Alien
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Dienstag, 21. November 2006

Lachanfall im Supermarkt

Meistens gehe ich gleich morgens oder mal schnell mittags einkaufen, also ohne das kleine Monster. Nicht dass es anfällig für die Quengelware an der Kasse wäre, aber es geht allein doch schneller. Heute nun streikt der Kindergarten mal wieder, wofür ich auch vollstes Verständnis habe, nur muss ich da auch den Einkauf anders koordinieren. Das kleine Monster war also nach langer Zeit mal wieder mit mir zusammen einkaufen.
Und was fragt mich die Kassiererin? "Ist das Ihr Bruder?"
*lol*

Montag, 20. November 2006

Montag de luxe

Zwar kein Urlaub, aber doch ein etwas späteres Aufstehen, da das kleine Monster heute nicht im Gruselkabinett weilt.
Keine drängelnden Telefonanrufe, da ich an einem Langzeitprojekt bastel, das mal ausnahmsweise nicht unter Termindruck steht. Also zur Abwechslung ganz entspanntes Arbeiten, bei dem man auch noch die Ruhe hat, ein Hörspiel mit passendem Titel "The Retreat Diaries - Tagebuch eines Rückzugs" zu genießen.
Bitte weiter so!

Sonntag, 19. November 2006

Archangel

Kanada, 1990
Regie: Guy Maddin
Darsteller: Kyle McCulloch, Kathy Marykuca, Ari Cohen

Dieser Film scheint der expressionistischen Stummfilmära entsprungen zu sein und als Regisseure könnten auch David Lynch, Luis Buñuel und Ed Wood im Team in Frage kommen. Während des Ersten Weltkrieges entspinnt sich in der russischen Stadt Archangelsk ein vertracktes Liebesdreieck zwischen einem kanadischen Soldaten, einer russischen Krankenschwester und deren Ehemann. Sie wollen um jeden Preis lieben, wissen aber beim besten Willen nicht mehr wen, denn Gedächtnisverluste stellen sich permanent ein. In diesem delirierenden Melodram kommt auch schwarzer Humor nicht zu kurz. Mit anderen Worten: Ein Film, der genau nach meinem Geschmack ist.

(Eine umfangreiche Retrospektive des kanadischen Filmemachers Guy Maddin gibt bzw. gab es zurzeit in einigen Städten in Deutschland und in der Schweiz zu sehen.)

Freitag, 17. November 2006

Tod im Osten

Heute öffnet das Plastinarium in Guben seine Pforten. Dort kann man Gunther von Hagens über die Schulter schauen und erhält einen Einblick in die Herstellung von speziellen anatomischen Dauerpräparaten, den Plastinaten.
Zweimal habe ich mir bisher die Körperwelten angesehen. Das erste Mal konkurrierten die Lebenden mit den Toten. Beim über fünfstündigen Anstehen ist das Warten schon ein Erlebnis für sich und in der Ausstellung ging es auch sehr lebendig zu. Beim zweiten Mal hatte ich dagegen mehr Muße, mich dem Ausgestellten in aller Ruhe zu widmen.
Ich glaube, niemand, der dies gesehen hat, würde von Leichenfledderei und einem unwürdigen Umgang mit Toten reden. Zwar mögen zunächst voyeuristische Neigungen und Lust am Gruseln im Vordergrund stehen, aber bald wandeln sich diese in ehrfurchtsvolles Staunen über die Vollkommenheit und Schönheit im Innern. Manch einer, von denen, die jetzt nur noch ein paar Scheiben sind, mag zu Lebzeiten nie so viel Aufmerksamkeit erhalten haben.

Ein fettes Dankeschön

... für diesen schönen Abend!

Wenn man vom Teufel von jemandem spricht, der die Höllensprichwörter zitiert, dann braucht man sich nicht wundern, wenn er quasi vor der Tür steht.
Also, eigentlich wundere ich mich ja doch darüber, aber wie heißt es so schön? Die Wege des Schicksals sind unergründlich und somit schließt sich der Kreis. Und diese Wege gehe ich sehr gern, auch wenn sie noch so unerwartet sind.
Ein fettes Dankeschön geht auch an die Frau Sünderin, die mich ebenso spontan unterstützte wie ich spontan diese spontane Einladung annahm. Ein Loblied auf das Schicksal, den Zufall, die Spontaneität oder was auch immer.

