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Dienstag, 31. Dezember 2013

Hin und weg

Die Schwere des vorangegangenen Jahres steckt mir immer noch etwas in den Knochen und schon ist fast wieder ein Jahr vergangen. Ganz ohne Bitterkeit kam dieses ebenfalls nicht aus, aber es war wahrlich vollgepackt mit so viel Schönem, dass man sehr gern darauf zurück sehen möchte. Das ist nur nicht so einfach, da dieses Jahr so rasend schnell vergangen ist, dass mir dabei wohl schwindlig werden würde. Also, eine Forderung an das neue Jahr: runter vom Gas! Und so wünsche ich allen ein

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das einem genug Zeit lässt, um all das Schöne, das es sicher bereit halten wird, auch in Ruhe genießen zu können. Gehen Sie es langsam an!

Dienstag, 24. Dezember 2013

Süßer die Schädel nie klingen



Nachdem kurz vorm vierten Advent hiererorts gar mehr als vier Lichtlein brannten, ist es nun allerhöchste Zeit für die Weihnachtsgrüße aus dem Gruselkabinett. Das florale Rote, das wir diesmal tragen, hat indes nichts mit jenen bösen Buben zu tun (deren Hass man verstehen mag, aber keinesfalls toleriert), sondern ist diesmal der Ersatz für Rotzipfliges und einfach besser passend zu Zuckerschädeln. Was denn der Día de los Muertos nun mit Weihnachten zu tun hat, wird sich jetzt so mancher fragen. Aber das ist schnell erklärt. Zum einen ist der Día de los Muertos nicht nur ein Tag (genau genommen handelt es sich hierbei ja auch schon um mehrere Tage) im gruselkabinettchen Kalender – manchmal ist ja auch die Rede davon, dass hier jeden Tag Halloween ist. Zum anderen ist wohl kein Fest mit so viel Süße vollgekleistert wie Weihnachten. Mag man das nun wortwörtlich oder im übertragenen Sinne verstehen. Mischen wir das also mal wild zusammen und nehmen statt orange-gelber Blumen (die Tote am besten erkennen können) weihnachtlich rote, geben der weihnachtlichen Süße einen freundlich-ironischen Todeskick und schon verbündet sich der Calavera de Dulce mit dem Weihnachtsmann, um allen ein süßes Fest zu wünschen, ohne jede Bitterkeit, aber auch ohne in klebriger Süße zu versinken.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Wohlverdient

Einen Tag noch dazu geklaubt und so weiß ich nun schon, was mein Wecker morgen macht. Nichts. Am 6. Januar darf er sich dann wieder zu Wort melden. Wenn ich bis dahin noch weiß, wie ich ihm eine Sprecherlaubnis erteile. Bis dahin heißt es, einfach mal die lang ersehnte Ruhe zu genießen. Die ist mir nämlich gerade in der letzten Zeit etwas abhanden gekommen.

Sonntag, 15. Dezember 2013

Der ganze Schrecken der Tonkunst



Lars Rudolph ist eigentlich eher als Schauspieler bekannt, dabei dürfte seine Leidenschaft nicht minder der Musik gelten. Mit seiner Band Mariahilff vertonte er unter der Regie von Kai Grehn die Novelle „Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik” von Kleist. Betitelt als Psychodelikum kam dieses sehr untypische Hörspiel auf die Bühne – eine theatralische Mischung aus Musik und Tönen, Sprache und Gesang. Unter vollem Körpereinsatz beginnt das Stück mit Holzhacken, was einen ganz eigenen Rhythmus erzeugt. Mandolinen, Trompete, singende Säge und andere akustische Instrumente vereinigen sich mit Samples und rauen Männerstimmen zu einem wilden Konglomerat, das in keine Schublade passt. Mit der fiebrigen Intensität eines Kinski werden die Moritaten vorgetragen und das Glück im Wahn, die Macht von Musik sehr eindrücklich erfahrbar gemacht. Gloria in excelsis musica et dementia.

