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Mittwoch, 30. September 2009

Servicewüste Gruselkabinett

Der Abwaschdienstleistende zeigt sich äußerst renitent. Nicht nur, dass mit äußerster Mühe den Aufgaben nachgegangen wird, jetzt wird auch noch dagegen protestiert, dass die Arbeitsleistung als faul bezeichnet wird. Die Ausreden sind allerdings auch nur faul, denn plausible Argumente konnten nicht aufgeführt werden. Erschwerte Arbeitsbedingungen – Milchtopf! – und zusätzliche Aufgabenstellungen, denen selbst uneingeschränkt zugestimmt wurde, können jedenfalls nicht als stichhaltig angesehen werden. Dass es nach dieser Diskussion auch noch zu einer blutigen Auseinandersetzung kam, hat indes nichts damit zu tun.

Dienstag, 29. September 2009

Nur fürs Bett

Es ist schon ziemlich verlockend, den Hasen auf großer Bühne zu erleben. Aber dafür verlangt er mehr als doppelt so viel wie dafür, dass ich ihn ins Bett nehmen kann. Eigentlich ist er ja kein reiner Betthase, aber ich bin da meist doch sehr bequem und ziehe das Bett vor. Die erste Nacht mit ihm währte recht lange und gleich heute Morgen ging es weiter. Nach so kurzer Zeit kann man aber auch schon sagen, dass er ein ziemliches Arschloch zu sein scheint. Wenn er nicht gleich als allererstes gesagt hätte, dass er verdammt ist, so würde ich ihm sagen, dass ihn der Teufel holen soll, aber der hat ihn ja schon längst. Ein paar Nächte in meinem Bett müssen reichen. Basta!


Montag, 28. September 2009

Wahlergebnisse

Gute Wahl:
Ausschlafen, Lieblingsflohmarkt besuchen, letzte Sonne an der Elbe genießen, Nachtisch, der nichts mit Tisch zu tun hatte.

Weniger gute Wahl:
Fauler Abwaschservice.

Schlechte Wahl:
Angelegenheit von Mehrheiten.

Montag, 21. September 2009

Ein ganz besonderer Saft

Und ehe man sich versieht, steckt man in der Saftpresse und muss sein Blut lassen, obwohl man das ja lieber anders herum mag. Es ist ja nämlich so, dass es nicht nur im Fernsehen Blutsauger gibt (wie Herr Mahakala gestern feststellte), sondern auch im ganz realen Leben Blut gefordert wird. Vermittlungsgebühren sollten abgeschafft werden.

Mittwoch, 16. September 2009

Antichrist

Dänemark / Deutschland / Frankreich / Schweden / Italien / Polen, 2009
Regie: Lars von Trier
Darsteller: Willem Dafoe, Charlotte Gainsbourg

Das Böse ist Satan, ist Natur, ist eine Frau. Die Natur ist nicht nur im Wald dort draußen, im schon lange verlorenen Paradies, das immer noch Eden genannt wird. Tief im Innern, genährt von Angst, lauert es auf seinen Auftritt. Die Ängste sind groß und so wächst das Böse. Trauer, Schmerz und Verzweiflung – die drei Bettler, die als Reh mit Totgeburt, sprechender Fuchs und nicht tot zu kriegender Rabe erscheinen – geben sich nicht mit kleinen Almosen zufrieden. Bei diesem Film geht es aufs Ganze. Dem Zuschauer wird viel, vielfach auch alles abverlangt. Kein Popcornkino und demzufolge alles andere als leicht verdaulich, was nicht nur an den detaillierten Gewaltszenen liegt. Mag da manchmal auch etwas zu viel Pathos aufgetragen und zu viel Symbolik hineingestopft sein, zu sehr (küchen-)psychologisiert oder zu sehr misogyne Klischees bemüht werden – sehr beeindruckend ist das zweifelsohne und deswegen auch wieder passend, auch wenn es alles andere als angenehm ist. Eine beunruhigende Wirkung, wenn das „Chaos regiert”, wie der sich selbstzerfleischende Fuchs schon weiß, die man so schnell nicht wieder los wird. Ein äußerst faszinierender filmgewordener Albtraum.