Donnerstag, 16. November 2006

Schicksal

(Hugo Lederer: Das Schicksal, Ohlsdorf)

Vorherbestimmt oder auch nicht. Vieles entzieht sich dem Einfluss, es selbst in die Hand zu nehmen. Gegen manches wehrt man sich wiederum selbst mit Händen und Füßen. Und stets die Frage: Kampf oder Aufgabe? Etwas zu bezwingen muss nicht zwangsläufig zum Sieg führen. Sich fügen, weil es nicht zu ändern ist oder dann doch nur aus Feigheit und Bequemlichkeit nachgeben. Immer und immer wieder muss man die Antworten finden.

Mittwoch, 15. November 2006

Nacktbedienung

Die Kellnerinnen bewegten sich mit einer natürlichen Lässigkeit zwischen den Tischen. Sie waren vollkommen nackt, aber kaum jemand beachtete dies. Es handelte sich auch nicht um ein Etablissement im Rotlichtmilieu, sondern eher um ein Studentencafé. Einige Gäste hatten sich ebenfalls ausgezogen und so saß ich auch nackt dort. Dann wurde mir jedoch kalt und ich suchte nach einer Decke. In einem Café nach einer Decke zu suchen, muss nichts Ungewöhnliches sein; ich habe hier schon mehrfach dieses Angebot bei kühleren Tagen gesehen. Aber ich fand keine Decke und fror. So wachte ich dann auf - und suchte nach meiner Decke.

Montag, 13. November 2006

Im dunklen, dunklen Wald

(Das kleine Monster erzählte mir fast flüsternd eine Gute-Nacht-Geschichte)

In diesem dunklen, dunklen Wald gibt es ein dunkles, dunkles Haus. In diesem dunklen, dunklen Haus gibt es ein dunkles, dunkles Zimmer. In diesem dunklen, dunklen Zimmer gibt es einen dunklen, dunklen Schrank. In diesem dunklen, dunklen Schrank gibt es dunkle, dunkle Fächer. In diesen dunklen, dunklen Fächern gibt es eine dunkle, dunkle Kiste. In dieser dunklen, dunklen Kiste ist ...

Freitag, 10. November 2006

Feierabend

Den habe ich jetzt und ich gehe auch nicht mehr ans Telefon. Aber ich höre natürlich trotzdem, was mir die Nervensägen von der Agentur auf den AB plappern: "Kannst du da noch mal ... Ah, ich sehe, hast du ja gemacht. O.K., kannst dich wieder hinlegen."

Ähm, sollte ich mir Gedanken über die Vorstellungen meines Chefs, was meine Arbeitsmoral betrifft, machen?

Zwiegespalten

"Wie sieht's aus mit einem Besuch?", fragt er gestern Abend am Telefon.
"Wann denn?", frage ich.
"Also, ich würde dann diesen Samstag kommen."
"Ähm ... ja, gut."

Das wird sicher ein interessantes Wochenende, mit jemandem, der Halbgott auf Bali ist, sich mit Vogelspinnen im Gesicht fotografieren lässt, eine Boa constrictor als Haustier hält, den ich erst einmal gesehen habe und der mein Vater ist. Nach wie vor ist da ein riesengroßer Brocken Vergangenheit, der mich zwar nicht (mehr) erdrückt, aber dessen Schwere ich doch ab und zu zu spüren bekomme. Auch an diese extreme Mischung von Fremd- und Vertrautheit habe ich mich gewöhnt.
Und dennoch ...

