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Mittwoch, 27. Dezember 2006

The Saddest Music in the World

Kanada, 2003
Regie: Guy Maddin
Darsteller: Isabella Rossellini, Mark McKinney, Maria de Medeiros,
David Fox, Ross McMillan

„If you’re sad, and like beer, I’m your lady.” Dieser Ausspruch der Bierbaronin Lady Port-Huntley (Isabella Rossellini) aus dem kanadischen Winnipeg im Jahre 1933 zur Zeiten der Weltwirtschaftskrise und der Prohibition im benachbarten Amerika ruft unweigerlich Wilhelm Buschs „Fromme Helene” in Erinnerung - „Wer Sorgen hat, hat auch Likör”. Oder auch Kneipen auf St. Pauli, die sich „Sorgenbrecher” nennen. Aber erst einmal geht es ums knallharte Geschäft. Denn bei Ausrufung eines Wettbewerbs um die traurigste Musik der Welt steht dies bei Lady Port-Huntley zunächst im Vordergrund und die Siegerprämie von 25000 Dollar soll den Umsatz im eisigen Winnipeg, das zum vierten Mal zum traurigsten Ort der Welt gekürt wurde, gehörig ankurbeln. Denn diese Prämie ist es, die Musiker aus aller Welt nebst Zuschauern anlockt und nicht der Hauptpreis: eine Krone aus gefrorenen Tränen. Sauftourimus par excellence. Und so fließt das Bier in Strömen in den Kehlen des Publikums, die Vorrundensieger baden darin und dann sprudelt es auch in den gläsernen Beinprothesen der Bierbaronin. Aus jedem Elend in der Welt lässt sich immer noch gewinnbringende Unterhaltung machen. „Sadness is just happiness turned on its ass. It's all showbiz.”, sagt dann auch der amerikanische Wettbewerbsteilnehmer Chester Kent, der allerdings auf tragische Weise mit Lady Port-Huntley verbunden ist. Ebenso wie sein Vater und sein Bruder und dessen Frau, die wiederum ... mit anderen Worten - es gibt auch in diesem Film von Guy Maddin wieder reichlich wirre Beziehungsverstrickungen und eine ebenso optisch reizvolle Bilderwelt nebst bizarren Einfällen. Brüllend komisch (oder bitterböse - je nach dem, was man so unter Humor versteht) in Szene gesetzt, aber auch ebenso todtraurig von tiefem Schmerz und echten Verlusten erzählend im Gegensatz zu der inszenierten Traurigkeit. Sehr viel für anspruchsvolle Augen (die der aufpolierten Hollywood-Blockbuster mehr als überdrüssig sind). Sehr viel, um mitten ins Herz zu treffen (nicht nur die Glassplitter, die ein Herz im Film durchbohren, das zuvor in Tränen eingelegt war - auch das der Zuschauer). Und auch sehr viel, um sich auch noch länger im Nachhinein damit zu beschäftigen.

(Kinostart war der 7.12.2006, hier lief der Film passend um Weihnachten herum. Schön, dass es so ein Film überhaupt geschafft hat, regulär ins Kino zu kommen, wenn auch nur für sehr kurze Zeit.)

Sonntag, 24. Dezember 2006

Weiße Weihnachten

Na bitte! Klappt doch.

Man muss sich nur ganz doll etwas wünschen und vor allem an diesen Wunsch glauben. Dann erfüllt er sich auch.
Manchmal etwas anders als erwartet. Aber nun ja, wer will da kleinlich sein.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein paar schöne Tage, an denen sich der eine oder andere Wunsch erfüllen mag.

Freitag, 22. Dezember 2006

Schmerzloser Abschied

Ade, du schnöde Arbeitswelt,
heut’ werd’ ich dich verlassen.
Es fällt mir überhaupt nicht schwer,
magst du mich dafür hassen.

Zwei nette Wochen wünsch’ ich dir,
ich werd dich nicht vermissen,
denn schöner als ein Schreibtisch noch
sind’s Bett und viele Kissen.

Es lärmt der Wecker nimmer mehr,
das Telefon wird schweigen.
So jammer nur - ich hör’ dich nicht,
auch Mails, die werd’ ich meiden.

Donnerstag, 21. Dezember 2006

Schwindsüchtiges Licht

Kurz, kürzer die Tage. Den Geruch des Blutes der immergrünen Bäume nun auch daheim. Alles deutet auf diese Zeit am Ende und fühlt sich doch an wie Niemandszeit.
Ach, ich möchte doch nur eines.
Nichts.
Stille und Stillstand genießen.
Es geht.
Auch wieder weiter.

