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Donnerstag, 11. September 2014

The Voices

Deutschland / USA, 2013
Regie: Marjane Satrapi
Darsteller: Gemma Arterton, Anna Kendrick, Ryan Reynolds, Jacki Weaver


Man könnte dies als ziemlich bunten Serienkillerfilm bezeichnen und das, obwohl der Hauptdarsteller Jerry seine Pillen abgesetzt hat. Seitdem hört er Stimmen. Nein, falsch. Er hört nicht nur wer spricht, sondern sieht es auch ganz genau. Zunächst sind das bloß sein Hund und seine Katze – das ändert sich jedoch bald. Mit rabenschwarzen Humor gespickt, kommt diese Horrorkomödie zugleich böse blutig als auch leichtfüßig daher. Etwas könnte man diesen Film zudem als Jugenddrama bezeichnen, denn der arme Jerry hatte und hat es wirklich nicht leicht in seinem Leben. Groteskes ist also durchaus auch mit Ernsthaftem kombinierbar, wenn dies auch nicht immer vollkommen gelingt. Der Schwerpunkt liegt jedoch bei der oftmals überdrehten Skurrilität.

(Leider nicht mal ein Trailer.)

The Brotherhood of Tears

Belgien / Frankreich / Luxemburg, 2013
Regie: Jean-Baptiste Andrea
Darsteller: Antoine Basle, Audrey Fleurot, Bouli Lanners, Mélusine Mayance, Jérémie Rénier


Wenn man hochverschuldet ist, gerade seinen Aushilfsjob als Fensterputzer verloren hat und zudem noch allein eine Tochter zu versorgen hat, so wie der ziemlich heruntergekommene Ex-Polizist Gabriel Chevalier, ist dies ein Jobangebot, das man nicht so leicht ausschlägt: die meiste Zeit nur in einem leeren Büro rumsitzen und darauf warten, dass ab und zu mal ein Anruf kommt und dann muss man einen Koffer transportieren, in den man nicht hineinschauen darf – und dafür gibt es richtig viel Geld. Angeblich handelt es sich hierbei auch noch um vollkommen legale Geschäfte. Klar, dass sich hinter dem Inhalt des Koffers ein Geheimnis verbirgt, dass man lieber nicht lüften sollte. Auch klar, dass Chevalier genau dies versuchen wird. Die Auflösung lässt dann etwas zu wünschen übrig, aber die gibt es soundso erst ziemlich zum Ende des Films, davor allerdings jede Menge sehr gut inszenierte Spannung.


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The Canal

Irland, 2013
Regie: Ivan Kavanagh
Darsteller: Kelly Byrne, Antonia Campbell-Hughes, Rupert Evans, Hannah Hoekstra, Steve Oram 


Es fängt an mit bösen Träumen, nachdem Archiviar David einen Film aus dem Jahre 1902 entdeckt hat, in dem es um einen Mord in seinem jetzigen Wohnhaus geht. Seine Frau kommt ums Leben und als Todesursache gilt zunächst ein Unfall – danach ist er nicht nur allein mit seinem kleinen Sohn und dem Kindermädchen, sondern auch mit mysteriösen Begebenheiten. Was als Retro-Spuk mit etwas zu mächtig eingesetzten Soundeffekten daherkommt, wird vom Zuschauer (zumindest ging es mir so) sehr schnell als Wahnvorstellungen des Hauptdarstellers enttarnt. Um so erstaunlicher ist es, dass auf den Gruseleinsatz beharrt wird und sich nicht mehr der psychologischen Ebene zugewandt wird. Dennoch ergibt sich eine stimmige Atmosphäre. Von Regisseuren wie Lynch oder Polanski ist das jedoch meilenwert entfernt – es bleibt also beim schön anzusehen.