Videotrailer

Montag, 9. Dezember 2013

Weder neu noch vollkommen

Das Neue findet sich zwar immer wieder, aber es steht nun kein expliziter Neuanfang an. Von Vollkommenheit, gar göttlicher, kann erst recht nicht die Rede sein. Und so ist 3 x 3 einfach nur 9. Allenfalls ein Neuntöter könnte bei der Zahl Neun in hiesiger Umgebung symbolisch herhalten, spießt er doch seine Beutetiere auf Dornen auf. Man müsste nur weiter in die Ornithologie einsteigen, dann könnte man bestimmt herausfinden, dass die Beutetiere des Neuntöters vor ihrem Ableben eine 117+ relevante Äußerung von sich gegeben haben. Mit großer Sicherheit kann ich allerdings sagen, dass sich die Umgangsformen im Gruselkabinett auch zukünftig nicht ändern werden, so dass die 9 doch einfach nur eine 9 ist. Bedanken kann ich mich jedoch bei all jenen, die es hier nun schon 9 Jahre ausgehalten haben.

Freitag, 6. Dezember 2013

Nach dem Sturm

War da was? Doch nur eher ein laues kaltes Lüftchen. Nahe am Wasser gebaut habe ich soundso nicht, von daher wurde ich nur mit ein paar freien Stunden überflutet. Es gab nämlich sturmfrei.

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Das Vibrieren von Stahl

Oft kommt mir diese Stadt wie ein Dorf vor – vor allem, wenn ich gerade in Berlin war. Erst vor zwei Tagen wäre es mir beinahe passiert, dass ich nach einem Kinobesuch in der Innenstadt mit dem Bürgersteig hochgeklappt worden wäre. Dann aber weiß ich wieder ganz genau, was es ist, das mich hier hält, auch wenn es sich bei näherer Betrachtung dann doch um eine Sehnsucht nach weiter Ferne handelt – nämlich der Hafen und alles, was dazu gehört. Und mit zu den schönsten Erlebnissen zählt, auf einem großen Schiff auf einem Konzert zu sein.



Es ist lange her, dass ich auf der MS Stubnitz war (mit Sicherheit und Erstaunen kann ich das Jahr 2001 verorten), aber Herrn Neons Lebenskreistheorie folgend war ich nun wieder genau dort. Da, wo sich industriallastige Klänge (tja, nicht der richtige Kreis für Herrn Neon) mit einem Schiffskörper vereinigen und das Beben des Bodens deutlich spürbar ist. Ein erneutes Eintauchen in mit den Ohren begehbare Landschaften, die nur aus noisigen Geräuschen bestehen wie bei Mika Vainio von Pan Sonic. Und anschließend stroboskopmäßige Xenonlichter mit Räucherwerk in härteren Industrialgefilden von Ryan Jordan.
Sehr gut, wenn sich Vergangenheit und Gegenwart zu so einen rundum schönen Abend vereinigen. Und das auch noch an einem Tag, der soundso besonders ist.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Die lieben Kollegen, Teil 24

„ ,Ein guter Personalleiter muss seinen Platz in der Kuschelecke verlassen’, sagt Dieter Wagner, Professor für Organisation und Personalwesen an der Universität Potsdam. ,Mit ein paar schönen Worten an die Belegschaft ist es nicht getan, um sie bei Laune zu halten. ,Stattdessen ist es der Personalleiter, der sich um die Motivation kümmert.’ ”
Das scheint auch mein Personalchef zu wissen – für mich Milch aufschäumen und neue Kaffeebohnen besorgen sind jedenfalls für den Anfang schon mal nicht schlecht.

