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Samstag, 17. Oktober 2009

Spanisches Vorkommnis

In letzter Zeit habe ich vermehrt auf Besucher aus Spanien geachtet, aber seit dem sich das erledigt hat, brauche ich das eigentlich nicht mehr. Eigentlich dann aber doch, weil ich neugierig bin, wer sich da außerdem stets aus warmen Gefilden ins blutgefrierende Gruselkabinett verirrt. Ich würde mich sehr freuen, wenn auf irgendeine Weise meine Neugier befriedigt wird.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Wissen, was gut ist

Vornehmlich bevorzuge ich ja die heimische Küche des Gruselkabinetts. Da weiß man genau, was für Zutaten verwendet werden und es gibt immer das absolute Wunschmenü. Und wenn der Abwaschdienstleistende nicht gerade verreist ist, so klappt das oft auch ganz gut, ohne dass ich mich darum kümmern muss. Dabei kann einem aber auch einiges entgehen, wenn man nicht darauf achtet, was außerhäusig so angeboten wird. Dass nämlich etwas schon längst in Gourmetkreisen Einzug gehalten hat, das viele Leser des Gruselkabinetts zutiefst verabscheuen. Zugegebenermaßen musste ich auch erst zweimal lesen, was in der Küchenwerkstatt mit Mozzarella angestellt wird, aber nach kurzer Recherche stellte ich fest, dass das durchaus kein Einzelfall ist. Glucodermaphilie ist also doch weitaus verbreiteter als man so denken könnte.

Sonntag, 11. Oktober 2009

Gedanken aus der Provinz



Nach wie vor kann ich nicht so recht begreifen, wie die Weite der Landschaft, die Unendlichkeit des Himmels jenseits der Häuserschluchten, mit so viel Begrenztheit aufwarten kann. Wenn ich es inzwischen nicht schon anders erlebt hätte, dann könnte man meinen, dass einfach die Inspirationen des Großstadtlebens fehlen, wobei diese auch zu Stumpfsinn führen können oder eben erst gar nicht ein Entkommen vor diesem bieten. Und dann kommt auch still und leise die Frage auf, ob das, was ich als Mangel empfinde – das Fehlen von etwas, was man als open-minded bezeichnen könnte, das Einlassenkönnen und auch Wollen auf all das, was über das Alltägliche hinausgeht – , nicht eigentlich das Normale ist. Das Leben einfach nur bedeutet, dass die elementaren Grundbedürfnisse befriedigt werden, etwas Unterhaltung zur reinen Zerstreuung eingeschlossen. Und das reicht dann auch schon. Für mich ist es trotzdem nicht nachvollziehbar, dass es da keinen Hunger gibt, der nicht den Magen meint. Diesen könnte ich sogar weitaus besser ignorieren, als wenn es mich nach geistiger Nahrung verlangt. Oder den Drang nach Kreativität. Ja, das mag nicht lebensnotwendig sein und sogar teilweise dem Leben entgegengesetzt gegenüber stehen, wenn sich die Gedanken von allem gegenwärtigen Sein lösen und eigene Welten beleben, die unabhängig davon sind. Auf dieses Mehr könnte ich allerdings nie verzichten.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Nur ein winziger Tropfen

... sonst steigt er in den Kopf. Oder So. Aber ich freue mich ja auch über kleine Blutspenden. Vielleicht sorgen die ja auch für etwas Erleuchtung.

Montag, 5. Oktober 2009

Die Dauer der Unendlichkeit

Gefühlte Ewigkeit.

Sonntag, 4. Oktober 2009

In Vollmondnächten

Es hat auch andere Gründe, dass ich jetzt wach bin, aber den ungenutzten Schlaf würde ich dennoch gern in Geschenkpapier einschlagen, mit einer Schleife versehen und mit den Mondstrahlen versenden. Wenn ich wüsste, dass die Sendung lautlos durch die Jalousien angekommen ist, würde ich vielleicht auch schlafen.

Freitag, 2. Oktober 2009

Null Sommer

Ich hätte auch ohne Erkältung begriffen, dass jetzt so richtig Herbst ist.