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Suburban Gothic

USA, 2014
Regie: Richard Bates Jr.
Darsteller: Jeffrey Combs, Kat Dennings, Matthew Gray Gubler, Barbara Niven, John Waters, Muse Watson, Ray Wise 


Der vor zwei Jahren gezeigte Erstling „Excision” von Richard Bates Jr. war ein sehr gut gemachter Arthouse-Horrorfilm, bei dem mich nur die Entwicklung zum Ende des Films mehr oder weniger störte. Das Zweitwerk ist nun überraschenderweise eine Horrorkomödie. Blutig oder gruselig geht es hierbei gar nicht zu, auch wenn es die beste Fußnägelszene der Filmgeschichte zu sehen gibt. Vorzugsweise geht es nur um lockeren Spaß – also zur Abwechslung mal um sehr leichte Kost. Spritzig (nein, wie gesagt kein Blut) inszeniert macht es bei diesem Film aber auf jeden Fall Spaß zuzuschauen, wie der wegen beruflicher Erfolglosigkeit ins provinzielle Elternhaus zurückgekehrte Hauptdarsteller sich mit Eltern, Spukerscheinungen und Kleinstadtleben auseinandersetzen muss.


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Mittwoch, 10. September 2014

Supremacy

USA, 2014
Regie: Deon Taylor
Darsteller: Mahershala Ali, Joe Anderson, Julie Benz, Danny Glover, Derek Luke, Anson Mount, Dawn Olivieri 


Gerade erst aus dem Knast entlassen, nur kurz die Freiheit auf der Autofahrt mit einer Freundin genießend, ist schon klar, dass dieser schwer tätowierte Neonazi sehr schnell wieder hinter Gittern landen wird. Neben Rassismus zeigt sich vor allem eine sehr geringe Stresstoleranz, so dass es ziemlich schnell einen toten farbigen Cop gibt. Auf der anschließenden Flucht verschanzt sich das White-Trash-Pärchen im gutbürgerlich wirkenden Anwesen einer afroamerikanischen Familie und nimmt diese als Geisel. Dem oft aggressiv-panischen Verhaltens des Eindringlings versucht das greise Familienoberhaupt stoisch mit Ruhe und Gelassenheit zu begegnen. Die Hauptcharaktere sind komplex und schauspielerisch sehr gut dargestellt, dennoch schafft es dieser fast kammerspielartige Film, der zwischen Drama und Thriller pendelt, nicht wirklich, einen zu überzeugen.


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Wrong Cops

Frankreich / Russland / USA, 2013
Regie: Quentin Dupieux
Darsteller: Mark Burnham, Steve Little, Marilyn Manson, Arden Myrin, Eric Roberts, Eric Wareheim, Ray Wise


„Wrong” zählte letztes Jahr eindeutig zu den positiven Überraschungen. Der inzwischen gesehene „Rubber” hinterließ wie schon vorab vermutet bei mir nicht so viel Begeisterung – da und dort ließ sich aber schon das Potenzial erkennen, dass dieser Regisseur mit seinem feinem Sinn für’s Absurde hat. Nun also das zugegebenermaßen mit Spannung erwartete neue Werk, bei dessen Trailersichtung ich allerdings schon meine Zweifel hatte, ob dieser Film mit „Wrong” gleichziehen kann oder gar noch besser werden könnte. Leider bestätigten sich meine Zweifel. Das willkürliche Aneinanderreihen von absurden Ideen ergibt diesmal kein Ganzes, sondern bleibt größtenteils Stückwerk. Nichtsdestotrotz ist der Einblick in das abgedrehte Leben einiger Polizisten sehr unterhaltsam, wenn man den Humor von Dupieux mag. Und natürlich auch seine trashige elektronische Musik, die diesmal noch präsenter ist. Dann hat man schon seine Freude wie z. B. an dem Einfallsreichtum, was Drogentransporte betrifft. Die Darsteller sind ebenfalls wieder bestens für diese Art Komödie ausgesucht – ja, auch ein Marilyn Manson. Man darf diesen Film nur nicht an der Genialität von „Wrong” messen.