Sonntag, 1. Dezember 2013

Kreuzberger Nächte

… sind dann doch nicht sooo lang, wenn man tagsüber schon die ganze Zeit unterwegs ist und vor allem, wenn man weiß, dass sich zwischen Nachtleben und horizontaler Niederlassung gefühlt 1000 Stufen befinden. Der Ausblick über die Dächer Berlins ist schon schön, aber eben auch etwas beschwerlich. Diesmal beschränkte sich der Aktionsradius fast nur auf Kreuzberg, aber das heißt nicht, dass nicht viel unternommen wurde. Los ging es mit einer entspannten Runde quasi um den Block, also quer durch den SO 36. Zwischendurch wurden sich aus dem reichhaltig vorhandenen Angebot an türkischen Köstlichkeiten Tekno Köfte geangelt – Köfte zusammen mit Haloumi, Falafel und Salat mit viel frischer Minze = super lecker. Der Dauerregen (nicht aus Hamburg mitgebracht – darauf lege ich wert!) war aber nicht sehr zum ewigen Schlendern geeignet und so wurde dann erst einmal Merret Oppenheim besucht. Vor allem ihre Objektsachen habe ich zwar schon größtenteils gesehen, neu entdeckt habe ich für mich allerdings ihre Gedichte und ihre Wolken-, Nebel- und Gestirnbilder sind real kaum erfassbar – als Abbildung wird deren Atmosphäre sicher überhaupt nicht erfahrbar sein. Der Regen draußen war indes nach wie vor sehr gut erfahrbar, so dass ein Rückzug in unser Himmelsnest erfolgte, um dort in aller Ruhe den Abend zu planen.
Das zuvor angedachte pralle Programm schrumpfte auf einen Ausflug zum SO 61. Kulinarisches Verwöhnprogramm gab es erneut beim Parlament der Engel (mein Gaumen erfreute sich an hausgemachten Tortiglioni mit Artischockenfüllung, die sich mit einer Kräuterweißweinsauce und Tintenfischchen sehr gut vertrugen). Und schon war es Zeit, um rüber zum Arcanoa zu gehen – Höhepunkt der dortigen sehr kreativen Innenraumgestalung ist sicher der Fluss im Tresen. Hingelockt haben uns aber die beiden auftretenden Bands. Die recht jungen Musiker von Isolation Berlin boten einen sehr professionellen Auftritt, der musikalisch irgendwo bei 80er Post Punk mit 50er Einfluss zu verorten ist und viel Wert auf ernsthafte Texte legt. The Polymonsters sind optisch alles andere als unauffällig. Ihre Musik ist eine catchige Mischung aus Pop, Punk, Elektro und Glam.
Um den Bericht mal abzukürzen, geht’s mit Häppchen weiter. Auf diese Weise verbrachten wir auch den folgenden Tag. Ein bisschen Friedrichshain, ein bisschen Neukölln. Da mal einen leckeren Happen, dort eine schmackhafte Kleinigkeit – diesmal mehr asiatisch geprägt. Und schon war der Tag auch wieder vorbei, dabei waren wir doch gerade erst angekommen. Abends wurde im Wrangelkiez Madame Claude aufgesucht, bei der einiges auf dem Kopf steht. Live sorgten Alix Vesper mit Post Dance für Bewegung AMOIRË traten reduziert mit Klavier und großer Leinwand auf, auf der sich sehr schön anzusehende grafische Animationswelten ausbreitenden.
Durch die relativ frühe Rückfahrt reichte der nächste Tag nach dem Ausschlafen nur für ein ausgiebiges türkisches Frühstück in Begleitung einer trägen Englischen Bulldogge. Ach, ja – von Mateo Dienen und Johan Potma wanderte auch wieder Zuwachs ins Gruselkabinett – beispielsweise der da. So, und nun brauche ich erst einmal ein Wochenende zum Ausruhen. Morgen ist doch Samstag, oder?

