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Sonntag, 5. November 2006

Petra-Pan-Syndrom

Die Schwierigkeit mit dem Erwachsenwerden aus weiblicher Sicht. Da stellt sich zunächst einmal die Frage, was Erwachsensein überhaupt ist. Ganz so verstanden habe ich das nämlich immer noch nicht. Auf jeden Fall hat das sehr viel mit Vernunft zu tun. Und irgendwo auch mit Verantwortungsgefühl. Ja, gut. Mit letzterem habe ich mich arrangiert bzw. trage ich ohne Wenn und Aber Verantwortung. Vor allem als Muttertier hat man das mindestens im Doppelpack. Damit haben die Peter Pans ja öfters etwas Probleme. Aber Vernunft? Immer sofort griffbereit darauf eingehen, auch wenn man anders könnte, wenn dies zwar nun auch nur mehr sporadisch möglich ist? Bietet sich eine Lücke im Alltagseinerlei an oder kann diese ohne Probleme geschaffen werden, dann greife ich da gern mit vollen Händen zu. Und Lücken lassen sich mühelos finden, wenn man nur will. Seltsamerweise gesteht man in postemanzipatorischen Zeiten einer Frau nicht zu, nicht erwachsen zu sein. "Das Kind im Manne" ist dagegen schon legendär. Warum nur soll es normal sein, dass man als Frau immer vernünftig sein soll? Warum soll man überhaupt immer nur vernünftig sein? Vernunft ist allzu oft nur das, was einen hindert, im Hier und Jetzt zu leben. Das hat dann überhaupt nichts mit Infantilismus zu tun oder nur insoweit, dass Kinder das sehr gut können - in der Gegenwart leben. Und das ist doch letztendlich das wahre Leben. Mit allen Sinnen den Augenblick erleben. Und da kann ich nur sagen, dass ich nie erwachsen werden möchte und vor allem, mir nie selbst Zwänge auferlegen möchte, die dies einengen. Es reicht schon, dass es Einschränkungen gibt, über die ich nicht selbst entscheiden kann, auch wenn ich mir diese teilweise womöglich doch selbst ausgesucht habe. Aber wenn ich selbst wählen kann, dann möchte ich diese Freiheit auch grenzenlos auskosten. Ich werde niemals alt werden und immer jung bleiben, so lange ich es nicht will. Möge mir dieser Wille immer erhalten bleiben, auch wenn er immer weniger auf Verständnis trifft, je älter ich an Jahren werde, aber nicht von meinem Gefühl her.