Alien
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Donnerstag, 26. Juli 2007

Früher, vor einem halben Jahrhundert

... oder ist es noch länger her? Manchmal weiß ich das nicht mehr so genau.

Hastig fuhr mich der Pfleger in meinem Rollstuhl durch die langen Gänge des Altenheims. Er hatte wie immer keine Zeit. Wenn ich nicht gerade in Gedanken versunken war, nutzten wir trotzdem die wenigen Minuten für Gespräche. Die Vergangenheit war mir näher als die Gegenwart und so fingen viele Sätze von mir mit einem „Damals” an.

„Ja, es ist schon lange her, da war ich eine Bloggerin.”
„Was ist denn das?”
„Ich hatte eine Website im Internet, auf der ich Beiträge zu allem Möglichen und Unmöglichen veröffentlichte, die Beiträge anderer Blogger las und kommentierte und diese ebenso meine Beiträge.”
„Und wozu hat man das getan?”
„Ach, das wusste ich schon damals nicht.”



Dienstag, 24. Juli 2007

Akut

Narkoleptische Anfälle.

Es müssen tausende Spindeln gewesen sein. Nur mühsam bleiben die Augen offen, bleischwer die Lider. Schlafen, einfach schlafen und nie mehr aufwachen. Kein Kuss könnte diesem Wunsch Einhalt gebieten. Und doch wissen, dass morgen wieder in aller Frühe ein neuer Tag beginnt, der kein Verständnis dafür haben wird. Und ich m

Sonntag, 22. Juli 2007

Beachtenswert

Das kleine Monster war erwacht,
nach dieser schrecklich kurzen Nacht.
Hat sich gefreut und klug gedacht,
dass es wahrhaftig angebracht,
nun Kerzen werden hell entfacht,
Geschenke freudig dargebracht.
Ganz sicher hat es auch gelacht,
denn Jubel herrscht – es ist vollbracht.



Betrachtungen zum Vergleich
(vor zwei Jahren)

Donnerstag, 19. Juli 2007

Die fetten Jahre fangen erst an

Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht mit Süßem von einem meiner Kollegen bedacht werde. Heute gab’s einen Schokoriegel und eine Zuckerschnecke, noch bevor ich mein Arbeitszimmer erreichte. Wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich ja vermuten, dass er eine Feeding-Beziehung anstrebt.

Mittwoch, 18. Juli 2007

Grabsteine-Kult

Nettes Spielzeug von Herrn Swiss geklaut.

(Aber es ist nicht besser als Sprechwürfeln. Da gebe ich Frau Idoru Recht. Macht trotzdem Spaß.)

Samstag, 14. Juli 2007

Das Schiff legt an bzw. ab.

Das Schiff legt an bzw. ab. Durscht. Wasser, viel Wasser, aber nicht zum Trinken. Das Schiff legt an bzw. ab. Die Hitze wird gespeichert. In einer ganzen Stadt. An Unterhaltung herrscht kein Mangel, aber an Dunkelheit. Die muss man vorbestellen. Das Schiff legt an bzw. ab. Eine Zehenamputation in geeigneter Örtlichkeit. Leider nur fast. Aber immerhin werden die Spinnen gegessen. Das Schiff legt an bzw. ab. Gib Gummi. Es ist egal, wie laut es ist. Man versteht sich auch so sehr gut. Lass die Kobras Puppen fressen. Das Schiff legt an bzw. ab. Schön war’s.

Mittwoch, 11. Juli 2007

Unzensiert

Das letzte Zeugnis vom kleinen Monster, in dem keine Zensuren stehen, dafür aber viele schöne Wörter. Genau genommen sehr viele schöne Wörter, aber das kann ich als Muttertier natürlich nicht schreiben. Auch ein paar weniger schöne Wörter tauchen auf, mit denen ich allerdings schon gerechnet habe („auch Flüchtigkeitsfehler sind Fehler”). Ein paar Formulierungen sind nicht so ganz richtig. Das kleine Monster informiert sich zwar in Büchern, aber viel mehr noch im Internet. Ich glaube, die Lehrerin kennt nicht einmal Wiki.

