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Dienstag, 29. Dezember 2009

Weit nach Mitternacht

„O Mensch! Gib acht!

Was spricht die tiefe Mitternacht?

'Ich schlief, ich schlief -,

Aus tiefem Traum bin ich erwacht: -

Die Welt ist tief,

Und tiefer als der Tag gedacht.

Tief ist ihr Weh -,

Lust - tiefer noch als Herzeleid:

Weh spricht: Vergeh!

Doch alle Lust will Ewigkeit -,

- will tiefe, tiefe Ewigkeit!”

Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra


Und die Planeten kreisen gefangen in ihren Bahnen – so nah und doch so fern. Oder sind es gar Galaxien, die sich in der Unendlichkeit begegnen? Die Illusion von Polarring-Galaxien, letztendlich aber dann durch Gezeitenkräfte zerrissen und verschluckt werden? Oder doch einfach zu weit voneinander entfernt, um einen Zusammenhang erkennen zu lassen. Und dann ist da noch diese gewisse Dunkle Materie, die sich jeder Erleuchtung entzieht und einen in Unwissenheit zurücklässt. Aber selbst wenn es da Licht gäbe, besonders hell tief im Innern, auch dann gäbe es Schwarze Löcher. Dieses Feuer, dass da in der Mitte von allem, von mir, ist, das ist einfach nicht wahrnehmbar, nicht annehmbar – nur Schwarz. Dabei enthält doch Schwarz alles, wirklich alles. Aber wie sollte man das sehen können, wenn der so genannte Ereignishorizont – das, was nur am Rande von dem ist, sich jedem Erkennen entzieht? Und so brennt es, verbrennt es. Ich werde und kann auch nicht dieses Licht auslöschen, bis es mich selbst verbrennt.

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Einmal werden wir noch wach ...



Allen ein paar Tage voller Süße und Wärme!
(... also voller Blut.)

Freitag, 18. Dezember 2009

Tatsächlich Winter

Erst war es nur der Frost, der einen spüren ließ, dass es vorbei ist mit dem ewigen Herbst, also dem hiesigen Allzeitwetter. In der Kälte der Nacht freute man sich auf dem Heimweg über halberfrorene Ohren, weil einen nicht nur daheim Wärme erwartete, sondern auch dadurch die innere Wärme noch deutlicher fühlbar war. Und nun sieht es auch nach der kältesten Jahreszeit aus. Nach der kleinen Schneeballschlacht im Wohnzimmer gestern Abend, ist das Weiß da draußen heute immer noch nicht verschwunden, sondern wird durch die kleinen Flocken, die sich sehr viel Mühe geben, immer mehr.
Das es so was noch gibt ...

Dienstag, 15. Dezember 2009

Wir sind Carusella

Crowd surfing ist bei gewissen und gut besuchten Konzerten ja nicht so selten, aber diese Band überschreitet da weitaus mehr Grenzen, die allgemein zwischen Publikum und Bühne bestehen. Zunächst gibt es gar keine Bühne, d.h., es gibt diese schon, aber die wird nicht in Anspruch genommen – stattdessen wird mitten im Publikum gespielt. Zunächst heißt das nur ebenerdig vor dem leider recht wenigen Zuschauern. Dann zieht die Gitarristin ihre Kreise quer durch die Anwesenden (Achtung! Stolpergefahr durchs Kabel). Irgendwann liegt sie nur noch am Boden spielend inmitten der begeisterten Menge. Man fragt sich etwas, woher die beiden diese Art von Energie hernehmen (ohne Frage, Tel Aviv ist ein heißes Pflaster) – im Vergleich zum Drummer ist der Duracell-Hase vollgepumpt mit Schlaftabletten. Aber eigentlich fragt man sich das gar nicht während des Konzertes. Diese Ekstase sprengt einfach jedes Denken. Ganz im Sinne von Georges Bataille. Keine Musik-Konserve kann das erfassen – das geht nur live.



Leider nur ein Eindruck vom Anfang des Konzertes. Der Akku von meiner Cam kennt Georges Bataille nicht.

