Alien
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Mittwoch, 30. Mai 2007

Wo es kalt und dunkel ist

Meist ist ein Fenster geöffnet, frische Kühle breitet sich aus und keine Lampe findet Verwendung. Auch an grauen Tagen, die es hier zur Genüge gibt, fällt für mich ausreichend Licht durch die großen Fenster, die mitten in der Stadt einen Blick in eine grüne Wildnis erlauben. Manchmal sieht man dort auch einen Falken, dessen Anwesenheit die anderen Vögel laut warnend verkünden. Wenn dann doch die Sonne zu sehr scheint, versetzt eine Jalousie das Zimmer in einen Dämmerzustand.
Ganz anders sieht es bei einer Kollegin aus. Neonröhren sorgen für gnadenlose Helle und die Heizung für nicht minder gnadenlose stickig-warme Luft. Trotzdem ist ihr meist kalt und selten sieht man sie ohne Strickjacke. So auch heute. Mit einem Blick auf meine kurzärmelige Bekleidung meinte sie, dass es heute doch recht frisch sei. „Nö”, meinte ich nur. „Ach”, seufzte sie, „mit dir kann man aber auch gar nicht über das Wetter reden und aus deinem Zimmer weht es auch schon wieder so kalt herüber.”

Sonntag, 27. Mai 2007

Nicht so viel nachdenken

Kopflosigkeit - nicht gerade die optimale Lösung.

Freitag, 25. Mai 2007

Eindeutiges Indiz

Wenn ich es nicht schon so merken würde, dass ich momentan noch recht müde bin, dann spätestens als ich mich als C. Araxe beim Agentur-Server einloggen wollte.

Mittwoch, 23. Mai 2007

Anruf vom Anwalt

Es geht um Urheberrechtsverletzungen von Bildern aus dem Internet. Die Schadenersatzforderungen werden sich auf
ca. 700 Euro belaufen. Hinzu kommen dann noch die Anwaltskosten. Das wird teuer ...

Aber nicht für mich. Ganz im Gegenteil. Also lassen Sie sich besser nicht dabei erwischen, wenn Sie Bilder von mir klauen. Wenn diese rein privat verwendet werden, sehe ich das nicht so eng, finde aber einen Bildnachweis wünschenswert. Bei einer kommerziellen Nutzung hört der Spaß allerdings auf.

Sonntag, 20. Mai 2007

Träger Acker

„Und du entwickelst dann Überlebenskonzepte, die Saat zu pflegen, die Keimlinge zu beschützen, das über eine Zeit retten, auf ein anderes Ufer bringen. Gralshüter einer eben momentan unbrauchbaren Ideenlandschaft.”
Kai-Uwe Kohlschmidt, Sandow

Es keimt. Es keimt seit einiger Zeit. Leider scheint die Triebkraft nicht sehr groß zu sein, nur mühselig wird die Ackerkrume durchstoßen.

Geduld. Ach, Geduld. Was war das noch mal?

Freitag, 18. Mai 2007

Nightmare Detective

Japan, 2006
Regie: Shinya Tsukamoto
Darsteller: Ryuhei Matsuda, Hitomi, Masanobu Ando, Ren Osugi, Yoshio Harada

Was für ein Albtraum! Genauer gesagt - viele Albträume. Tödliche Albträume.
Es ist schon Ewigkeiten her, dass ich glaubte, nach einem Film nicht schlafen zu können. Bei diesem Film hatte ich große Zweifel, überhaupt jemals wieder schlafen zu können. Und ich machte mir so meine Gedanken, dass es wohl nicht die beste Idee war, sich diesen Film um 23 Uhr anzusehen. Oder vielleicht doch, weil so die Nacht kürzer war. Das Beängstigende war nicht, dass es auch recht blutig („Diese jungen Leute heutzutage. Können die das nicht diskret machen? Muss das immer so eine Sauerei sein?”) zuging - reine Splattermovies langweilen mich eher. Nein, die Ängste, die hierbei bestens in Szene gesetzt wurden, sitzen tiefer. Viel tiefer.
Suizidale Gedanken hat jeder. Sind diese auch noch so gut im Innern versteckt und man ist sich ihrer gar nicht bewusst. Der Serienkiller in diesem Film findet sie. Im Traum. Und er bringt seine Opfer dazu, sich selbst zu töten. Im Traum. Der Tod ist dann allerdings kein Traum mehr, sondern Realität. Gegen diese Methoden ist zunächst auch der Albtraumdetektiv machtlos, der ebenfalls in die Träume anderer Menschen gelangen kann. Aber bei diesem Film gibt es ein Happy End, was ich zwar sonst meist kitschig finde, vor allem wenn es so hollywoodmäßig erfolgt. Hierbei ist es jedoch recht beruhigend, dass zum Schluss die Liebe stärker als der Tod ist und an das Gute geglaubt wird - zumindest etwas.
Wer lieber ruhig schlafen möchte, sollte sich diesen Film nicht ansehen und sicherheitshalber aber trotzdem immer vorm Zubettgehen unters Kopfkissen schauen, ob da nicht ein Messer liegt ...

