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Freitag, 24. Januar 2014

Sammeln & Seltenes

Grob könnte man sagen, dass es zwei Arten von Menschen gibt. Zum einen die Jäger und Sammler, die sich ihrer Schätze erfreuen, aber eigentlich auch wissen, dass das ganz schnell zum Messie ausarten kann. Und dann die anderen, denen ein Koffer an Habseligkeiten schon zu viel ist – ein Rucksack reicht doch vollkommen –, die sich dann auch gnadenlos und ohne Probleme von allem trennen können. Sozusagen die Nomaden unter uns. Wenn man zur ersteren Gattung gehört (so wie ich), darf man eigentlich nie umziehen, weil es schlicht unmöglich ist. Eine große Herausforderung ist es da schon, wenn man nur ein Zimmer leer räumen will, genau genommen nicht mal ein halbes Zimmer. Früher war das mal mein Arbeitszimmer, da sah das so aus. Damals habe ich dort auch noch gearbeitet (heutzutage reicht Sofa oder Bett). Es gab dann auch noch mal einen Flatsscreen, aber inzwischen steht nicht mal mehr der Schreibtisch dort. Dafür hat sich ganz viel anderes angesammelt. Halt all das, was man (ja, ich) noch irgendwie gebrauchen kann. Ein paar Puppenteile hier, ein paar Knochenteile dort oder sonstige Materialien, die man gedenkt irgendwie zu verwerten. Auch ein Haufen an Papierkram – Belegexemplare; man will ja schließlich in den Händen halten, was man so fabriziert hat. Und ja, noch x Sachen mehr. Jetzt soll das Ganze auf ein paar Kisten und Schachteln reduziert werden, denn so einfach hält das Glück nämlich keinen Einzug. Nun habe ich noch einen Joker – der Dachboden über meiner Wohnung ist groß und geduldig. Alles lässt sich indes dort auch nicht lagern und so heißt es ausmisten. Immerhin habe ich noch ein paar Monate Zeit, aber mir ist anhand dieses kleinen Bereiches klar geworden, dass das viel zu viel ist, was sich da und nicht nur dort angesammelt hat. Das nicht nur dort ist nämlich weitaus größer, was kein Wunder bei der Größe des RL-Gruselkabinetts ist. Aber es ist nun auch so, dass das nicht irgendetwas ist. Vieles ist nicht nur subjektiv wertvoll, sondern ist jenseits persönlicher Wertvorstellungen einzigartig und ja, objektiv wertvoll. Mich von all diesen Kostbarkeiten mal trennen zu müssen, scheint mir unvorstellbar, aber nichts ist unendlich. Wenn ich tot bin, ist mir das relativ egal, aber die Zeit davor werde ich wohl mit Einschränkungen leben müssen. So ein Zimmer in einem Seniorenwohnheim (was familiäre Pflege bedeutet weiß ich zu genau und auch, dass das in heutigen Zeiten vielmals gar nicht machbar ist) ist meist einfach verdammt klein. Bei vollem Bewusstsein würde ich dann sicher meine Schwierigkeiten haben. Und so wird wohl von all diesen schönen Dingen nicht viel bleiben, auch wenn mein Sohn ebenfalls ein Jäger und Sammler ist. Mag sein, dass digitale Spuren auf ewig erhalten bleiben und dass das kleine Monster auf seine Weise diese Leidenschaft weiterführt. Dieses Verfolgen von etwas Besonderen. Und das wäre dann doch wieder etwas, das immer da sein könnte. Nun gut – ich lebe und zwar jetzt. Und das ist gerade verdammt gut.

Sonntag, 19. Januar 2014

Gänsehaut vor den Toren der Stadt

Viele Konzerte werden hier von mir gar nicht erwähnt. Sei es, weil ich sie nicht so interessant fand oder aber nicht dazu gekommen bin, auch wenn der Auftritt noch lange nachgewirkt hat und die Musik unvergessen bleibt. Christine Owman gehört zur letzteren Kategorie. Schon bei ihrem ersten Konzert vor vier Jahren in der Hasenschaukel überzeugte mich die einzigartige Mischung ihrer Musik und Performance (die gezeigten selbstkreierten Filme sind ein gleichwertiger Bestandteil ihrer Shows). Genauso vielfältig wie der instrumentelle Einsatz wie z. B. Cello, Ukulele, Singende Säge, die sich ebenso wie ihre Stimme mit elektronischen Effekten verbinden, sind auch die Quellen, die sie inspiriert haben mögen oder die man rauszuhören meint. Düster und melancholisch sind indes alle ihre Songs, die trotz oder gerade wegen ihrer oft minimalistischen Umsetzung direkt unter die Haut kriechen und wohlige Schauer hinterlassen.