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The Treatment

Niederlande, 2014
Regie: Hans Herbots
Darsteller: Johan van Assche, Patrizia Berti, Ina Geerts, Geert Van Rampelberg, Laura Verlinden, Ingrid De Vos


Die Kameraeinstellung beginnt ganz nah am Hauptdarsteller, einem Kommissar, der dabei ist, die Entführung eines Kindes samt seiner Familie aufzuklären. Diese eingangs optische Nähe wird schnell zu einer emotionalen Nähe. So nah, dass es einem oft schmerzlich zu nahe geht. Mit dem immer tieferen Eindringen in die schrecklichen Begebenheiten in der Gegenwart, dringt man gleichfalls immer tiefer in die Vergangenheit des Kommissars ein. Die Entführung seines Bruders in ihrer Kindheit konnte nie aufgeklärt werden. Und so steigert sich seine Suche nach Aufklärung der aktuellen und vergangenen Entführungen in eine Besessenheit, die keinen Halt vor den Zuschauern macht. Das, was dabei aus den finstersten Tiefen der Gesellschaft zu Tage tritt, ist nicht nur durch die Schrecklichkeit an sich so erschütternd, sondern zudem noch viel mehr, da man weiß, dass dies nicht nur Fiktion sein könnte. Die Intensität dieses Films lässt einen keine Minute der recht langen Spielzeit los und auch danach wird man sie nicht so schnell vergessen. Sehr harte Kost, in der das Wort Unterhaltung fehl am Platze ist.


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Dienstag, 9. September 2014

The Rover

Australien, 2014
Regie: David Michôd
Darsteller: Nash Edgerton, Jamie Fallon, David Field, Richard Green, Anthony Hayes, Gillian Jones, Robert Pattinson, Guy Pearce


Wir befinden uns in Australien, zehn Jahre nachdem es dort einen Zusammenbruch gab, der wohl mehr wirtschaftliche Ursachen hatte – also keine Umweltkatasthrophen, Seuchen etc. Ein Endzeitfilm, der zwar schon deutlich den gesellschaftlichen Zerfall zeigt, aber die bedrohliche Atmosphäre, die davon ausgeht, nicht reißerisch umsetzt, sondern eher – nun ja, geruhsam. Was allerdings überhaupt kein Manko ist, außer man erwartet nun ein actionlastiges Gewaltszenario. Sicher, wenn sukzessiv alles zusammenbricht, gibt es auch Gewalt, aber diese fügt sich in eine Dichte, die sich vor allem auch durch die darstellerische Leistung der Hauptdarsteller (Guy Pearce als Ex-Farmer, der vorgeblich sein geklautes Auto wieder haben will und Robert Pattinson als etwas geistig Minderbemittelter, der von seinem Bruder enttäuscht wurde) und eben durch die sehr ruhig gehaltene Inszenierung ergibt. Und dies bewirkt trotz eigentlich eher banalen Plot einen Film, der durchaus sehenswert ist und in seiner in sich geschlossenen Atmosphäre nachhaltig in Erinnerung bleibt. Aber das, was man allgemein hin als banal bezeichnet, sind ja oft die wichtigsten Sachen im Leben. Und sei es nur eine Decke. Darum geht es in diesem Film zwar nicht, sondern war nur anschließend Gesprächsthema (nein, nicht mit Linus), aber dies zeigt nur wiederum, dass Banales wichtig sein kann. Ob dies nun wie im Film vordergründig bei Männern Geld und Autos sind und bei Frauen eben nicht, ergibt ebenfalls etwas, über das man sich unterhalten kann. Sei es nun eher banal oder tiefgründig. Nach vorab gelesenen Rezensionen war ich nunmehr positiv überrascht und ja, wundere mich, dass dies nun der Eröffnungsfilm vom FFF war, denn dies ist eigentlich kein Film, der allgemein das FFF-Publikum trifft. Was für mich allerdings kein Minuspunkt ist. Das Mainstream-Kinopublikum wird dieser Film jedoch noch viel weniger erreichen. Aber für all jene, die gute Darsteller und ein ruhiges, aber stimmiges Szenario zu schätzen wissen, ist dieser Film durchaus sehenswert.


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Montag, 8. September 2014

Bereit für die Dunkelheit

Nur noch ein paar Stunden, dann geht es wieder los. Diesmal erstreckt sich das Grauen auf zwei Wochen und somit könnte man theoretisch das ganze Programm ansehen, praktisch wird mir das allerdings doch zu viel. Dennoch wird es hier grauenvoller zugehen als all die Jahre zuvor.

