Alien
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Freitag, 9. Februar 2007

Weiß weiß nicht

Should i stay or should i go? Kaum denkt man, dass der Winter nun endgültig ein Mythos vergangener Zeiten ist, wacht man auf und alles ist mit Schnee bedeckt. Und Flocke um Flocke gesellt sich hinzu. In jeder schlummern schon suizidale Träume.
Nur eine Frage der Zeit, wann sie mit dem flüssigen Nichts verschmelzen. Wasser, das alles bedeutet und deshalb auch nichts. Für die Flocken wird nur das feuchte Grab bleiben.
In ein paar Stunden, in ein paar Tagen ... An einen Winter, der mit grimmigen Frost alles im Griff hat, kann man nicht mehr glauben. Ich mag keine unentschlossenen Jahreszeiten. Eigentlich mag ich überhaupt keine Unentschlossenheit.
Am wenigsten an mir selbst.

Donnerstag, 8. Februar 2007

Ganz schlimm

„Wir hätten gestern noch neuen Kaffee kaufen müssen.”, seufze ich bei dem Blick in die fast leere Dose und stelle erleichtert fest, dass es noch knapp für eine Kanne reicht.
„Musst du denn jeden Morgen Kaffee trinken?”, fragt das kleine Monster.
„Ja.”, antworte ich erstaunlich schnell für meinen Zustand zu dieser Zeit.
„Stell dir vor, es wäre Krieg. Dann hättest du andere Probleme.”

Mittwoch, 7. Februar 2007

Absturzgefahr

Manchmal ist es nur ein schmaler Grat, der zwischen Toleranz und Gleichgültigkeit liegt.

Montag, 5. Februar 2007

Infiziert

Eigentlich mag ich ja so Mitmachquatsch nicht.
Eigentlich habe ich auch gar keine Zeit dazu.
Eigentlich macht das aber doch sehr viel Spaß.

Sonntag, 4. Februar 2007

Einfach mal die Klappe halten

Der Norddeutsche, so sagt man, ist verschlossen und wortkarg. Nichts lässt ihn so leicht aus seiner Ruhe bringen und den Mund bekommt er höchst selten auf. Schön wär’s...
In Großstädten lebt man anonym, so sagt man. Es wird immer Distanz gewahrt. Keiner beachtet den anderen. Schön wär’s...
Zumindest nervt es mich manchmal sehr, wenn mir fremde Menschen unbedingt ein Gespräch aufdrängen wollen, ohne dass ich in irgendeiner Form dazu Bereitschaft signalisiert hätte. Die Rede ist hierbei gar nicht von blöden Anbaggerversuchen, die selbstredend soundso nerven, sondern einfach belanglose Smalltalk-Attacken.
Nicht minder nervt es, dass man ständig ebenso blöd angeglotzt wird. Manchmal muss ich erst einmal in den Spiegel schauen, um mich davon zu überzeugen, dass mir nicht doch über Nacht ein drittes Auge auf der Stirn gewachsen ist oder etwas anderes in dieser Richtung. Ich bin eigentlich kein Freund von T-Shirts
o.ä., auf denen irgendwelche Sprüche stehen. Aber bald ist es doch so weit und darauf wird dann „Glotz nicht so und halt ja die Fresse!” stehen.

Freitag, 2. Februar 2007

Bequemheit

Es ist schon etwas paradox, dass gerade dieser Begriff vom Aussterben bedroht ist und zunehmend der Vergessenheit anheim fällt und sich die weitaus längere Bequemlichkeit durchgesetzt hat.

(An was man so denkt, wenn das Wochenende in Sichtweite ist.)

Mittwoch, 31. Januar 2007

Geweih(t)

Zur Zeit der Kälte sehen die kahlen Äste aus wie Geweihenden. Eine Ehrerbietung an den Herrn der Wälder, der sterben musste. Cernunnos wird wieder und wieder leben, wie jedes Jahr die Äste wieder und wieder grüne Blätter tragen werden.

Dienstag, 30. Januar 2007

Nachtschicht

„So ist denn alles was ihr Sünde, Zerstörung, kurz das Böse nennt, mein eigentliches Element.”

Der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Und wenn es um Zerstörung geht, sind die Gravitationskräfte sehr hilfreich.
Man sollte sich nicht nur überlegen, wie man ein Werk gestaltet, sondern auch, wie man es sicher irgendwo befestigt, damit einem der Teufel nicht ins Handwerk pfuscht.

Aber nun erst recht! So schnell gebe ich nicht auf und was heute für vollendet erklärt wurde, soll auch heute für vollendet erklärt werden.

Montag, 29. Januar 2007

Hin und her

Warten auf die Fähre. Ein Mann geht am Anleger. Hin und her. Seine Fingernägel sind einige Zentimeter lang. Das Schiff kommt an, wenige Passagiere steigen aus, wenige steigen ein. Der Himmel ist grau mit tief hängenden Wolken. Kein einladendes Wetter. Der Mann bleibt auch an Bord nicht stehen. Schritt um Schritt. Hin und her. Wie ein Tier im Käfig.
Fragen und Antworten. „Wo gibt es überall Kreisläufe?” „Eigentlich überall.” Hin und her. Die Wellen schäumen weit über den Bug und lassen das Schiff schaukeln. Hin und her.
Die regenschweren Wolken entlassen ihre Last. Tropfen prasseln gegen die Scheiben. Wasser fließt von oben, Wasser fließt von unten. Hin und her. An Deck weht eine steife Brise. Möwen scheinen sich regungslos in der Luft zu halten. Der Wind greift nach den Haaren und zerzaust sie. Hin und her. Die Fähre legt an und fährt wieder los. Hin und her. Etwas anderes scheint es nicht zu geben. Manchmal ist dies deprimierend, weil es kein Entkommen gibt. Dann wieder wirkt es beruhigend, da man nach jedem Hin mit einem kommenden Her rechnen kann.

Samstag, 27. Januar 2007

Nur Mut!

„Brauchst keine Angst haben”, sagt der Mann beruhigend zu seinem sehr, sehr großen Hund, welcher sich an ihn drängt als ich an den beiden vorbei gehe.

Seltsam. Ich habe nicht mal böse geguckt. Ehrlich!

Mittwoch, 24. Januar 2007

Die Kälte spüren

Das knirschende Knacken des Eises von gefrorenen Pfützen unter den Schuhen. Über einem der klare Himmel, der noch zu dieser Zeit keinen Schnee verspricht, aber sehr bald und doch eindeutig ein Winterhimmel ist, an dem eine Sonne scheint, die nicht mehr wärmt. Deren gleißende Strahlen aber Schnee mit aller Macht zum Funkeln bringen würde. Die frostige Luft nicht nur im Gesicht spüren, sondern extra keine Handschuhe anziehen, weil es sich genau so richtig anfühlt. Bis die Finger ganz taub von der Kälte sind. Nur um dann daheim in den klammen Händen eine heiße Tasse zu halten, sich daran wärmen und Schluck um Schluck die Blasphemie* genießen, die sich alsbald auch wärmend im Innern ausbreitet.

*Falls Sie nicht wissen, wie man Blasphemie (eigentlich das genaue Gegenteil) trinken kann, fragen Sie Frau Chris.

Dienstag, 23. Januar 2007

Nichts bleibt wie es ist

Die gute Nachricht:
Demnächst wird mein Arbeitszimmer ungefähr fünf/sechsmal so groß sein wie bisher.

Die schlechte Nachricht:
Es wird sich nicht mehr im Gruselkabinett befinden.