Mittwoch, 30. September 2009

Servicewüste Gruselkabinett

Der Abwaschdienstleistende zeigt sich äußerst renitent. Nicht nur, dass mit äußerster Mühe den Aufgaben nachgegangen wird, jetzt wird auch noch dagegen protestiert, dass die Arbeitsleistung als faul bezeichnet wird. Die Ausreden sind allerdings auch nur faul, denn plausible Argumente konnten nicht aufgeführt werden. Erschwerte Arbeitsbedingungen – Milchtopf! – und zusätzliche Aufgabenstellungen, denen selbst uneingeschränkt zugestimmt wurde, können jedenfalls nicht als stichhaltig angesehen werden. Dass es nach dieser Diskussion auch noch zu einer blutigen Auseinandersetzung kam, hat indes nichts damit zu tun.

Dienstag, 29. September 2009

Nur fürs Bett

Es ist schon ziemlich verlockend, den Hasen auf großer Bühne zu erleben. Aber dafür verlangt er mehr als doppelt so viel wie dafür, dass ich ihn ins Bett nehmen kann. Eigentlich ist er ja kein reiner Betthase, aber ich bin da meist doch sehr bequem und ziehe das Bett vor. Die erste Nacht mit ihm währte recht lange und gleich heute Morgen ging es weiter. Nach so kurzer Zeit kann man aber auch schon sagen, dass er ein ziemliches Arschloch zu sein scheint. Wenn er nicht gleich als allererstes gesagt hätte, dass er verdammt ist, so würde ich ihm sagen, dass ihn der Teufel holen soll, aber der hat ihn ja schon längst. Ein paar Nächte in meinem Bett müssen reichen. Basta!


Montag, 28. September 2009

Wahlergebnisse

Gute Wahl:
Ausschlafen, Lieblingsflohmarkt besuchen, letzte Sonne an der Elbe genießen, Nachtisch, der nichts mit Tisch zu tun hatte.

Weniger gute Wahl:
Fauler Abwaschservice.

Schlechte Wahl:
Angelegenheit von Mehrheiten.

Montag, 21. September 2009

Ein ganz besonderer Saft

Und ehe man sich versieht, steckt man in der Saftpresse und muss sein Blut lassen, obwohl man das ja lieber anders herum mag. Es ist ja nämlich so, dass es nicht nur im Fernsehen Blutsauger gibt (wie Herr Mahakala gestern feststellte), sondern auch im ganz realen Leben Blut gefordert wird. Vermittlungsgebühren sollten abgeschafft werden.

Mittwoch, 16. September 2009

Antichrist

Dänemark / Deutschland / Frankreich / Schweden / Italien / Polen, 2009
Regie: Lars von Trier
Darsteller: Willem Dafoe, Charlotte Gainsbourg

Das Böse ist Satan, ist Natur, ist eine Frau. Die Natur ist nicht nur im Wald dort draußen, im schon lange verlorenen Paradies, das immer noch Eden genannt wird. Tief im Innern, genährt von Angst, lauert es auf seinen Auftritt. Die Ängste sind groß und so wächst das Böse. Trauer, Schmerz und Verzweiflung – die drei Bettler, die als Reh mit Totgeburt, sprechender Fuchs und nicht tot zu kriegender Rabe erscheinen – geben sich nicht mit kleinen Almosen zufrieden. Bei diesem Film geht es aufs Ganze. Dem Zuschauer wird viel, vielfach auch alles abverlangt. Kein Popcornkino und demzufolge alles andere als leicht verdaulich, was nicht nur an den detaillierten Gewaltszenen liegt. Mag da manchmal auch etwas zu viel Pathos aufgetragen und zu viel Symbolik hineingestopft sein, zu sehr (küchen-)psychologisiert oder zu sehr misogyne Klischees bemüht werden – sehr beeindruckend ist das zweifelsohne und deswegen auch wieder passend, auch wenn es alles andere als angenehm ist. Eine beunruhigende Wirkung, wenn das „Chaos regiert”, wie der sich selbstzerfleischende Fuchs schon weiß, die man so schnell nicht wieder los wird. Ein äußerst faszinierender filmgewordener Albtraum.

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