Oft hat man es nicht einfach im Arbeitsleben. Man leistet viel (oder glaubt dies zumindest), erfährt aber viel zu selten Lob und Anerkennung. Dabei wirkt so etwas doch ungeheuer motivierend. Dies hat allerdings auch seine Grenzen. Denn trotzdem sich mein Chef mir gegenüber
sehr erkenntlich zeigte, werde ich mich dessen ungeachtet jetzt einfach nur noch meinem Urlaub hingeben und keinerlei Gedanken an Arbeit verschwenden.
C. Araxe - 2008.07.18, 18:53
„Das ist mir zu schwarz.”, sage ich zu einer Kollegin, als sie mir einen Entwurf zur Beurteilung zeigt.
„Bist du krank?”, fragt sie erschrocken und schaut mich verwundert an.
C. Araxe - 2008.07.17, 10:43
Vielleicht ist das ja nicht viel mehr, was sich da auf dem Blatt Papier angesammelt hat. Und ich sollte die Bedeutung nicht überbewerten und das alles etwas entspannter sehen. Andererseits ist mir aber auch bewusst, dass man sich manche Wege schon sehr früh verbauen oder zumindest schwer begehbar machen kann. Und was Hänschen nicht ... Da muss vielleicht doch schon gelernt werden, dass es nicht nur die Kür, sondern auch ein Pflichtprogramm gibt. Sicher, das viertbeste Zeugnis der Klasse zu haben ist wirklich alles andere als schlecht (und da kann man einfach nur seinen Glückwunsch aussprechen und stolz sein) – trotzdem ist es etwas ärgerlich, wenn man weiß, dass das Potential noch viel größer ist und nur Bequemlichkeit und Schludrigkeit Besseres verhindert haben. Hach, das kleine Monster hat es schon nicht leicht mit seiner Mutter ...
C. Araxe - 2008.07.16, 11:02
Es geht auch sehr schnell – eine kurze Reise nach Italien und man ist zwar um einiges ärmer, aber sehr froh gestimmt. Eben gerade bin ich von meinem Ausflug dorthin, der knapp eine Stunde dauerte, zurückgekehrt und musste wieder mal feststellen, dass ich nie, absolut niemals, mit auch nur einem leichten Hungergefühl im Gepäck
dahin gehen sollte.
(660 Nudelsorten sind übrigens wirklich sehr viel.)
C. Araxe - 2008.07.12, 17:19
Es gab kein Entkommen. Finstere Mächte schienen sich verschworen zu haben, die ebenso undurchdringlich und dunkel wie der Himmel über der Stadt anmuteten. Sie wollten, dass ich zu ihnen komme. Mich ausweise und etwas bestätige, dessen Bestätigung sie mir zugesandt haben. Dass es sich wirklich darum handelte, was bestätigt wurde, interessierte sie nicht.
(sie = Hauptzollamt)
C. Araxe - 2008.07.08, 09:48
Reger Regen regeneriert das Regen.
Und so frage ich die Sonnenkinder, für die jeder Tropfen schon zu viel ist: Wie wäre es, wenn die Sonne immerdar scheinen würde, kein Winkel nicht von ihr erleuchtet wäre? Sicher, kein Grau würde das Licht trüben. Gar jegliche Dunkelheit würde nicht vorhanden sein. Alles wäre eitel Sonnenschein.
Nur würde nicht alles verdorren? Wäre nicht alles nur noch Wüste? Und sämtliches Leben verwüstet sein?
Es regnet, es regnet noch, es regnet noch und nöcher.
C. Araxe - 2008.07.04, 14:14
Ein heißer Tag, die Sonne gibt ihr Bestes und der Eisladen ruft. Aus dem großen Angebot an Eissorten sucht sich der kleine Junge mehrere Kugeln aus. In die vorhandenen Waffeltüten passt die Eismenge nicht hinein, aber es gibt auch Waffelbecher. Die gefallen dem kleinen Jungen nicht, wie er feststellt, als er das Eis erhält. Er möchte unbedingt eine Waffeltüte. Die Eisverkäuferin bietet ihm zusätzlich eine leere Waffeltüte an. Aber das ist keine zumutbare Lösung für den kleinen Jungen. Er möchte ein neues Eis in einer Waffeltüte. Das andere soll weggeworfen werden. „Wegschmeißen!”, fordert er lautstark.
Der kleine Junge hat sehr viel Glück, dass er nicht mein Kind ist. Ansonsten hätte er womöglich nie wieder ein Eis bekommen.
C. Araxe - 2008.07.02, 09:59
Und es brüllt und es zerrt.
Und es will einfach nur leben.
Und selbst im Abgrund, tief am Boden - es wartet nur auf seinen Ausbruch.
Und keine Kette ist stark genug, es im Zaum zu halten.
Und es wird unruhig, wenn man es mit nichtigen Ausreden zu beschwichtigen versucht.
Und es wird wütend, wenn man es betäuben will.
Und es bäumt sich auf, wenn Alltägliches es einlullen will.
Und keine Vergangenheit, keine imaginäre Zukunft kann es aufhalten.
Und es kennt kein Erbarmen, weil es sein will.
Einfach nur sein will. Hier und jetzt.
Und es pulsiert in meinen Adern. Laut pocht es in meinem Blut.
Jetzt. Genau in diesem Augenblick. In jedem Augenblick.
Leben. Leben. Leben.
C. Araxe - 2008.06.28, 18:16
Er saust und braust. Und raunt und wispert. Wirbelt alles durcheinander und kann sich für keine Richtung entscheiden.
Bis alles ins Trudeln gerät und nur noch um sich selbst tanzt.
C. Araxe - 2008.06.23, 14:01
Spät abends, wenn meine Augen trotz interessanter Lektüre müde geworden sind, also kurz bevor ich einschlafe, lasse ich mein Gehirn in das große mit Wasser gefüllte Glas auf meinem Nachtisch gleiten. Leise platscht es und treibt auf den Grund zu. Sprudelnd löst sich die hinzugegebene Reinigungstablette auf.
Am nächsten Morgen – gleich, wenn ich aufgewacht bin – nehme ich das gereinigte Gehirn wieder zu mir. Sauber ist es. Bar jeder Ablagerung. Ich werde den Tag beginnen, als sei es mein erster.
Nicht dass ich nun unbedingt etwas gegen schmutzige Gedanken hätte. Und es ist auch nicht so, dass alle Erfahrungen und Erinnerungen unnötiger Ballast wären. Ja, selbst die, über die man lieber nicht verfügen würde, können sehr hilfreich sein und haben letztendlich einen nicht unerheblichen Anteil an dem, was man ist. Aber manchmal wünscht man sich dann doch eine vollkommen unbeschwerte Leichtigkeit, die überhaupt keine Vergangenheit kennt. Eine absolute Reinheit.
C. Araxe - 2008.06.19, 09:32