Jetzt also sollte Christine Owman das erste Mal nicht allein auf der Bühne stehen. Begleitet wurde sie von Erika Rosén an der Gitarre, die sie zudem gesanglich unterstützte (zuvor gab es auch gemeinsame Tourneen mit Einzelauftritten) und Magnus Sveningsson, dem Bassisten von den Cardigans, der vor kurzem erst in Japan vor 20.000 Zuschauern gespielt hat. Man sollte meinen, dass man nun mmso ein Konzert in irgendeinem der coolsten Läden von Hamburg zu sehen bekommt. Und irrt sich gewaltig. Der Music Star in Harksheide, einem Ortsteil von Norderstedt war der Veranstaltungsort. Nach Norderstedt fährt zwar die U-Bahn, auch wenn es nicht mehr zu Hamburg gehört, aber normalerweise gibt es keinen Grund dorthin zu fahren. Und als kulturell verwöhnter Großstadtbewohner zählt dies zu solchen Vorortgegenden, wo man Sätze gebraucht, bei denen die Wörter Hund, tot und Zaun vorkommen. Im Nebenraum eines versteckt liegenden kleinen Cafés befindet sich ein Musikklub, der mit viel Engagement geführt wird und technisch bestens ausgestattet ist. Gegen kleine Klubs habe ich ja überhaupt nichts, eher das Gegenteil. Bei diesem fühlte ich mich aber doch etwas abgeschreckt. Die Handvoll Besucher, die keine Klubmitglieder waren, fielen sofort auf. Sprich, man selbst auch. Der mehrheitlich bestuhlte Raum war gefüllt von Leuten, unter denen ich mich viel zu jung fühlte. Eine eingeschworene Gemeinde, in der die jüngsten weit über Fünfzig sind, die aber nichtsdestotrotz sehr begeisterungsfähig ist. Zusammen mit einer Musikerin wie Christine Owman wirkte das sehr bizarr. Auf das Konzert hatte dies allerdings keinen Einfluss. Es war großartig, diese Musik nun einmal live richtig umgesetzt zu sehen und nicht „nur” als Soloshow. Schnell verlor man sich im Sog dieser faszinierenden Musik und vergaß die Umgebung.

Sonntag, 12. Januar 2014

Glücklicher geht nicht!

Freitag, 10. Januar 2014

Die lieben Kollegen, Teil 25

Das mit der Entschleunigung scheint ja überhaupt nicht geklappt zu haben, denke ich so, als ich auf meinen Schreibtisch blicke. Ist doch noch gar nicht so lange her, dass ich Geburtstag hatte und nun ist es schon wieder soweit. Denn da stand ein Kuchen. Aber es war dann „nur” eine Gabe vom Kekskollegen. Verglichen mit den Zeiten als unsere Büros noch Tür an Tür waren ist es jetzt, wo uns zwei Stockwerke trennen, nämlich ziemlich dürftig mit der Keksversorgung geworden. Und so gibt es geballte Gaben.

Dienstag, 31. Dezember 2013

Hin und weg

Die Schwere des vorangegangenen Jahres steckt mir immer noch etwas in den Knochen und schon ist fast wieder ein Jahr vergangen. Ganz ohne Bitterkeit kam dieses ebenfalls nicht aus, aber es war wahrlich vollgepackt mit so viel Schönem, dass man sehr gern darauf zurück sehen möchte. Das ist nur nicht so einfach, da dieses Jahr so rasend schnell vergangen ist, dass mir dabei wohl schwindlig werden würde. Also, eine Forderung an das neue Jahr: runter vom Gas! Und so wünsche ich allen ein

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das einem genug Zeit lässt, um all das Schöne, das es sicher bereit halten wird, auch in Ruhe genießen zu können. Gehen Sie es langsam an!

Dienstag, 24. Dezember 2013

Süßer die Schädel nie klingen



Nachdem kurz vorm vierten Advent hiererorts gar mehr als vier Lichtlein brannten, ist es nun allerhöchste Zeit für die Weihnachtsgrüße aus dem Gruselkabinett. Das florale Rote, das wir diesmal tragen, hat indes nichts mit jenen bösen Buben zu tun (deren Hass man verstehen mag, aber keinesfalls toleriert), sondern ist diesmal der Ersatz für Rotzipfliges und einfach besser passend zu Zuckerschädeln. Was denn der Día de los Muertos nun mit Weihnachten zu tun hat, wird sich jetzt so mancher fragen. Aber das ist schnell erklärt. Zum einen ist der Día de los Muertos nicht nur ein Tag (genau genommen handelt es sich hierbei ja auch schon um mehrere Tage) im gruselkabinettchen Kalender – manchmal ist ja auch die Rede davon, dass hier jeden Tag Halloween ist. Zum anderen ist wohl kein Fest mit so viel Süße vollgekleistert wie Weihnachten. Mag man das nun wortwörtlich oder im übertragenen Sinne verstehen. Mischen wir das also mal wild zusammen und nehmen statt orange-gelber Blumen (die Tote am besten erkennen können) weihnachtlich rote, geben der weihnachtlichen Süße einen freundlich-ironischen Todeskick und schon verbündet sich der Calavera de Dulce mit dem Weihnachtsmann, um allen ein süßes Fest zu wünschen, ohne jede Bitterkeit, aber auch ohne in klebriger Süße zu versinken.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Wohlverdient

Einen Tag noch dazu geklaubt und so weiß ich nun schon, was mein Wecker morgen macht. Nichts. Am 6. Januar darf er sich dann wieder zu Wort melden. Wenn ich bis dahin noch weiß, wie ich ihm eine Sprecherlaubnis erteile. Bis dahin heißt es, einfach mal die lang ersehnte Ruhe zu genießen. Die ist mir nämlich gerade in der letzten Zeit etwas abhanden gekommen.