Montag, 14. Dezember 2009

Wunder vor Weihnachten

In diesen dunklen Tagen begab es sich, dass ich mit noch mehr Blindheit geschlagen wurde. Das war jetzt kein Wunder, sondern Dämlichkeit. Aber dann ... der Wunderheiler bedurfte nur die Zeit einer Stunde und ich wurde wieder sehend. Und ich habe keinen Pfennig dazu bezahlt.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Schlimmer als das Zünden einer Atombombe

Wenn man eine nukleare Explosion verursacht, kann man mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen. Wie lange das beim Bloggen ist, ist nicht im Strafgesetzbuch vermerkt. Es wird sich dabei aber auf jeden Fall um eine schwerwiegendere Straftat handeln (auch wenn ich für Schuldunfähigkeit nach § 20 StGB plädiere), denn fünf Jahre sind nun schon abgesessen und es sieht gar nicht danach aus, als ob ein Ende absehbar wäre. Für die vielfältige Mittäterschaft möchte ich mich an dieser Stelle bedanken.

Dienstag, 8. Dezember 2009

So langsam geht es wieder

Sehr unterhaltsam war es, am Wochenende mal wieder in die Gänge zu kommen. In Anbetracht dessen, dass es um einen Sonntagabend ging, hätte man aber vielleicht doch besser einen Gang zurückschalten sollen, um sich nicht am nächsten Tag nahe dem Untergang zu fühlen. Aber es geht ja nichts darüber, auch mal auf’s Ganze zu gehen.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Der König lebt, schnell stirbt der König

Dieser Beitrag erfolgt etwas zeitversetzt, aber was ist schon Zeit? Etwa das, was ich diese Woche totschlagen möchte, weil es sich zu sehr aufbläht, ohne es mit etwas (er)füllen zu können, was mir sinnvoll erscheint? Und mir nur übrig bleibt, das zu machen, bei dem mir von manchen Seiten Prügel angedroht wird? Und dann auch noch mit Spinnenverbot. Nein, man kann auch in dieser Zeit, die so zeitlos erscheint, aber dennoch zum Glück nicht ohne Ende ist, in andere Zeiten finden.

Nun, denn. Es wurde sich alle Mühe gegeben, aber selbst die Schädelnischen in der Wand können dem neuen „King Calavera” nicht den Charme geben, den das alte hatte. Mag sein, dass dem in ein paar Jahren eine Patina verliehen wird, die ein Heimatgefühl aufkommen lässt. So fühle ich mich aber doch etwas an die DDR erinnert. Nur dass dort der Name geändert wurde und der Ort gleich blieb, es hier jedoch anders herum ist. Vereinigungen kann man da und dort ausmachen. Manche scheinen durchaus geglückt zu sein, aber die Heimat ist unwiderruflich in der Vergangenheit verschwunden. Das mag jetzt sentimental klingen, aber immerhin handelt es sich um einen Ort, mit dem sehr viel verbunden wird. In etwa so etwas wie „Auferstanden aus Ruinen”, wenn da auch die Trümmer eigentlich schon weiträumig entfernt wurden.

Freitag, 27. November 2009

Das würde mir nicht mal im Traum einfallen

... aber dem kleinen Monster. Dem träumte nämlich, dass ich von einer AKN-Bahn hypnotisiert wurde. Unter Einwirkung dieser Hypnose wollte ich unbedingt nach Henstedt-Ulzburg umziehen. Ausgerechnet nach diesem Vorort der synonym für höchste Ödnis steht (im Geburtsvorbereitungskurs wollte eine Teilnehmerin, die daher stammte, ihr Kind unbedingt woanders zur Welt bringen, damit es nicht durch diesen Geburtsort zu ewiger Schmach verurteilt ist). Ich setzte mich auch sofort in die nächste AKN-Bahn und fuhr hin. Das kleine Monster kam nur noch gerade so hinterher, indem es sich an den Zug ranhängte. Unterwegs nahm ich auch gleich einen Wohnungstausch vor, so dass wir sofort einziehen konnten. Das kleine Monster fand, es sei eine absolute Bruchbude – ich hingegen war total begeistert. Nachdem dieser Albtraum immer mehr ausartete, kam dem kleinen Monster schließlich die rettende Idee – ein Anruf brachte die Erlösung. Als der Angerufene schließlich erschien und ich ihn sah, wurde ich sofort enthypnotisiert.

