Natürlich war ich gestern Abend hauptsächlich unterwegs, um auch noch etwas anderes zu sehen – Bilder von toten Mäusen hatte ich schließlich selbst noch auf meiner Kamera gespeichert (könnte man ja mal bloggen, auch wenn es diesbezüglich eigentlich schon genug gibt) – nämlich
wieder einmal ein Konzert von
CocoRosie. Die erste Überraschung gab es beim Betreten der Location auf Kampnagel: der Konzertsaal war bestuhlt ... Später wurde das dann als doch gar nicht mal so schlecht empfunden, da die beiden Casady-Schwestern nebst Begleitung über wahrscheinlich größeres Stehvermögen als man selbst verfügten und sich eine sehr lange Spielzeit ergab. Spielzeit ist genau das richtige Stichwort, denn die Musik bewegte sich wieder mehr zu der Verspieltheit der Anfangsphase hin und weg von Ghettoattitüde, Hip Hop, Beatbox etc. Dabei hatte ich mich daran ja inzwischen gewöhnt. Die gestrige Instrumentierung mit Flügel, Harfe und dezenterer Perkussion u.a. wäre recht zurückhaltend klassisch gewesen, wenn da nicht noch neben einem Laptop der reich mit Kinderpielzeug gedeckte Gabentisch gewesen wäre, der dann doch einfach zu CocoRosie gehört. „Pippi Langstrumpf auf Absinth”, meinte der Absinthexperte – diese Musik kann man aber auch ohne Absinth genießen. Man darf nur nicht so verengte Gehörgänge haben.
C. Araxe - 2009.06.04, 11:35
Nach langer Zeit habe ich am Wochenende mal wieder die grüne Fee getroffen. Eigentlich wusste ich ganz genau, dass es seine Gründe hatte, dass wir uns so lange nicht gesehen haben. Und so wunderte ich mich am nächsten Tag nicht allzu sehr, dass dieser nicht existierte. Oder ich nicht. Oder beides.
C. Araxe - 2009.06.02, 10:40
Und Zeit habe ich momentan (zumindest theoretisch) soundso mehr als mir lieb ist. Nichtsdestotrotz ist die eine Woche Urlaub so schnell vergangen, dass ich meinen könnte, sie wäre gar nicht gewesen. Zu berichten gibt es darüber auch nichts spannendes. Einen Bumerang ins Jenseits zu befördern ist beispielsweise nicht sehr spektakulär.
C. Araxe - 2009.05.25, 10:44
Eigentlich bin ich momentan viel zu wuschig, um zu bloggen (ja, auch um E-Mails zu beantworten, aber das kommt noch - Monsterehrenwort!) und als ob ich nicht schon genug durcheinander wäre, ereignete sich heute Morgen etwas, das für noch mehr Verwirrung und damit aber auch Ablenkung sorgte. Zumindest für eine Weile.
Als ich an der Krähe in einem Meter Abstand vorbei ging und sie nicht wegflog, wunderte ich mich etwas. Dass sie mich die ganze Zeit dabei ankrähte, wunderte mich auch nur etwas und ich dachte bloß: „selber krah.” Wirklich verwundert war ich aber, als ich dann ihre Krallen am Hinterkopf spürte.
C. Araxe - 2009.05.12, 09:41
Gar eisig weht es ins Gruselkabinett. Wir werden uns warm anziehen müssen.
C. Araxe - 2009.05.08, 09:52
Aus der Türkei wurde mir ein Augenamulett – ein Nazar – mitgebracht. Es soll mich vor dem bösen Blick schützen.
Irgendwie wurde da etwas durcheinander gebracht.
C. Araxe - 2009.05.06, 14:18
Noch nachmittags im Bett liegen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Erst wieder raus gehen, als es anfängt zu regnen, auch wenn es dann kühler geworden ist, weil man nicht genug bekommen kann – vom Geruch des Regens. Das Wundern und die Freude darüber nicht verlernt haben, dass alles immer noch grüner werden kann.
C. Araxe - 2009.05.04, 10:00
„Musik war schon immer eine Form der Lärmkontrolle, das heißt, eine Kontrolle des akustischen Anteils und des Äquivalents von Gewalt. Was wird bei jeder nur erdenklichen Opferszene im Hintergrund gespiet? Musik. Im Vordergrund, musikalisch überdeckt, hört man das lautstarke Knarren der Foltermaschinen und das Schreien der Opfer. Aber kraft dessen, was sie gegen oder mit dem Lärm erreicht, überdeckt und kontrolliert die Musik, die immer Hintergrundmusik ist, die Szene der Opferung und trägt dazu bei, die automatische Eskalation uneingeschränkter Gewalt zurückzudrängen.