Freitag, 5. September 2014

Im Angesicht der Endlichkeit

Wenn ein Mensch geht, dem man nicht sehr nahe stand, aber doch nahe genug, um nicht vollkommen unberührt von seinem Tod zu sein – vor allem, wenn dieser mal wieder viel zu früh ist –, erdrückt die Trauer nicht alle Gedanken oder beschränkt diese vielmehr nicht nur auf den persönlichen Abschied. Ein Leben ging zu Ende und bei dem, was man weiß, fragt man sich, wie man es anders hätte leben können. So, dass es vielleicht etwas glücklicher oder erfüllter verlaufen wäre. Mehr Wünsche, die ganz gewiss vorhanden waren, in Erfüllung gegangen wären. Unweigerlich denkt man darüber nach, ob man sein Leben so lebt, wie man es gern will – inwieweit man das denn wirklich weiß. Und was man dafür tut. Es umzusetzen oder es herauszufinden. Der Trauerredner zitierte auch passend ein Zitat vom Dalai Lama: „Es gibt nur zwei Tage in deinem Leben an denen du nichts ändern kannst. Der eine ist gestern und der andere ist morgen.” Ist der Punkt gekommen, an dem es kein Morgen mehr gibt, bleibt nur noch der Rückblick. Das was war. Was wird davon noch weiter in der Erinnerung anderer überleben? Einem selbst kann das eigentlich egal sein, denn man ist nicht mehr. Es mag ein gutes Gefühl sein, wenn man etwas weitergeben kann, aber es ist ja doch für einen selbst irrelevant, wenn man tot ist. Dennoch ist es sehr berührend, wenn ein im Leben recht einsamer Mensch stirbt und trotzdem zumindest bei seinen zahlreich zur Beerdigung erschienen Kollegen einen bleibenden Eindruck hinterlässt, auch wenn er sich nie ernsthaft auf eine persönliche Ebene eingelassen hat. Ja, dies könnte ich auch unter der Rubrik „Die lieben Kollegen” bloggen, aber diese ist allzu sehr von mehr oder weniger lustigen kleinen Anekdoten aus dem Arbeitsleben geprägt, die diesem Kollegen nicht gerecht wird. Auch wenn ich ihn nicht wirklich kannte (wie fast alle) – sein Humor, der zwischen trocken und schwarz pendelte sowie sein verschmitztes Lächeln bleibt unvergessen.

Mittwoch, 3. September 2014

Adeliger Spam

Wie schon mal festgestellt beinhalten die unliebsamen E-Mails mitunter Überraschendes. Nun wurde ich in den Adelsstand erhoben (Doktortitel kann ja jeder). Naja, doch nur theoretisch. Praktisch kostet mich das 49,90 €, wenn ich mich Irish Lady of Kerry nennen will. Lady of Glencairn, die schottische Variante, kostet nur schlappe 10 € mehr und dazu gibt es dann auch ein lebenslanges Nutzungsrecht des „Lairds Retreat“ am Loch Riddon. Außerdem gibt es bei beiden Optionen für den Partner eine separate, zweite Urkunde kostenlos. Na, wenn das kein Angebot ist! Vor allem, wenn man bedenkt, dass ja jeder schon ein Mondgrundstück oder einen Stern mit eigenem Namen zu seinen Besitztümern zählt.

Die lieben Kollegen, Teil 30

Tja, meist sind sie ja alle wirklich sehr lieb, die Kollegen. Und nein, nicht nur der Kekskollege. Manchmal gibt es allerdings auch Probleme. Meist sind es die gleichen wie hier beschrieben – es wird nicht geschafft, wichtige Informationen rechtzeitig bereitzustellen. Aus dem damaligen Erlebnis lernend (ja, das kann ich) und auch wenn es sich um einen anderen Kollegen handelt, ging ich nun anders an die Sache. „Wenn ich das nicht morgen bekomme, dann stehe ich hier mit meinen russischen Freunden in deinem Büro!” „Brauchst du nicht. Ich habe schon genug Angst vor dir allein.” Vorsorglich werde ich morgen aber doch das eine oder andere Utensil aus dem Gruselkabinett mitnehmen. Mir ist nämlich erst hinterher eingefallen, dass ich keine russischen Freunde habe und heute Abend klappt das eventuell nicht mehr, dass sich das ändert. Ansonsten gibt es noch ein Gym in der Straße, wo sich die Firma befindet, wo immer so Rockertypen abhängen. Die sind bestimmt schnell dabei, wenn sie etwas Spaß haben können.