Donnerstag, 28. November 2013

Ick freu mir

Früher gehörte es zu unserer Familientradition (kleiner Insider), dass wir einmal im Jahr nach Berlin gefahren sind. Lange Zeit habe ich dies beibehalten, dann kamen aber doch ein paar Fehlzeiten zustande. Dieses Jahr werde ich aber wieder im Plus sein, denn der letzte Besuch ist schließlich noch gar nicht so lange her. Aber kann man ja gar nicht oft genug machen, wenn es nach mir geht. Nachdem mal kurz anvisiert wurde, was man in Berlin machen kann, sind wir in spätestens in
zwei Wochen wieder da, was die Meinung meiner Reisebegleitung betrifft. Oder ziehen gleich dorthin. Nun ja, die Vorfreude ist jedenfalls noch genauso groß wie die, die ich als Kind hatte. Da kam und kommt Weihnachten jedenfalls nicht mit.

Sonntag, 24. November 2013

Viel mehr als ein Ersatz



Eigentlich hatte ich den Besuch des Konzertes von Telomer abgesagt, da es endlich Gelegenheit geben sollte, die Savages live zu sehen. Das Ticket gab’s zum Geburtstag und war eines meiner liebsten Geschenke. Dieses hat nun aber seine Gültigkeit verloren, da das Konzert abgesagt wurde. Sehr viel Trost und auch noch mehr darüber hinaus spendeten mir nun dann doch Telomer. Diesmal leider wieder nur als Vorband und dementsprechend kurz, dafür aber auch erneut richtig gut – u. a. mit Luftballons und einem etwas eigenwillig übersetzten Cure-Cover. Mein Verdacht, dass Telomer für den Konzertausfall der Savages gesorgt haben, bestätigte sich indes. Wirklich böse konnte ich deswegen allerdings nicht werden, da an diesem Abend ein neuer Plan heranreifte: ein Konzert von Telomer bei mir im Wohnzimmer! Es gibt da nur ein klitzekleines Problem, nämlich die Lautstärke. Schlagzeug, Bass, Gitarre – das dürfte alles andere als leise werden. Nun heißt es also, meine Nachbarn von der dringenden Notwendigkeit dieser Aktion zu überzeugen. Dazu wird wohl mehr nötig sein, als ein paar Ohrstöpsel zu verschenken ...

Donnerstag, 21. November 2013

Mary & Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet?

Australien, 2009
Regie: Adam Elliot


Ein 8-jähriges Mädchen in Down Under quält sich durch ihr Leben, dass von Einsamkeit geprägt ist. Ihr Vater beschäftigt sich mit dem Ausstopfen toter Vögel und ihre Mutter meist mit Sherry. Der Hahn Ethel ist ihr einziger Freund, aber das ist nun mal kein Mensch. Beschäftigt mit der Frage woher die Babys in Amerika herkommen (Aus Cola-Dosen? Laut ihrem Großvater kommen sie in Australien aus Biergläsern.), schreibt sie blindlings mittels eines Telefonbuches einen Brief dorthin und dieser landet bei Max, einem 44-jährigen Übergewichtigen in New York. Max ist nicht minder einsam und hat so seine Probleme mit den Menschen, was auch daran liegt, dass er das Asperger-Syndrom hat. Zwischen den beiden entsteht eine Freundschaft, die von vielen Aufs und Abs, aber auch von sehr viel Schokolade geprägt ist.
Bei den Figuren dieses Animationsfilms denkt man vielleicht am ehesten an Wallace & Gromit, aber dies ist eher ein Film für Erwachsene. Trotz allem Witz, den man allerdings eher tragikkomisch bezeichnen kann, ist das alles sehr, sehr traurig, aber dennoch liebevoll und herzerwärmend erzählt. Sozusagen ernsthaft und trotzdem sehr unterhaltsam. Und auch den Wortschatz bereichernd – das Wort „durchwirrt” möchte ich nicht mehr missen.
Eine Hommage an Außenseiter und vor allem an die Freundschaft. Und genau deswegen das ideale Geschenk, das man seiner besten Freundin machen kann. Monsterdank nochmals an dieser Stelle an die Frau Sünderin!

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