Montag, 22. Februar 2016

Milchmädchenrechnung

Die Welt könnte so einfach und friedlich sein, wenn man sich mit den es­sen­zi­ellen Dingen begnügen würde. Wenn sich jeder darauf beschränken würde, wäre genug für alle da. Es gäbe ausreichend glückliche Kühe, die an kalten Tagen für heiße Milch mit Haut sorgten oder wem das aus diesen oder jenen Gründen nicht behagt eben Soja-, Hafer-, Mandel- oder Sonstwasmilch. Dies ist keine dekadente Vorstellung, sondern explizit so gedacht, dass sich jeder, also wirklich jeder, damit begnügen könnte. Und all das, was man sonst noch so braucht. Ein Dach über den Kopf, Essen jenseits von Milchhaut. Dass Wärme da ist, wenn es kalt ist und die vor allem nicht nur durch einen Ofen, Zentralheizung, Kamin oder was auch immer, sondern auch durch Menschen, die einem erwärmend zur Seite stehen da ist. Und auch das, was über das allgemeinhin Existenzielle hinausgeht: Musik, Film, Theater, Philosophie, Kunst – einfach nur das und dazu braucht man keine Kriege. Warum beschränkt man sich also
nicht nur auf Milchhaut? Oder irgendetwas, das genauso wichtig ist.
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