Puh ... zum Glück habe ich das nicht geträumt. Von dem Enthypnotiseur lasse ich mich im Wachzustand allerdings lieber hypnotisieren.

Mittwoch, 25. November 2009

Begrabt mich an fremdem Orte

An jenem Ort, an dem ich eine virtuelle Existenz führe, die so ganz anders ist zu den bisher bekannten. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass ich morgen (ha! heute ...) tot sein werde. Immerhin ein sehr schöner Tod. Denn diesen Abend, diese Nacht habe ich mich sehr lebendig gefühlt. Eines der Konzerte, die man wegen ihrer Intensität nicht missen möchte. Und es ist ja nun auch egal, ob man nur zu wenig Schlaf hat oder (mal) noch etwas weniger. Was da heute geboten wurde, war ein einziger (Noise-)Rausch. Ohne Pause dröhnten die Feedbacks in den nächsten Song voller Energie. Wer sich von den älteren Semestern gern an My Bloody Valentine oder Jesus And The Mary Chain zurückerinnert, wird eine ungefähre Ahnung haben. Das alles aber noch x-fach aufgeladen. Mit einer Kraft, die mich momentan nicht an Schlaf denken lässt (was sicher besser wäre). A Place To Bury Strangers  sollte man sich auf jeden Fall mal angesehen haben, wenn man noch nicht tot ist. Und so ein paar Geräusche werde ich nun bestimmt noch länger in den Ohren haben.

Montag, 23. November 2009

Offline-Tristesse

Als wenn es nicht reichen würde, dass ich die nächsten vierzehn Tage früh (also sehr früh!) aufstehen muss – auch der Lebensfaden zu virtuellen Welten ist mehr oder weniger gekappt. Und dabei muss ich auch noch aufpassen, dass ich nicht zu schnell zu weit gehe, sonst bin ich morgen oder übermorgen mit dem Projekt fertig, für das ich zwei Wochen Zeit habe und Langeweile wird sich in gähnender Vollkommenheit ausbreiten.

Mittwoch, 18. November 2009

Zuerst der Gräber Stille

Nicht nur, dass die Katakomben nicht zugänglich waren, auch die Pforten des Père Lachaise wurden geschlossen. Dabei hatte ich gerade eine schöne Bleibe gefunden. Ich vermute zwar, dass der Friedhof am nächsten Tag wieder geöffnet wurde, aber als Unterkunft war dann doch etwas anderes in unmittelbarer Nähe aufgesucht worden. Ich fühlte mich gleich wie zu Hause in einem Film von David Lynch. Die Umgebung erwies sich nicht nur wegen der Friedhofsnähe als vortrefflich – es liess sich auch ansonsten sehr viel entdecken. „Ess mich!” rufendes Fingerfood in Asialäden an jeder Ecke, Gothic-Zeug u.a. in der Rue Keller, das Schwulenviertel mit regem Treiben, unzählige sehr interessante Galerien, das jüdisches Viertel mit viel Leckerem, ein ausgeprägtes Nachtleben – besonders in der Rue de Lappe. Und, und, und – Le Marais und Bastille haben so viel zu bieten, dass sich allein das Ansehen dieser Gegend lohnt. Aber in Paris gibt es ja noch viel mehr anzuschauen. Nach den endlosen Stufen zur Sacré-Cœur wurden allerdings keine Höhen mehr erklommen – der Eiffelturm sieht auch von unten schön aus und Notre-Dame ist ebenerdig mindestens ebenso beeindruckend. Vom Marché aux Puces de Paris-Saint-Ouen war ich etwas enttäuscht, auch wenn der Flohmarkt nicht uninteressant war. Dass man in Paris direkt in Afrika sein kann, war hingegen auch ein besonderes Erlebnis. Das Centre Pompidou hatte zu meinem Entzücken gerade eine Sonderausstellung: La Subversion des Images – surréalisme, photographie, film. In den knappen 5 Tagen gab es jedenfalls auch ohne die Katakomben eine unendliche Fülle an Sehenswertem. Mal sehen, ob ich nächstes Wochenende oder so wieder hinfliege – auch wenn es mich etwas abgeschreckt hat, dass ich auf dem Rückflug als Terrorist enttarnt wurde.



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