Official Site
Trailer

Montag, 14. September 2009

Kleine Sprünge kurz vorm Herbst

Dem Sommer, der eigentlich schon fast Herbst ist, noch ein paar Stunden abtrotzen und ins doch schon recht kühle Wasser springen. Nur noch etwas in diesem Sommer verweilen, der trotz aller Widrigkeiten so viel zu bieten hatte, dass der Abschied schwer fällt und das, obwohl die nachfolgende Jahreszeit eigentlich die liebste ist. Später dann ein kurzer „Sprung aus den Wolken” und in andere Gefilde, die eine Großstadt nächtlings zu bieten hatte. Die heimelige Geborgenheit kann noch warten. Später dann, wenn nur noch Regen und Sturm da draußen herrschen, ist es bloß ein Katzensprung in wohlige Wärme, der man sich noch zur Genüge widmen kann, wenn einem nicht danach ist, sich den spröden, aber nicht minder leidenschaftlichen Naturgewalten hinzugeben. Irgendwie wird sich das auch verbinden lassen.

Freitag, 11. September 2009

Nicht zu vernachlässigende Maßeinheiten

Auf die man nicht erst durch Dante Gabriel Rossettis „First Fire” via Ken Russels „Dante's Inferno” aufmerksam gemacht werden sollte.

„ ... her brow five kisses broad, her neck ten kisses long”

Oder um Galileo Galilei zu Wort kommen zu lassen:
„Alles messen, was messbar ist - und messbar machen, was noch nicht messbar ist".

Mittwoch, 9. September 2009

Unterforderung im Berufsleben

„Sie werden mich töten ...”
Nachdem geklärt ist, warum ich das tun werde, frage ich erst einmal nach, welche Art und Weise bevorzugt wird.
„Kurz und schmerzlos”, antwortet der Kunde, „Jedenfalls nicht lange und qualvoll.”

Nee, also so kann ich nicht arbeiten.

Montag, 7. September 2009

Theatralische Erkenntnis vom Wochenende

Per Kardinal eine Beziehung zu beenden hat schon was.

Freitag, 4. September 2009

Nach den Ferien ist vor den Ferien

Das mit dem frühen Aufstehen habe ich schon wieder ganz verlernt. Wie schnell das gehen kann ... Als geborenes Nachtwesen waren diese sechs Wochen etwas, das mir sehr entgegen kam. Dementsprechend war diese eine Woche des neuen Schulanfangs mehr als gewöhnungsbedürftig. Die ganz große Herausforderung war dann heute mit einer 0. Stunde Unterrichtsbeginn für das kleine Monster. Vor der Schule schnappte ich ein paar Gesprächsfetzen auf: „Meine Mutter weckt mich nicht mehr zur 0. Stunde ...” Ja, ich weiß – es gibt eine Menge Leute, die sehr viel früher aufstehen müssen. Aber muss das denn wirklich immer sein? Kann man nicht ein Grundrecht fürs Ausschlafen einführen? Sicher, der Club der unausgeschlafenen Verrückten würde dann wohl einen immensen Mitgliederschwund haben, aber wie sieht das eigentlich mit den Parteiprogrammen zur kommenden Bundestagswahl aus? Gibt es da irgendeine Partei, die sich das auf die Fahnen geschrieben hat oder hätte man die selbst gründen müssen? Da hätte man zur Anmeldung wohl früher aufstehen müssen. Immerhin ist jetzt erst einmal Wochenende.

Donnerstag, 3. September 2009

Kalt weht es nach wie vor

Es sind nicht nur die ersten Blätter, die fallen. Auch Menschen fallen aus bisher Gemeinsamen heraus. Wenn es so langsam vor sich hinkriselt, hat man sich schon fast daran gewöhnt. An die kleinen Schritte am Abgrund. Letzte Tage, auch wenn es nicht die eigenen sind, zwingen einen hingegen, wieder genau hinzusehen und hinzufühlen. Gedankenlose sind ausverkauft.

Montag, 31. August 2009

Diabolisches Intro

Es muss heute Morgen mit dem Teufel zugegangen sein ...
Der erste Schultag vom kleinen Monster sollte mit einem Gottesdienst in der Herz Jesu Kirche beginnen. Das Gotteshaus war allerdings verschlossen und weder Pfarrer noch Küster ließen sich auftreiben. Ein Schlüssel wurde dann doch noch gefunden, aber das Wort Gottes erklang nur sehr leise, da das Mikro nicht angeschlossen werden konnte und der ausführende Pfarrer über alles andere als ein gewaltiges Stimmorgan verfügte. Auf die vorherigen Instruktionen durch die Frau Sünderin hätte man auch verzichten können, da der Heidenanteil anscheinend doch recht hoch war bzw. das doch alles recht lässig gehandhabt wurde.