Musik geht also mit Szenen der Opferung einher und repräsentiert sie, und in immer stärkeren Ausmaß sind wir über Kopfhörer und Walkmans [etc.], im Zeitalter der musikalischen Repetition, an den Boom dieser Opferszene angeschlossen – als vereinzelte (vielleicht sogar autistische) Teilnehmer in einem Netzwerk aus Identifikationsbeziehungen, die immer stärker individualisiert und käuflich sind. In der Ära der Repräsentation füllte die Musik die Zeit als gemeinschaftliches Ereignis; es war ein Ereignis, bei dem Zuhören und Aufführung zusammen als Gruppe stattfand. Heute ist jede Performance das Playback eines bereits aufgenommenen Hits. Und während jeder Musikkonsument isoliert ist, ist jeder aber auch eine Einer-Gruppe. Die Überisolation jedes Zuhörers ist die Franchise-Erweiterung der Gruppe. Und wir, die wir solo unter unserem Kopfhörer in die akustischen Szenen der Gewalt und der Opferung hineingeworfen sind, haben nur noch etwas Zeit übrig – Zeit, um diese Aufnahmen zu kaufen [oder auf anderen Wegen zu besorgen]. Unsere Kaufkraft häuft stapelweise Aufnahmen an, wobei wir nie die Zeit haben werden, sie alle anzuhören. Es ist eine Form der Vorratsbildung. Wir bunkern diese Musikaufnahmen; wir bunkern, anders gesagt, unsere gesellschaftlichen Beziehungen – die gesellschaftlichen Beziehungen, zu denen ja der Opfer- oder Identifikationszusammenhang von Gewalt und Lärmkontrolle gehört, der das Anhören von Musik ermöglicht oder miteinschließt. Das ultimative Modell für diese Vorratsbildung war das nukleare Waffenlager des Kalten Krieges ...”
Laurence A. Rickels
C. Araxe - 2009.04.27, 10:23
Zurzeit ist es interniert auf Klassenfahrt – schon mal ein kleiner Vorgeschmack für mich, wenn es mit 41 Jahren ausziehen wird. Im Briefkasten war nun heute ein Brief, dem ich entnehmen konnte, dass es ihm gut geht. Jedenfalls war es nur ein Mitschüler, der im Schlamm versunken ist und das kleine Monster wird sicher nicht gleich verhungern, nur weil der Nachtisch zum Kotzen schmeckt. Zum Abendbrot gab es immerhin Brot (vermutlich am Abend). Verdurstet wird es ebenfalls nicht sein, auch wenn es nur „Limo, Limo, Limo und nochmals Limo” gab. Ansonsten scheint es auch außerhalb des Gruselkabinetts viel Spaß zu haben. Und ganz habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Klassenfahrt vielleicht ein Anlass für das kleine Monster wäre, um mal wieder einen eigenen Beitrag zu schreiben.
C. Araxe - 2009.04.22, 14:20
Nicht allzu oft macht man sich bewusst, dass – wenn Winterabende sehr lang sind – die Abende in der Sommerzeit kürzer sind. Nicht nur die Röcke werden nämlich bei steigenden Temperaturen immer knapper, auch die Zeit nimmt rapide ab. Besonders scheint das aufs Wochenende zuzutreffen. War das eigentlich schon? Irgendwie muss das nur ein paar Sekunden gedauert haben. Jedenfalls war das viel zu kurz.
C. Araxe - 2009.04.20, 10:32
„Die schwierigen Verstecke findet man immer zuletzt.”,
meinte das kleine Monster.
Oder gar nicht.
C. Araxe - 2009.04.14, 09:35
Es hat schon etwas absurdes an sich, wenn alle Abzweigungen immer wieder zum gleichen Ort führen. Ein Ort, zu dem man gar nicht will. Man meint, keinen Schritt weiter gekommen zu sein und stellt erst viel später fest, wie weit man wirklich voran gekommen ist, dass das sogar ein sehr weiter Weg war. Erlebt hat man das auch schon mal in anderen Situationen. Das Ziel da draußen entzieht sich indess trotzdem zunehmend. All die zuvor zugenommene Wärme und das erwachte Licht lösen sich auf in eine verhangene Niemandszeit.
Und
weiter ...
C. Araxe - 2009.04.06, 09:50