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Und die Sehnsucht, die rasende Schöne

Zu der Musik des Regens, da draußen in der Nacht,
Da haben sich meine Gedanken als Tänzer aufgemacht.
Die Nacht ist der wiegende Boden,
drauf gleiten sie kreisend fort.
Und Tänzerin den Gedanken ist manch ein Liebeswort,
Die Regenmusik singt sich Töne auf Dach und Fensterbank,
Und die Sehnsucht, die rasende Schöne, tanzt meine Gedanken krank.

Max Dauthendey: Der weiße Schlaf - Lieder der langen Nächte
C. Araxe - 2010.09.25, 00:29

Ach, fuck ... der ewige Tanz im Feuer.

sonrisa - 2010.09.25, 11:13

In "Ein Affe im Winter" kommt (der junge) Belmondo in den außer der Saison verschlafenen Touristenort Tigreville an der normannischen Küste, nimmt sich in ein Zimmer in einem Hotel, dessen Besitzer der (alte) verheiratete Jean Gabin ist. Beide prallen aufeinander und verbünden sich quasi eine Weile für eine Eskapade des Rausches. Gabins letzte, denn er ist alt und seine Ehefrau hat ihm das enervierte Träumen untersagt, weil der dabei notwendig involvierte Alkohol alles andere außer dem Rausch zu zerrütten drohte. Und auch für Belmondo (den einsamen Affen) ist es ein Abschied, denn er sucht seine Tochter, die man in dem Kinderheim des Ortes untergebracht. Die dazugehörige Frau lebt in Madrid und hat mit ihm wegen seiner Exzesse der Sehnsucht gebrochen. Die Tochter weist ihm also den Schritt in das geordnete Leben.

Der eine träumt sich in seine Jugend, in der er als französischer Kolonialsoldat den Jangtsekiang in Ostchina befuhr, der andere träumt von der Sonne Spaniens und der Corrida. In einer wuchtigen Szene, Belmondo betrunken in der Kneipe, tanzt er den dort versammelten Einheimischen einen Flamenco, um ihnen zu vermitteln, dass "Sonne" nicht bloß ein Wort, sondern eine Seinsweise, eine Konstellation des Lebens bedeutet. Am Ende hat er alle gegen sich aufgebracht und wird rausgeschmissen. Der Rausch und das Träumen sind mit den bürgerlichen Konventionen unvereinbar. Trotz dem Feuerwerk in und mit dem der Film sein Ende sucht, ist die Stimmung eine zurückhaltend melancholische. Weil, die Krankheit ist, wenn einmal ausgebrochen, nicht heilbar.