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Montag, 26. April 2010

Wie ich den Montag überstand

Gleich im Morgengrauen meldeten sich die gefiederten Terroristen und tauschten meinen Schlaf gegen Müdigkeit, die sich fest in meinen Nacken verbiss und sich nicht so einfach abschütteln ließ. Wenn man nun schon so sich selbst und seine Müdigkeit durch den Montag schleppt, kommt es auch nicht mehr darauf an, ob da nun auch noch ein großer Packen Arbeit mit auf die Schulter springt. Über das Wetter sollte man sich auch nicht beschweren – schließlich gab es am Wochenende genug Sonne. Das einzige, was man dem Grau entgegensetzen kann, ist anderes Grau. Ganze Ozeane voller Grau.

Freitag, 23. April 2010

Menüvorschlag

Ziemlich überraschend wird einem ein großer Knochen hingehalten. Der sieht schon recht appetitlich aus, auch wenn man keine Ahnung hat, wie viel Mark in ihm steckt. Soundso steht noch nicht einmal fest, ob es diesen Knochen überhaupt geben wird. Es handelt sich eher um die Imagination angedachter Möglichkeiten, die man mir erst einmal gedanklich zum Kauen angeboten hat. Und da knabbere ich nun ... Wie wird das sein, falls ich den Knochen real zwischen die Zähne bekomme und zubeißen würde?

Montag, 19. April 2010

Noch Meer



Es reicht nur etwas rückwärts zu denken, schon ist der Geruch der See wieder in der Nase, die Rufe aufgeregter Austernfischer im Ohr, der salzige Geschmack im Mund, den die Haut aufgenommen hat. Der Wind, der es gut mit einem meint nach einer fast durchgemachten Nacht. Hier am Meer scheinen lange Großstadtnächte so fern, dabei liegen beide Erinnerungen so nah beieinander. Die Sonne meinte es auch sehr gut. Für manch einen zu gut. Meiner Mondscheinblässe konnte sie indes kaum etwas anhaben. Und dann das Wasser, das sich das Land und meine Sehnsüchte eroberte. Es lockte mit so einer Macht, dass nicht viel fehlte und ich wäre seines gewesen oder es meines. Hach, ich hätte es doch tun sollen. Nicht nur bis zu den Knien, sondern voll und ganz. Aber die Wellen und ich – wir sprechen uns noch. Keine Lippenbekenntnisse – da wird der Mund unweigerlich wortwörtlich vollgenommen werden. Wenn ich in den Wellen sein werde, können sie auch in mir sein. Vorerst bleibt mir aber nur mein unerfülltes Verlangen. Und die Erinnerung.

Dienstag, 13. April 2010

Die lieben Kollegen, Teil 7

Es führt kein Weg daran vorbei. Ich brauche unbedingt ein 117+ für’s reale Berufsleben. Dass man mich (!) einfach so als Kickerqueen bezeichnet, nur weil ich problemlos einen Tischkicker zusammenbauen kann, geht jedenfalls gar nicht.

Sonntag, 11. April 2010

Kaum gleitet alles wieder recht mühelos dahin – was nicht heißt, dass dies nun keinerlei Mühe oder Kraft kostet, aber eben nur so, als dass das eben nur alltägliche Herausforderungen sind –, schon wildern die Gedanken in der Unbegrenztheit ihrer Möglichkeiten. Nicht ganz so verwunderlich, wenn die Ohren in der Unendlichkeit des Weltraums segelten. Reicht ein Leben überhaupt aus, um alle Sehnsüchte auch nur zu fühlen? Es bleibt nur bei einem verschwommenen Bewusstwerden, undeutlich wie nach einem Traum, an den man sich nicht mehr erinnern kann und von dem nur ein vages Gefühl bleibt. Eine Suche nach einem Sein, was jenseits von Raum und Zeit ist. Wohl auch jenseits von jedem Sein. Jegliche Grenzen überschreitend. Alles, wirklich alles ist genauso schwer vorstellbar (von der Machbarkeit rede ich gar nicht erst), wie das Nichts.
Und trotzdem ...

Freitag, 9. April 2010

Nachtgemahl



„... mit Wurzelhaar und Tiergesicht.”

François Villon

Verfolgungswahn

Nein, es hatte sicher überhaupt nichts zu bedeuten, dass hinter mir ein Wagen der Tierrettung im Schritttempo fuhr. Heute Morgen hatte ich doch extra eine von den halbwegs seriös wirkenden Menschenmasken herausgesucht und vorm Spiegel überprüft, ob ich ganz normal aussehe.

