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Freitag, 30. März 2007

Horizontale Metamorphosen

Sobald ich liege - es reicht auch schon eine bequeme Position auf dem Sofa -, wird mein Bauch groß und schwer. Bedeckt ist er dann mit vielen schwarzen Haaren. Das Seltsamste sind allerdings die Geräusche, die er von sich gibt. Eine Maschine scheint sich in Gang gesetzt zu haben, deren Motor laut hörbar ist. Ohne Rast und Ruh’ ertönt es. Wäre dies nun in Lungennähe zu orten, könnte man es als Rhonchus bezeichnen, aber es ist eindeutig mein Bauch. Ich habe schon den ganzen Pschyrembel mehrmals durchgelesen und auch im Internet sämtliche medizinischen Foren erforscht, aber diese Symptome sind nirgendwo zu finden. Ob ich doch mal einen Arzt aufsuchen sollte?

Donnerstag, 29. März 2007

Unheilvoller Pakt

Wenn Traum und Trauma sich verbinden. Die grenzenlose Leichtigkeit von Träumen, in denen sich Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges verbinden, kann sich ebenso in grenzenlose Schwere wandeln. Das, was man mühsam im Wachsein gelernt hat, – dass man nämlich die Vergangenheit nicht ändern kann, sie nicht leugnen kann, aber lernen kann, mit ihr zu leben und sie so zu akzeptieren wie sie ist –, das macht ein Wimpernschlag im Traum zunichte. Unendlich viele Möglichkeiten gebiert die Traummaschine. Seltsam und verwirrend andere Wege, milde Alles-ist-gut-Versionen oder aber auch die erschreckende Option, dass alles noch schlimmer sein kann.

Montag, 26. März 2007

Die Schrecken der Wälder

Die Bäume sind noch kahl, tragen aber dennoch schon schwer. Da ein kleines Monster, dort ein kleines Monster. Ich klaube sie von den Ästen, wenn sie den Weg zur Erde nicht mehr finden, weil diese so schwindelerregend weit entfernt ist. Das Leben tobt auch unter den Rinden der Bäume, die das Leben aufgegeben haben und überall dort, wo sich die inzwischen wieder erstarkte Sonne dennoch nicht hintraut. Manch einer der lichtscheuen Bewohner wird sich nicht über den ungebetenen Besuch gefreut haben. „Engherzig schleicht er durch das Moos, beseelt von dem Gedanken bloss, wos dunkel sei und feucht und hohl, denn da ist ihm pudelwohl", schrieb schon Wilhelm Busch. Aber es gibt noch so viel anderes zu entdecken. Hinter jeder Wegbiegung wartet ein neues Königreich, das erobert werden will. Gefährliche Kreaturen, der Gemeine Mooswüterich und der Große Wurzelbeißer, geben ihr Bestes, um diese Schätze zu bewachen, aber davon lassen sich kleine Monster nicht einschüchtern ...


Gemeiner Mooswüterich


Großer Wurzelbeißer

Samstag, 24. März 2007

Ich schreibe nichts mehr

Wusste ich ja nicht, aber wenn das so ist ...

Mittwoch, 21. März 2007

Verlassene Orte



Staub zu Staub und Stille überall. Blicke tasten sich durch Spinnweben, halten inne - verweilen in der überfüllten Leere. Behutsam wenden sich die Schritte wieder hinaus.

Samstag, 17. März 2007

Irgendwo, irgendwann

Nachts, wenn die Autos über den nassen Asphalt schlittern, der Regen von oben und allen Seiten auf mich nieder prasselt. Der Wind sich mir entgegenstemmt, genauso wie ich ihm. Wir messen unsere Kräfte und lachen wie man nur tiefnächtens lacht, wenn keiner einem zuhört oder es einfach egal ist. Wenn sich das Wochenende in einer Großstadt ankündigt, sind soundso nur Verrückte unterwegs. Aber die kleinen Fluchten interessieren mich nicht, auch wenn ich sie ebenso schätze. Nur heimwärts zieht es mich. Und ich finde es schon unterwegs. Die Regentropfen im Gesicht - mehr Heim scheint mir unvorstellbar.

Freitag, 16. März 2007

Das muss auch mal sein

Einfach mal alle Widrigkeiten ignorieren (so einfach verschwinden die ja doch nicht) und beschließen, diesen Tag nur gute Laune zu haben.