Dienstag, 19. Dezember 2006

Eine schwierige Operation

... ist der Abwasch für mich. Hausarbeiten zählen nämlich bei mir nicht zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Mir fallen da sehr viel andere Sachen ein, die für mich von weitaus größerem Interesse sind. Und langweilen tue ich mich soundso nie. Gemacht werden muss so etwas wie Abwaschen dann aber schließlich doch. Das geht natürlich nur, wenn man die Utensilen hierzu angemessen aufbewahrt - in einer OP-Schale:

Dinge, an die ich ansonsten nicht so oft denke, die aber heute durch Frau Jette in Erinnerung gerufen wurden.

Sonntag, 17. Dezember 2006

Zeitfressen

Zuerst den kleinen Wecker, der einen morgens immer unsanft mit einem scheppernden Klingeln aus den Träumen reißt. Mit einem Bouquet Garni und etwas Gemüse köchelt er nun leise vor sich hin. Der größere Radio/CD-Wecker wird mit Salz, Pfeffer, Knoblauch und etwas Paprika eingerieben, mit Öl eingepinselt und mit der zerhackten Küchenuhr gefüllt. Sodann kommt er in den schon vorgeheizten Ofen. Aus der pürierten Armbanduhr gedenke ich einen pikanten Aufstrich für Bruschetta zuzubereiten. Die restlichen Uhren werde ich einfach in einer Pfanne mit Tomaten und Mozarella schmoren lassen. Wenn alles gar ist und köstlich duftend auf dem Tisch steht, dann werde ich alles genüsslich verspeisen.

Soweit der Plan, wie ich den akuten Zeitmangel durch Einverleiben der Zeitmesser beseitige. Ich hatte nur leider keine Zeit, diesen Plan auch in die Tat umzusetzen.

Donnerstag, 14. Dezember 2006

Aaaaahhhh!!!!!!

... oder auch einen langen.

Von Mitarbeitern wird erwartet, dass sie mitdenken. Warum eigentlich nicht auch von Kunden? Zumal man zuvor auch noch darauf hingewiesen hat, dass gewisse Dinge besser noch einmal überdacht werden sollten.

*grrr*

Ja, arbeiten für den Mülleimer macht Spaß. Vor allem, wenn man das spät abends macht.

Dienstag, 12. Dezember 2006

Blau am frühen Morgen

Schon wieder ist es passiert. Ich wachte auf und sehe am Handgelenk einen großen blauen Fleck. Keine Ahnung, wie der da hinkommt. Andauernd entdecke ich an mir Hämatome, deren Herkunft mir nicht mal ansatzweise bekannt ist. Manchmal kann ich aber durch die Lage bestimmen, woher sie stammen müssten. Hüfte = Türklinke oder Oberschenkel = Tischkante. Aber das kommt sehr selten vor. Vielleicht wäre eine Gummizelle doch ein angemessener Aufenthaltsort für mich.

Sonntag, 10. Dezember 2006

Diesmal keine Kackhäufchen

Aber Hirnhälften und Knochensplitter gehörten wieder zur vorweihnachtlichen Großbackaktion. Ebenso Zimtsterne, Mandelherzen, Vanillekipferl und diese Teile mit Marmeladenfüllung. Das Schokoladenspritzgebäck (die Kackhäufchen) wurde dieses Jahr aus Bequemlichkeit in Katzenpfoten umgewandelt. Ein rundes Etwas, in das eine Gabel gedrückt wurde. Das alles reicht wieder bis Ostern, möchte man meinen, aber aus Erfahrung weiß ich inzwischen, dass sich diese Unmengen an Plätzchen wieder viel zu schnell dezimieren werden.

Samstag, 9. Dezember 2006

Entwicklungsbericht

In diesem Alter kann es mit beiden Beinen vom Boden hochspringen, Buchseiten einzeln umblättern und Türme aus 8 Klötzchen bauen. Es reiht mehr als 2 Wörter aneinander, wendet aber noch kaum Regeln des Satzbaus an und es spricht von sich als „ich” oder benutzt seinen Vornamen. Das Sprachverständnis ist gut entwickelt; es versteht das meiste auf seinem Niveau Gesprochene. Die Aussprache ist relativ deutlich.  

Ja, so sollte es sein mit einem Zweijährigen. Bei manchem habe ich noch meine Zweifel, ob das wirklich alles schon so klappt. Bisher hat es sich aber doch ganz gut entwickelt, nicht zuletzt durch rege Anteilnahme aller hier Vorbeischauenden. Und dafür möchte ich mich anlässlich des heutigen Jahrestages auch vielmals bedanken!

Freitag, 8. Dezember 2006

Nimm diese Glut ...


(Anklicken für Großansicht)

... und mache ein(en) Morgen.

Donnerstag, 7. Dezember 2006

Datumswechsel

Das Datum vom 5. November 2006 ändert sich zum heutigen Datum in Datum. Und aus virtuellen Welten wechselt es über zu gedruckten Buchstaben auf Papier. Etwas, was man nicht nur sehen, sondern auch anfassen kann. Ich weiß zwar nicht, womit ich diese Ehre verdient habe, bedanke mich aber vielmals bei der Redaktion von Datum.