Donnerstag, 9. November 2006

Gehenna

Dies ist der Ort, an dem die Leichen von Frevlern nach ihrer Hinrichtung, aber auch Tierkadaver und allerhand anderer Unrat verbrannt werden. Dieses Feuer lodert ewig. Doch der Lichtschein aus diesem Abgrund ist dennoch nicht zu sehen. So war es jedenfalls in der Vergangenheit. Von nun an können Sie dem Flackern in der Seitenleiste folgen und zumindest einen Blick auf die Flammen aus dem letzten Jahr werfen.

Als Jean Cocteau einmal gefragt wurde, welchen Besitz er aus einem brennenden Haus retten würde, antwortete er: "Ich würde das Feuer mitnehmen."

Kann natürlich sein, dass doch nur noch kalte Asche übrig ist, denn nichts ist älter als ein Blogeintrag vom vorherigen Tag. Wie soll es da erst mit vorjährigen Beiträgen aussehen?
So oder so, es ist eine andere Möglichkeit das Gruselkabinett zu erkunden, vor allem für all jene, denen es zu mühselig ist, durch die dunklen Katakomben zu irren.

Mittwoch, 8. November 2006

Nie mehr ohne

"So etwas sollte man immer bei sich tragen", meinte der Verkäufer. Das war mir schon klar, nur hatte ich bisher nichts geeignetes gefunden gehabt. Die Größe sollte schon stimmen und es musste vor allem gut in der Hand liegen. Aber nun bin ich ja fündig geworden:

"Warte, warte nur ein Weilchen,
Dann kommt C. Araxe auch zu dir
Mit dem Hacke-Hackebeilchen
Macht sie Hackefleisch aus dir."

Dienstag, 7. November 2006

Abschied

"Bye Bye" rief das kleine Monster, als es die Toilettenspülung betätigte.

Sonntag, 5. November 2006

Petra-Pan-Syndrom

Die Schwierigkeit mit dem Erwachsenwerden aus weiblicher Sicht. Da stellt sich zunächst einmal die Frage, was Erwachsensein überhaupt ist. Ganz so verstanden habe ich das nämlich immer noch nicht. Auf jeden Fall hat das sehr viel mit Vernunft zu tun. Und irgendwo auch mit Verantwortungsgefühl. Ja, gut. Mit letzterem habe ich mich arrangiert bzw. trage ich ohne Wenn und Aber Verantwortung. Vor allem als Muttertier hat man das mindestens im Doppelpack. Damit haben die Peter Pans ja öfters etwas Probleme. Aber Vernunft? Immer sofort griffbereit darauf eingehen, auch wenn man anders könnte, wenn dies zwar nun auch nur mehr sporadisch möglich ist? Bietet sich eine Lücke im Alltagseinerlei an oder kann diese ohne Probleme geschaffen werden, dann greife ich da gern mit vollen Händen zu. Und Lücken lassen sich mühelos finden, wenn man nur will. Seltsamerweise gesteht man in postemanzipatorischen Zeiten einer Frau nicht zu, nicht erwachsen zu sein. "Das Kind im Manne" ist dagegen schon legendär. Warum nur soll es normal sein, dass man als Frau immer vernünftig sein soll? Warum soll man überhaupt immer nur vernünftig sein? Vernunft ist allzu oft nur das, was einen hindert, im Hier und Jetzt zu leben. Das hat dann überhaupt nichts mit Infantilismus zu tun oder nur insoweit, dass Kinder das sehr gut können - in der Gegenwart leben. Und das ist doch letztendlich das wahre Leben. Mit allen Sinnen den Augenblick erleben. Und da kann ich nur sagen, dass ich nie erwachsen werden möchte und vor allem, mir nie selbst Zwänge auferlegen möchte, die dies einengen. Es reicht schon, dass es Einschränkungen gibt, über die ich nicht selbst entscheiden kann, auch wenn ich mir diese teilweise womöglich doch selbst ausgesucht habe. Aber wenn ich selbst wählen kann, dann möchte ich diese Freiheit auch grenzenlos auskosten. Ich werde niemals alt werden und immer jung bleiben, so lange ich es nicht will. Möge mir dieser Wille immer erhalten bleiben, auch wenn er immer weniger auf Verständnis trifft, je älter ich an Jahren werde, aber nicht von meinem Gefühl her.