

*und wech*
Mahakala - 2008.08.08, 16:11

*wünscht ein schönes Wochenende!
C. Araxe - 2008.08.10, 19:57

... ein bisschen kurz, aber Dankeschön!
tilak - 2008.08.07, 14:15

@araxe

sehr schöne Bilder und sehr gute Text, macht mich nachdenklich.

C. Araxe - 2008.08.08, 15:12

Sie schreien doch aber nicht herum, oder? ;·)
tilak - 2008.08.12, 14:12

würde ich mich nie trauen !

Sonst muss ich wieder ins eck :)
C. Araxe - 2008.08.12, 14:22

Och ... wäre doch mal wieder Zeit dafür. *g*
tilak - 2008.08.12, 14:38

nö, mir ist zu heiß um dorthin zu gehen :)
C. Araxe - 2008.08.12, 14:42

Stellen Sie sich vor, Sie wären in Hamburg. Hier ist es nämlich derzeit nicht heiß.
tilak - 2008.08.13, 08:53

haben Sie uns die Kaltfront geschickt ?

hier ist es auch nicht mehr heiß :)
C. Araxe - 2008.08.13, 09:26

Naja, ich habe gestern fast den ganzen Tag Leander gehört.
tilak - 2008.08.13, 12:06

:)

na, dann danke ! :)
C. Araxe - 2008.08.13, 12:28

Jetzt können Sie ja in die Ecke gehen. *ggg*
schlepp - 2008.08.08, 20:59

Streuen Sie nur Salz in meine Wunden.

C. Araxe - 2008.08.10, 20:08

Besser als Zucker (das ergibt nämlich fiese Narben)!

Hm, aber ich habe doch meinen Beitrag geschrieben, bevor Sie Ihren Kontostand geprüft und Ihren Beitrag geschrieben haben. Also, trage ich keinerlei Verantwortung. So.

Dazu fällt mir auch noch etwas (aus einer Rezension zu
Ingo Schulzes neuem Wenderoman „Adam und Evelyn” in der taz), das ich am Wochenende gelesen habe:
„ Sie reden immer wieder davon, dass sie nun endlich leben wollen, aber sie meinen damit konsumieren und ihren Drang nach Tourismus ausleben. Mobilität als Grundrecht, der Ferienflieger als Symbol von Freiheit. So war es angelegt, so ist es gekommen. Ein ganzer Weltenwechsel vollzieht sich binnen kurzer Zeit; plötzlich wird wichtig, was zuvor unwichtig war, vor allem Geld. ”
schlepp - 2008.08.10, 21:05

Passend dazu mein neuestes Mantra ... siehe mein vorletzter Beitrag.
C. Araxe - 2008.08.10, 21:58

Ja, aber man muss auch sagen, dass es wichtig ist, mal aus dem gewohnten Umfeld herauszukommen.
graefin - 2008.08.10, 00:52

Ich fang schon wieder an so tolle Seemanslieder zu singen bei diesen Bildern....

C. Araxe - 2008.08.10, 20:16

... dann noch einen wiegenden Matrosengang und schon hält man Sie für sturzbetrunken. Geht sehr schnell. Ich spreche aus Erfahrung.
  Vorsicht,
  bissige Bloggerin!

Cerberus

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Inquisition

 




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