Eigentlich ist das kleine Monster laut Zeugnis der ideale Blogger: „Du schreibst immer noch gerne Texte und Geschichten. Die originellen Ideen gehen dir nie aus. Du überlegst lange und gründlich, findest gute Formulierungen und bildest ausdrucksstarke Sätze. Deine Rechtschreibung ist sehr gut. Auch Wörter mit orthografischen Besonderheiten schreibst du meistens richtig.” Nach wie vor hat es aber keine Lust zu einem eigenen Blog. Vielleicht werde ich es aber mal als Ghostwriter gewinnen können.

Montag, 9. Juli 2007

Blauer Montag

Nein – und das wird sich jeder Kenner des Gruselkabinetts auch schon gedacht haben –, dieses Blog wird nicht blau eingefärbt. Als Involvierte des Werbefuzzitums weiß ich natürlich um die Bedeutung einer CI.
Um einen alkoholisierten Zustand meinerseits handelt es sich ebenfalls nicht, sondern um einen Tag, den ich fernab des Erwerblebens verbringen werde. Man muss auch mal Prioritäten setzen. Arbeit ist schließlich nicht alles.

Freitag, 6. Juli 2007

Vor die Hunde gehen

„Ihr seid nur noch Hundefutter für den Computer. Der ganze Planet wird auf totale Nivellierung und Kapitulation getrimmt.”

William S. Burroughs, 1959

Mittwoch, 4. Juli 2007

Sonst nichts

Manchmal glaube ich, dass man einfach die ganze Zeit im Gras liegen sollte und in den Himmel sehen. Schauen, wie sich Farben und Formen der Wolken verändern. Wie schnell oder wie langsam sie vorbeiziehen. Sind keine Wolken da, wird die blankblaue Weite genauso gut sein. Ebenso eine dichtgraue Wolkendecke. Und nichts dabei denken.

Es wird sicher vorkommen, dass das Gras zu nass ist oder gar nicht vorhanden ist. In einem Bett, das in der Nähe eines Fensters steht, kann man auch einfach die ganze Zeit liegen und in den Himmel sehen. Schauen, wie sich Farben und Formen der Wolken verändern. Wie schnell oder wie langsam sie vorbeiziehen. Sind keine Wolken da, wird die blankblaue Weite genauso gut sein. Ebenso eine dichtgraue Wolkendecke. Und nichts dabei denken.

Ab und zu wird man müde werden und die Augen schließen. Einschlafen und träumen, dass man einfach die ganze Zeit liegen wird und in den Himmel sehen. Schauen, wie sich Farben und Formen der Wolken verändern. Wie schnell oder wie langsam sie vorbeiziehen. Sind keine Wolken da, wird die blankblaue Weite genauso gut sein. Ebenso eine dichtgraue Wolkendecke. Und nichts dabei denken.

Freitag, 29. Juni 2007

Wohin soll das noch führen?

... wenn nicht einmal die Sünderinnen sündigen wollen.

Mittwoch, 27. Juni 2007

Federn unter der Haut

Der Sturm beugt die Bäume fast bis zum Erdboden – er reitet sie krumm, schrieb Dauthendey. Meine Haare sind ebenso wenig wie die der grünen Riesen zu bändigen. „Komm!”, brüllt mir der Sturm ins Ohr. Doch ich wende mich ab und betrete das Haus. Still ist es im Innern, aber draußen heult immer noch der Sturm. Von oben sehen die Baumwipfel wie ein tosendes Meer aus. „Komm”, fordert mich der Sturm erneut auf, „du kannst es.” Und ich steige die Leiter zum Dachboden hinauf. Quietschend öffne ich die Dachluke. Sie klemmte etwas, schwierig war es jedoch nicht. Die Tritte, die für den Schornsteinfeger gedacht sind, sehen nicht sehr vertrauenerweckend aus, aber mir bleibt nichts anderes übrig, als sie zu benutzen. Mit einiger Überwindung erreiche ich den Dachfirst und richte mich vorsichtig auf. Nur nicht nach unten schauen, in die Schwindel erregnde Tiefe. Ich wende meinen Blick in die Weite der Wolkengebirge. Langsam breite ich meine Arme aus und spüre, wie sich die Federn durch die Haut drängen bis ich richtige Flügel habe. Jetzt fürchte ich die luftige Höhe nicht mehr und weiß, was ich zu tun habe. Mit einem Ruck stoße ich mich ab ...

... und fliege.

Auf und davon.