Dienstag, 6. April 2010

Osterdienstag

Wieso ist Ostern eigentlich nicht länger?
Ich würde auch noch mal Eier suchen gehen.

(Und wo ich schon gerade beim Fragen bin: Was steckt denn hinter dieser Bloginvasion aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Mexiko u. a. Ländern?)

Mittwoch, 31. März 2010

Es geht

Doch. Weiter. Gut.

Dienstag, 30. März 2010

Doo und Ich

Nacht nackt rabenschwarze Nacht
Du hast es nicht getan
Du hast getan
Ich hab es nicht getan
Ich hab es getan
Krieg unser Seelen
Blut und Boden
Schuld ohne Sühne
auf offener und brennender Bühne

Wenn Du gehst dann lösch die Zeit aus
Mach das Licht aus reiß das Haus ein
und wenn es sie noch gibt
Vergiß den Boden unter meinen Füßen nicht
Wer hält mich Ich falle
Denn ich will tief fallen
Ich will Dich es geht nicht
Du willst mich es geht nicht

Worte verdreht zu Stricken
um den Hals gelegt kein Bitten
kein Blick mehr zwischen Dir und mir
Geschichte im Selbstlauf
die Nächte die Stunden
erst Herbst dann Winter
dann nur noch Winter

Wenn Du gehst dann lösch die Zeit aus
Mach das Licht aus reiß das Haus ein
und wenn es sie noch gibt
Vergiß den Boden unter meinen Füßen nicht
Wer hält mich Ich falle
Denn ich will tief fallen
Ich will Dich es geht nicht
Du willst mich es geht nicht

Die engelsgleiche Gefährtin war vorrausgeritten
der Weg in der Dunkelheit sich verlor
der sonst so fährtensichere Gefährte
gefangen in der fessel seiner
immergleichen Flucht ihre Spuren übersah und trieb tiefer
und tiefer in ein Dickicht aus magnetischen Mustern
der Weg der nie ein Ziel hatte versprach plötzlich Ankunft
als die Gefährtin sich umschaute überkam sie ein Frösteln
als sie den Gefährten wiederfand
erkannte sie in den Zügen seines Gesichtes
die Maske ihrer Gegner

Mach das Licht aus reiß das Haus ein
und wenn es sie noch gibt
Vergiß den Boden unter meinen Füßen nicht
Wer hält mich ich falle
Denn ich will tief fallen
Ich will dich es geht nicht
Du willst mich es geht nicht
the fall is over

Sandow

Bruchlandung

Die Trümmer qualmen in kaltem Rauch, der Bug tief in den Dreck gebohrt. Keine Ahnung, ob es Überlebende gibt. Keine Ahnung, ob ich jemals wieder fliegen werde. Die Blackbox ist unauffindbar, würde aber auch soundso nur mit Schwärze aufwarten, die keiner zu deuten vermag. Man könnte einfach sagen, dass es menschliches Versagen ist. Allzu menschliches, also kein Versagen, sondern die unmögliche Suche nach dem Unmöglichem.

Freitag, 26. März 2010

(Fast) unerwartete Fähigkeiten

Tja, wo ist sie hin, die mühsam zusammen geklaubte Gelassenheit? Flutscht einfach weg, wie nasse Seife. Es ist noch gar nicht so lange her, da sah ich eine Doku über Kamikazeflieger, senkrecht sich in den Abgrund stürzend – hey! – das kann ich auch.

Donnerstag, 25. März 2010

Jenseits vom Ponyhof

Als wenn nicht ein unausgesprochenes „Nein” reichen würde, so wird dennoch auf dem Boden der Büchse der Pandora mit kurzen Fingernägeln herumgekratzt, obwohl man doch recht genau weiß, dass der Deckel zuklappen wird und man dann nur mit blutigen Fingern dasteht. Der Schlüssel wird schon nicht verloren gegangen sein – da muss man nicht gleich zum Brecheisen greifen. Auch wenn man sich fragt, warum man eigentlich immer noch keine Kettensäge im Haus hat, ist es dennoch ganz O.K., dass es keine Baumärkte gibt, die 24 Stunden geöffnet haben. Also eben ganz gelassen (selbst) das Blut von den Fingern lecken, auch wenn es eben nur das eigene ist und nicht das, was so verführerisch woanders pocht. Oder pochen könnte.

Mittwoch, 24. März 2010

Hier sind Sie genau richtig!

Da googelt jemand von einem großen Lebensmittel-Disounter nach „verkauf abgelaufener eier strafen” und landet im Gruselkabinett. Tja, mir würde dazu sehr viel einfallen ...

Auf jeden Fall weiß ich jetzt schon mal, wo ich meine Ostereier nicht kaufen werde.