„Let me put you in the magic position, darling!”

Donnerstag, 15. März 2007

Nase voll

Ja, das ist mir inzwischen klar, dass ein blauer Himmel und strahlende Sonne noch keinen Hochsommer ergeben.
Und auch, dass man das womöglich bei der Auswahl der Bekleidung berücksichtigen sollte.

Dienstag, 13. März 2007

Perlentaucher

Eine zweite Sonne ganz nah bei mir. Hätte ich den Arm ausgestreckt, hätte ich sie fast berühren können. Sanft schaukelte sie vor sich hin. Bis einer dieser schwarzen Vögel mit den grotesken Füßen kam. Mit dem Kopf voran, da wo er nicht schwarz war, glitt er mitten in die Sonne. Von ihr blieben nur noch konzentrische, glitzernd-zuckende Kreise. Es dauerte zwei, drei Ewigkeiten bis er wieder auftauchte. In seinem Schnabel eine große Muschel. Wer weiß, vielleicht enthielt sie eine Perle. Vielleicht spielt das aber auch gar keine Rolle und es kommt nur darauf an, sich kopfüber in die Sonne zu stürzen.

Montag, 12. März 2007

Phantomzeit

Es war doch keine so gute Idee, das Wochenende in nur einen Tag und eine Nacht aufzuteilen. Irgendwie habe ich dadurch das Gefühl, dass Zeit dabei verloren gegangen ist. Und müde bin ich auch noch. Womöglich gab es schon eine geheime Zeitumstellung, denn von Winterzeit mag ich nicht mehr reden. Ich bin aber sicher, dass ich diese Zeit vor der erneuten Umstellung zur Winterzeit zurückerhalte. Denn es wird bis dahin ganz bestimmt Tage geben, die sich endlos in die Länge ziehen. So einer könnte es heute werden.

Freitag, 9. März 2007

Das ist halt so

Ein jeder Wunsch des Behaltenwollens enthält den des Anhaltens. Ein Innehalten, das man nicht für ewig einhalten kann. Es verhält sich ja doch so, dass man letzten Endes nichts festhalten kann. Das kann man nicht aufhalten, die Zeit wird dagegenhalten. Stets muss man sich bereithalten für diese Veränderungen. Manchmal mag man deswegen ungehalten sein. Man kann ja nicht stets stillhalten und seine Gefühle niederhalten. Maßhalten mögen einige heilighalten. Ich möchte aber dem entgegenhalten, dass Zurückhaltung nicht immer so hochgehalten werden sollte. Haltlosigkeit muss man nicht unbedingt fernhalten, sondern kann diese Option auch offenhalten. Das kann man mir natürlich vorhalten, aber das kann ich aushalten und wird mich nicht abhalten. Vielleicht liegt aber auch bei Ihnen ein Dafürhalten vor. Ein Zueinanderhalten ist ja auch nicht schlecht und es wäre oft wünschenswert, wenn es mehr Zusammenhalt gäbe. Allerdings ist das nicht jederzeit stichhaltig, vor allem wenn es zum unreflektierten Mithalten führt - dem kann nicht jeder standhalten - oder wenn es ums rein egoistische Warmhalten bar jeder Werthaltung geht, was bisweilen schwer auseinanderzuhalten ist. Aber ach, halten Sie es so wie sie wollen. Wir können uns ja darüber unterhalten. Wenn Sie Ihre Meinung aber lieber geheimhalten wollen, dann müssen Sie sich eben raushalten.

Donnerstag, 8. März 2007

Sichtwaise

Sicher ist der Spiegel beschlagen. Oder altersblind.
Noch wahrscheinlicher, dass es sich um einen Zerrspiegel handelt. Anders kann es nicht sein. Man sieht es doch mit eigenen Augen ...

Oft fällt es viel zu schwer, eine andere Sichtweise als die eigene einzunehmen. Diese eine ist immer nur eine einzelne. Dabei gibt es unendlich viele, bei denen jeweils ebenfalls mit vollster Überzeugung angenommen wird, dass sie die einzig richtigen sind. Und jede kann für sich genommen ebenso wahr sein. An so etwas denkt man immer viel zu wenig.
Oder gar nicht.