Samstag, 30. August 2014

Verwuschelte Aura

Nach der letzten Nacht, hätte die Frau Sünderin hier wohl mal vorbeischauen sollen:



Das gestrige oder vielmehr auch heutige Freizeitverhalten führte zum in der Headline genannten Zustand bei ihr. Bei mir beschränken sich die Nachwirkungen auf die Erinnerung an einen schönen Abend mit vielen lustigen Begebenheiten. Manche davon sind auch eher erst im Nachhinein lustig – beispielsweise Gummibärchenpisseduschen. Gute Musik gab es ebenfalls, die geschrieben gleichfalls zu den lustigen Sachen gehörte: „Nie I wann's ne Yusuf Dog”.

Und jetzt, wo ich weiß, wo man sich die Aura kämmen lassen kann, ist die Frau Sünderin bestimmt mal wieder schneller zu neuen Schandtaten bereit.

Sonntag, 24. August 2014

Jenseits vom Wohnzimmer

Bei diesem Konzert hieß es dann wieder „runter vom Sofa!” (was nicht alle geschafft haben), denn so bequem hat man es eben nicht immer. Bewusst habe ich nicht leider geschrieben, denn wenn das Wohnzimmerkonzert zwar einzigartig schön war, so ist es ebenso schön, Telomer mal wieder richtig laut zu hören. Zudem auch noch mit neuen Songs im Gepäck, zu denen sich gleichfalls ein neuer Coversong gesellte, der wiederum (das Cure-Cover damals hat auch für sehr viel Freude gesorgt) äußerst gelungen ist – diesmal „Ich bin nur glücklich, wenn es pisst” von Garbage. Leider (jetzt aber!) hat „Der Rest” immer noch nicht eingesehen, den Rang als Hauptact an Telomer abzutreten, so dass das Konzert als Vorband erneut viel zu kurz war. Viel zu kurz gekommen ist ebenfalls das neue Video von Telomer. Und zwar so kurz, dass ich es bisher noch nicht mal erwähnt habe. Dabei war ich indirekt daran auch etwas beteiligt. Beim Dreh war ich zwar nicht dabei, habe mir aber zuvor die Location angesehen und später bei der Verarbeitung dem Schlendrian ein paar Tipps und Anregungen gegeben. Das Video hat nämlich der Schlendrian gemacht. Und zwar ziemlich gut wie ich finde. So und nun gibt es das Video endlich auch hier im Gruselkabinett zu sehen:

Freitag, 22. August 2014

Nacht, Ahoi!



Dunkler wurde es. Später wurde es. Aber irgendwann betraten Mona Mur und En Esch dann doch die Bühne, unter der Elbwasser floss. Mit an Bord der Stubnitz und auf der Bühne war der Drummer Johann Bley. Nach dem Konzert habe ich erst von Mona Mur erfahren, bei welch namhaften Bands er schon überall seine Drumsticks geschwungen hat. Nun erstmals zusammen mit den beiden und das ohne Proben machte er seine Sache größtenteils ziemlich gut – mit anderen Worten: Herr Bley war auf jeden Fall eine Bereicherung bei diesem Auftritt. Bei 3 ° Schieflage (ein Wasserwaagen-App kann man wirklich immer gebrauchen) war dies wieder ein sehr schönes Konzert. Ebenso wie die Musik sog mich die Atmosphäre des Schiffes erneut auf. Wissend, dass die Stubnitz hier nicht mehr lange vor Anker liegt, hätte ich mich ewiglich an Bord aufhalten können. Und waren die letzten Töne auch schon verhallt, so gab es noch einige nette Unterhaltungen. Bei kleinen Indiebands kommt man meist leicht ins Gespräch und so weiß ich jetzt beispielsweise, dass es für die Erhaltung von Independent Musik hilfreich sein kann, wenn man Electrola mit Electrolux verwechselt. Die Vernunft hatte schon längst das Schiff und uns verlassen. Was ist schon morgen, wenn jetzt die Nacht am schönsten ist? Man stiehlt Stunde, um Stunde, um sie noch weiter zu dehnen. Immer noch berauscht, von dieser wunderbaren Nacht, spüre ich auch immer noch keine Müdigkeit.