Sonntag, 15. Dezember 2013

Der ganze Schrecken der Tonkunst



Lars Rudolph ist eigentlich eher als Schauspieler bekannt, dabei dürfte seine Leidenschaft nicht minder der Musik gelten. Mit seiner Band Mariahilff vertonte er unter der Regie von Kai Grehn die Novelle „Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik” von Kleist. Betitelt als Psychodelikum kam dieses sehr untypische Hörspiel auf die Bühne – eine theatralische Mischung aus Musik und Tönen, Sprache und Gesang. Unter vollem Körpereinsatz beginnt das Stück mit Holzhacken, was einen ganz eigenen Rhythmus erzeugt. Mandolinen, Trompete, singende Säge und andere akustische Instrumente vereinigen sich mit Samples und rauen Männerstimmen zu einem wilden Konglomerat, das in keine Schublade passt. Mit der fiebrigen Intensität eines Kinski werden die Moritaten vorgetragen und das Glück im Wahn, die Macht von Musik sehr eindrücklich erfahrbar gemacht. Gloria in excelsis musica et dementia.

Videotrailer

Montag, 9. Dezember 2013

Weder neu noch vollkommen

Das Neue findet sich zwar immer wieder, aber es steht nun kein expliziter Neuanfang an. Von Vollkommenheit, gar göttlicher, kann erst recht nicht die Rede sein. Und so ist 3 x 3 einfach nur 9. Allenfalls ein Neuntöter könnte bei der Zahl Neun in hiesiger Umgebung symbolisch herhalten, spießt er doch seine Beutetiere auf Dornen auf. Man müsste nur weiter in die Ornithologie einsteigen, dann könnte man bestimmt herausfinden, dass die Beutetiere des Neuntöters vor ihrem Ableben eine 117+ relevante Äußerung von sich gegeben haben. Mit großer Sicherheit kann ich allerdings sagen, dass sich die Umgangsformen im Gruselkabinett auch zukünftig nicht ändern werden, so dass die 9 doch einfach nur eine 9 ist. Bedanken kann ich mich jedoch bei all jenen, die es hier nun schon 9 Jahre ausgehalten haben.

Freitag, 6. Dezember 2013

Nach dem Sturm

War da was? Doch nur eher ein laues kaltes Lüftchen. Nahe am Wasser gebaut habe ich soundso nicht, von daher wurde ich nur mit ein paar freien Stunden überflutet. Es gab nämlich sturmfrei.

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Das Vibrieren von Stahl

Oft kommt mir diese Stadt wie ein Dorf vor – vor allem, wenn ich gerade in Berlin war. Erst vor zwei Tagen wäre es mir beinahe passiert, dass ich nach einem Kinobesuch in der Innenstadt mit dem Bürgersteig hochgeklappt worden wäre. Dann aber weiß ich wieder ganz genau, was es ist, das mich hier hält, auch wenn es sich bei näherer Betrachtung dann doch um eine Sehnsucht nach weiter Ferne handelt – nämlich der Hafen und alles, was dazu gehört. Und mit zu den schönsten Erlebnissen zählt, auf einem großen Schiff auf einem Konzert zu sein.



Es ist lange her, dass ich auf der MS Stubnitz war (mit Sicherheit und Erstaunen kann ich das Jahr 2001 verorten), aber Herrn Neons Lebenskreistheorie folgend war ich nun wieder genau dort. Da, wo sich industriallastige Klänge (tja, nicht der richtige Kreis für Herrn Neon) mit einem Schiffskörper vereinigen und das Beben des Bodens deutlich spürbar ist. Ein erneutes Eintauchen in mit den Ohren begehbare Landschaften, die nur aus noisigen Geräuschen bestehen wie bei Mika Vainio von Pan Sonic. Und anschließend stroboskopmäßige Xenonlichter mit Räucherwerk in härteren Industrialgefilden von Ryan Jordan.
Sehr gut, wenn sich Vergangenheit und Gegenwart zu so einen rundum schönen Abend vereinigen. Und das auch noch an einem Tag, der soundso besonders ist.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Die lieben Kollegen, Teil 24

„ ,Ein guter Personalleiter muss seinen Platz in der Kuschelecke verlassen’, sagt Dieter Wagner, Professor für Organisation und Personalwesen an der Universität Potsdam. ,Mit ein paar schönen Worten an die Belegschaft ist es nicht getan, um sie bei Laune zu halten. ,Stattdessen ist es der Personalleiter, der sich um die Motivation kümmert.’ ”
Das scheint auch mein Personalchef zu wissen – für mich Milch aufschäumen und neue Kaffeebohnen besorgen sind jedenfalls für den Anfang schon mal nicht schlecht.