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Stadt der unendlich vielen Möglichkeiten

Bei dieser Vielseitigkeit weiß man gar nicht, wo man anfangen soll, dabei waren teilweise nicht mal nur Kostproben möglich – in dieser kurzen Zeit konnte man einfach nicht alles auskosten. Hm … beim Anfang? Mitten in der Nacht (also mitten in der Nacht für deutsche Verhältnisse), in einem Treppenhaus, in dem weder Klingeln, noch Licht funktionierten, wir aber dennoch irgendwie in unsere private Unterkunft gelangten? Ach, was – etwas Abenteuer muss kann schon sein.

Die Orte des obligatorischen Sightseeings kann man auch in jedem Reiseführer nachlesen und jedem ist klar, dass man in Barcelona um Gaudí nicht drumherum kommt. Das kleine Monster meinte: „Es gibt sehr viel zu sehen. Leider so viel, dass mir jeden Abend die Füße wehtun.” All die baulichen Wunderwerke – ob nun vollendet oder nicht –, der stetige Wandel und das gleichzeitige Bestehen von architektonischer Moderne, als auch lebendigen Zeugen der Vergangenheit. Allein in den unendlich vielen Altstadtgassen kann man nicht nur wegen der schattigen Kühle ewig umherwandern, sei’s nun im Barri Gòtic, El Raval, El Born oder der Barceloneta. Auch wenn vieles der Ursprünglichkeit sichtbar Stück für Stück verlorengeht, bleibt immer noch genug übrig.

Den Touristenströmen kann man dennoch teilweise entkommen. Auf der Rambla geht das sicher nicht, aber es gibt ja noch mehr Rambles wie z. B. die Rambla del Raval, in der es schon weitaus touristisch ruhiger zugeht. Dieser Stadtteil (El Raval) erinnert etwas ans heimische St. Georg. Immer noch etwas verrufen und mit hohem Migrantenanteil, trifft hier Heruntergekommenes auf Durchgestyltes, nur dass die Gay Community woanders zu finden ist.

Auch wenn der Strand zumindest tagsüber überfüllt ist (abends leert er sich um diese Jahreszeit doch zusehends), kann man sich diesem natürlich nicht entziehen. Der Blick über die Weite des Mittelmeeres von Smaragdgrün bis Tiefblau lässt einen schnell alles andere vergessen.

Überhaupt die Farben. Dieses überklare Blau des Himmels, dass selbst nächtens noch ein Leuchten hat. Bis auf Wasser und Himmel überstrahlt indes die Sonne alles, so dass alles, was ihre Strahlen erreicht zwar überdeutlich, aber gleichzeitig auch überbelichtet wirkt. Natürlich kein Vergleich zum hiesigen Schmudelwetter. Ebenso wenig kann man einen dortigen Spaziergang am Hafen unter Palmen mit den Landungsbrücken vergleichen.

Ein Kapitel für sich ist natürlich das Essen. Hierfür könnte ich mich noch monatelang in Barcelona aufhalten, um all die katalanischen Spezialitäten (von der spanischen Küche im Allgemeinen mal ganz abgesehen) durchzuprobieren. Das am besten zum Gruselkabinett passende Gericht ist natürlich Arròs negre (schwarze Reispfanne mit Tintenfischtinte). Wenn man die darin enthaltenen Gambas nicht mit Messer und Gabel entschälen kann, ist eine hinterher gereichte Fingerschale schon sehr hilfreich. Im Mercat de la Boqueria („der Bauch von Barcelona”) möchte man am liebsten einen Großeinkauf starten, auch wenn einen da und dort die Schafsköpfe oder ganzen Kaninchen anglotzen. Zum Export ist indes nicht alles geeignet, aber ich bin schon sehr froh, dass ich diesmal (im Gegensatz zur Paris-Reise) meinen Beutezug komplett durchschleusen konnte.

Das Nachtleben kam leider bei dieser Reise etwas zu kurz. Auch wenn das eigentlich gerade in Barcelona mit dazu gehört, aber die Tage und Abende waren einfach zu vollgepackt, als das dazu noch Energie und Zeit übrig geblieben wären.

Neben dem Erkunden von Barcelona stand auch noch ein Ausflug nach Montserrat und dem dortigen Kloster auf dem Programm. Und dies hat sich mehr als gelohnt. Die Aussichten auf diese Berge und von den Bergen sind einfach grandios. Egal, bei welchen der dortigen zahlreichen Schritte man sich umschaut – es ist immer mehr als beeindruckend.

Nun habe ich sicher mehr als die Hälfte nicht beschrieben. Es gibt der schönen Eindrücke einfach zu viel. Und trotz eindringlicher Vorwarnung gab es in dieser Hauptstadt der Taschendiebe keine widerrechtliche Eigentumsübertragung. Die Prophezeiung, dass ich diese Stadt sehr mögen werde, hat sich allerdings mehr als hundertprozentig erfüllt.



Mehr Bilder (viel mehr Bilder!)
C. Araxe - 2012.05.05, 16:08
























































Eugene Faust - 2012.05.06, 14:07

Traumhaft schöne Bilder aus einer traumhaft schönen Region, in die ich bisher nur im Traum gelangt bin.
C. Araxe - 2012.05.06, 18:43

Hach, mir kommt es auch schon bald wieder wie ein Traum vor. Fotos sind da schon eine gute Sache, um die Erinnerungen lebendiger zu halten.
Monsterkeks - 2012.05.06, 18:02

Jetzt habe ich ein Ziel: einmal im Leben nach Barcelona.

Ich freue mich, dass es so schön war. :-D

C. Araxe - 2012.05.06, 18:44

Sie werden es ganz bestimmt nicht bereuen, wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben.
Monsterkeks - 2012.05.11, 21:09

Mal schauen, ich lebe sehr viel "just in time". Unmöglich ist es also nicht.

Übrigens ist die Karte gestern auch angekommen. Lieben Dank! :-)))
C. Araxe - 2012.05.12, 18:43

Habe schon gehört, dass die Karten ganz schön lange gebraucht haben. Nun ja, diese Langsamkeit ist man ja auch von hier gewöhnt.
sonrisa - 2012.06.01, 16:45

"auch wenn einen da und dort die Schafsköpfe oder ganzen Kaninchen anglotzen"

Als würde einem das im sonstwoigen Leben anders gehn. Als nahezu täglich Zugreisender kann ich drüber singen. Früher, um die Jahrhunderwende, machte das die Menschen noch völlig verrückt. Heute glotzt man nur zurück oder schließt die Augen. Tote glotzende Tiere sind vor solchen Herausforderungen her schlichtweg beruhigend. Chabrol hat mit "Alice ou la dernière fugue" eine schöne Fabel über das menschliche Kaninchen gedreht. Vermutlich der einzige Film mit Sylvia Kristel in der Hauptrolle, in dem sie nicht die meiste Zeit über nackisch ist.

C. Araxe - 2012.06.01, 17:58

Ach, tote, glotzende Tiere stören mich auch nicht sehr und was die menschliche Variante betrifft: da gucke ich einfach böse zurück. Das hilft und wirkt immer.

Aber apropos Alice und Kaninchen – besten Dank für die Erinnerung! Nun wird es wirklich langsam Zeit (zumal ich die ja nun wieder etwas mehr habe), mir das vorzuknöpfen.