(DVD-Start ist der 29. Juni. Der Film lief zu den diesjährigen Fantasy Filmfest Nights und während des gerade stattfindenen Japanischen Filmfests, in dessen Rahmen es eine Retrospektive der Filme von Shinya Tsukamoto gibt. „A Snake Of June” ist auf jeden Fall auch sehr gut. Die Tetsuo-Klassiker werden allerdings nicht gezeigt.)

Mittwoch, 16. Mai 2007

Ein Schiff wird kommen

Ein Schiff fährt wieder. Man kann es nicht sehen, aber um so besser hören, obwohl man gar nicht so nah am Wasser gebaut hat. Ein tiefes Dröhnen, ein verlangendes Röhren, das jede Häuser- und Zellwand durchdringt, damit auch die letzte Landratte mitbekommt, dass alle Sehnsucht im Meer mündet.

Sonntag, 13. Mai 2007

Zum heutigen Tage

Nachdem sich zunehmend um die Gesundheit und Sicherheit des Volkes gekümmert wird, sollte dies auch wieder mehr bei der Mutterschaft erfolgen. Beim ersten Thema fehlen zwar Parolen wie „Rank und schlank, flink wie die Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl” oder auch Phrasen vom „gesunden Volkskörper”, denn so redet man ja nicht mehr.
Aber vom Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper auch immer weniger.
Was alles im Namen der Sicherheit passiert, ist eigentlich weniger verwunderlich, wenn man sich an die Gehlen-Truppe zurückerinnert. Beängstigend ist es trotzdem.
Nun aber zu den Müttern, denn heute ist ja ihr Tag. Aus gegebenen Anlass sollte der Karnickelorden wieder eingeführt werden. Dann klappt das sicher auch wieder mit dem Bevölkerungszuwachs. Dem Zuwachs der deutschen Bevölkerung.

Donnerstag, 10. Mai 2007

Inland Empire

USA, 2006
Regie: David Lynch
Darsteller: Laura Dern, Jeremy Irons, Justin Theroux,
Harry Dean Stanton, Peter J. Lucas

„Erzählst du mir, wovon der Film handelt, wenn du ihn gesehen hast?”, fragte mich das kleine Monster. „Das werde ich auch dann nicht können”, antwortete ich. Denn für Lynch typisch lässt sich allenfalls eine Rahmenhandlung wiedergeben. Was Realität und was Fiktion ist, kann man sehr schnell nicht mehr sagen. Grenzen von Raum und Zeit verschwimmen ebenso wie die Identitäten der Personen, allen voran die der Hauptdarstellerin. Weder Darsteller, noch Zuschauer können zwischen Traum, Wahn und Wirklichkeit unterscheiden und gleiten immer tiefer in dieses verwirrende Geflecht von Andeutungen und Anspielungen. Der Blick ist mal verschwommen, mal überdeutlich ganz nah dran. So nah, dass man meint, in die Hautporen der Gesichter zu fallen (und das sicher nicht nur, wenn man in der ersten Reihe sitzt). Auf jeden Fall ist dies wieder ein Film von David Lynch, den man mehrmals sehen muss. Nicht um ihn zu verstehen. Darum geht es ja gar nicht.

(Kinostart war der 26. April 2007)

Dienstag, 8. Mai 2007

Pawlow ohne Hund

Bilder aus China ansehen und plötzlich Bambusgeschmack im Mund haben.

Samstag, 5. Mai 2007

Verrückt

Der Tisch. Es fand keine spiritistische Sitzung statt. Und noch mehr verändert seinen Ort. Nichts bleibt stehen, alles ist in Bewegung. Die Hitze der Tage lässt das Blut nicht müde glucksen, sondern treibt zu fiebriger Geschäftigkeit.
Alles heute, alles jetzt. Was ist schon später? Die Báthory fordert Tribut. Ich bin nicht gerade sanft mit ihr umgegangen. Sie will Blut sehen. Na, lass’ sie doch. Du kannst sie doch nur zu gut verstehen. Und weiter, weiter. Es wird verrückt, was ins Blickfeld gerät. Der Wille versetzt nicht nur Berge. Und die Kraft, die sich in Äußerlichkeiten austobt, die reicht auch noch für anderes. Es tut gut, dies zu wissen.

Mittwoch, 2. Mai 2007

Sinken auf des Traumes Grunde

Es fällt schwer, sich vom Boden abzustoßen und wieder an die Oberfläche zu tauchen. Zu angenehm ist dieses sanfte Hin- und Herwiegen, den Armen der Seeanemonen gleich. Da und dort noch einen Traum einfangen. Und noch einen.
Macht man sich dennoch auf den Weg nach oben, gelangt man oftmals bloß zu einer Scheinoberfläche, nach deren Feststellung man wieder nur noch weiter in die Tiefe gelangen kann.
Für eine kurze Ewigkeit ...