Mittwoch, 20. August 2014

Verzogenes Gör

Eigentlich finde ich es ja gut, dass das kleine Monster stolz darauf ist, dass es an einer Hand abzählen kann, wie oft es bei McDoof war (bei Würger King sogar noch nie) und dass ihm so etwas nicht mundet. Anstrengend wird es dann allerdings, wenn es darauf beharrt, dass zu einem seiner Lieblingsgerichte unbedingt frischer Rosmarin ran muss. Dieser musste allerdings nach über 10 Jahren aus dem Gruselkabinett verbannt werden, da trotz aller Genesungsversuche nichts mehr zu seinem Überleben beigetragen werden konnte. Zugegebenermaßen hat es ja Recht, dass Kräutersalz, welches getrockneten Rosmarin beinhaltet, nicht ausreicht, um aus Hokkaidokürbis, Kartoffeln und Halloumi das perfekte Mahl zu bereiten. Tja, und so opferte der Schlendrian als der heute am wenigsten Aktive sein Schlendriandasein, nutzte eine Pause der heutigen Sintflut da draußen und sorgte für Erlösung. Oder sagen wir mal fast. Denn noch muss der Ofen für Vollendung sorgen.

Samstag, 16. August 2014

Decoder

Deutschland, 1984
Regie: Muscha
Darsteller: FM Einheit, Bill Rice, Christiane Felscherinow, Genesis P-Orridge,
William S. Burroughs, Alexander Hacke, Mona Mur

In Anwesenheit von Klaus Maeck (einer der vier Drehbuchautoren und Produzenten) gab es gestern den Kultfilm „Decoder” zum dreißigjährigem Jubiläum auf großer Leinwand zu sehen. Dieser Film hat viel mit Musik und Muzak zu tun. Muzak – das ist funktionelle Hintergrundmusik zur Steigerung von Arbeitsleistung Wohlempfinden. Ein junger Punk und Soundtüftler (FM Einheit) dekodiert Muzak zu ihrem Gegenteil – der Anfang vom Kassettenterrorismus, an dessem Ende Straßenschlachten stehen. Sehr deutlich zeigt sich, wie wichtig Informationen sind und wie umfangreich Überwachung zur Machtsicherung eingesetzt wird. Hohe schauspielerische Leistungen darf man hier von den Darstellern nicht erwarten, größtenteils nicht mal geringe. Aber schließlich handelt es sich bei ihnen auch meist nicht um Schauspieler, dafür aber um hochkarätige Kreative aus der Subkultur der 80er. Richtig überzeugend ist hingegen die Umsetzung von Bild und Ton. Viel Farbe, viele Filmschnipsel und viel gute Musik (FM Einheit/Einstürzende Neubauten, Soft Cell, The The) ergeben eine Zeitreise ins orwell'sche Jahr, die nach wie vor sehr ansehens- und hörenswert ist.


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Montag, 11. August 2014

Die lieben Kollegen, Teil 29

Nach meiner nun etwas längeren Abwesenheit in der Arbeitswelt suchte ich heute Vormittag den Kekskollegen auf. Zu meinem Entsetzen betrug sein Keksvorrat die nicht zu unterbietende Anzahl von null Keksen. In der Mittagspause begegnete ich ihm dann wieder. Freudestrahlend kam er mir aus Richtung des Süßigkeiten-Outlets entgegen und hielt eine Tüte hoch: „Weißte Bescheid!”